Tech-Abverkauf: Nasdaq 100 bricht um drei Prozent ein
Der Abverkauf bei Tech-Werten hat sich am Donnerstag beschleunigt. Der Auswahlindex Nasdaq 100, der die größten Tech-Werte der USA vereint, rutschte um 3,0 Prozent auf 28.927 Punkte ab. Damit steuert er auf das größte Tagesminus seit Ende Juni zu. Schon am vorigen Freitag hatte der Nasdaq 100 2,5 Prozent verloren.
Von seinem Rekordhoch bei 31.361 Punkten hat er sich nun deutlich entfernt. Die Bestmarke hatte der Index erst Anfang Oktober erreicht. Sollte der Index bis unter 28.224 Punkte fallen, würde er die technische Definition einer Korrektur erfüllen.
Seit einigen Tagen dominieren wieder die Ängste um zu hohe KI-Investitionen das Marktgeschehen. Die Investoren fürchten, am Ende könnten sich die Kosten für Rechenkapazität in Milliardenhöhe nicht rechnen. Beim Nasdaq-Abverkauf im Juni waren es noch vorrangig Ängste vor steigenden Zinsen, welche teilweise zu heftigen Tagesverlusten von mehreren Prozenten führten.
Allerdings hängen Zinsängste und KI-Sorgen zusammen. Ein weiter steigendes Zinsniveau würde den zu einem Teil auch schuldenfinanzierten Ausbau verteuern, außerdem schlagen sich höhe Zinsen direkt in einem geringeren Gegenwartswert künftiger Einnahmen wieder - das belastet die Aktien von Wachstumskonzernen, deren Gewinne womöglich noch weit in der Zukunft liegen.
Meta facht Ängste mit Investitionsplänen an
Konkreter Auslöser der Ängste am Donnerstag waren neben wieder steigenden Ölpreisen die KI-Investments von Meta. Weitere Pläne von Meta zur Aufstockung der Investitionen gaben einmal mehr Anlass zur Sorge, dass die Technologiegiganten in einem bereits gesättigten Markt mehr Anleihen für den Ausbau der KI-Infrastruktur auflegen werden. Allein Meta steckt in diesem Jahr mindestens 135 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Das Geld dafür liefert weiter das boomende Werbegeschäft.
Die Aktien des Social-Media-Riesen rutschten am Donnerstag nach den am Vorabend präsentierten Quartalszahlen um 7,5 Prozent ab."Die Botschaft scheint immer deutlicher zu werden: Der Markt ist nach wie vor bereit, hohe Investitionen in KI zu belohnen, stellt jedoch immer höhere Anforderungen an die Renditen", sagte Santiago Mateo, Leiter des Aktienbereichs der CaixaBank AM. "Die Anleger wollen Nachweise dafür, dass sich die Investitionen in ein stärkeres Wachstum, eine bessere Monetarisierung und letztendlich in Gewinnen niederschlagen."
Standardwerte hielten sich indes etwas besser. Der marktbreite S&P 500 verlor 1,5 Prozent, der Dow Jones, in dem viele größere Tech-Werte gar nicht vertreten sind, gab sogar nur um vergleichsweise leichte 0,2 Prozent nach.
(mit Material von dpa-AFX)