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Technik fordert selbst RTX 5090

Allgemein

Vor rund vier Jahren schlossen sich mehrere Entwickler, die zuvor bei CD Projekt an The Witcher gearbeitet hatten, zum neuen Studio Rebel Wolves zusammen. Mit The Blood of Dawnwalker hat sich das mittlerweile auf rund 160 Mitarbeiter angewachsene Team direkt ein ambitioniertes Projekt vorgenommen, das in die großen Fußstapfen von The Witcher 3 treten will. Dass Letzteres das große Vorbild ist, merkt man an jeder Ecke. The Blood of Dawnwalker fühlt sich an wie The Witcher, es klingt so und es spielt sich auch so – auf die beste Art und Weise.

Bei The Blood of Dawnwalker handelt es sich um ein düsteres Dark-Fantasy-Rollenspiel, das im Europa des 14. Jahrhunderts angesiedelt ist. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Coen, einem verfluchten Wanderer, der als sogenannter Dawnwalker zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Vampire steht. Das Gameplay kombiniert klassische Action-Rollenspiel-Elemente mit einer offenen Spielwelt, in der sowohl Nahkampf mit Waffen als auch vampirische Fähigkeiten zum Einsatz kommen. Alles zum Spiel, Gameplay und der Geschichte lesen Sie im großen Test unserer Kollegen von der PC Games. Wir von der PCGH fokussieren hingegen die Technik, welche nicht minder spannend ist.

Systemanforderungen

Ende April sorgten die Systemanforderungen von The Blood of Dawnwalker für Aufsehen, bei denen für Ultra-Einstellungen in Ultra HD/2160p mit 60 Fps eine Geforce RTX 5090 genannt wurde, während WQHD/1440p mit 60 Fps auf hohen Details eine Geforce RTX 4070 Ti oder Radeon RX 7800 XT nahelegten. Zwischenzeitlich haben die Entwickler Änderungen vorgenommen: Die neuen Anforderungen und Empfehlungen kalkulieren Upsampling ein, während die ursprünglichen Daten für die native Auflösung galten. Somit reicht nun offiziell eine Geforce RTX 4070 Ti oder Radeon RX 9070 für Ultra HD. Für WQHD sollten es hingegen eine Geforce RTX 4060, Radeon RX 7600 XT oder Arc B580 sein. Wir klären sogleich, was von den Angaben zu halten ist.

Technik powered by Unreal

The Blood of Dawnwalker basiert nicht etwa auf CD Projekts Redengine, sondern auf Epic-Technologie: Die Rebel Wolves setzen auf die Unreal Engine 5, genauer gesagt auf die Version 5.5.4. Wenngleich dieser Spielemotor immer besser mit den Ressourcen umgeht, ist The Blood of Dawnwalker kein leichtes Spiel. Sowohl die CPU als auch die GPU werden stark gefordert. Wer hofft, dass dafür Maßstäbe bei der Qualität gesetzt werden, dürfte enttäuscht werden – das Spiel sieht lediglich gut, aber niemals wegweisend aus. Während die Texturen an The Witcher 3 erinnern, machen Geometrie und Beleuchtung einen Sprung nach vorn.

Um überforderte Grafikkarten zu entlasten, steht eine Selektion gängiger Upsampling-Verfahren zur Verfügung: Neben DLSS für Geforce-RTX-GPUs (310.2.1.0 laut Dateiinfo = DLSS 4), werden FSR und XeSS unterstützt. Das engine-eigene TSR fehlt. Seit dem jüngsten Update des Spiels, welches vor wenigen Tagen ausgerollt wurde, wird außerdem Frame Generation unterstützt. Zur Wahl stehen Nvidias DLSS (Multi) Frame Generation und AMDs FSR Frame Generation. Zum jetzigen Zeitpunkt müssen wir von beiden Verfahren abraten, da sie zu Flackern führen. Noch bedauerlicher ist, dass bereits Dateien von Intels XeSS (Multi) Frame Generation inklusive der Latenzkompensationsmaßnahme XeLL im Spielverzeichnis liegen, XeSS FG jedoch derzeit nicht zur Verfügung steht. Wir vermuten, dass sich beide Missstände mit dem Day-1-Patch auflösen werden.

Keine Chance auf Behebung hat ein anderer Umstand: Ältere Grafikkarten der Sorte Radeon RX 5000/6000 und Geforce GTX können lediglich auf FSR-3-Upsampling sowie XeSS zurückgreifen. FSR 3 ist sehr krümelig und unruhig, sodass wir Nutzern entsprechender Grafikkarten zu XeSS raten, obwohl Letzteres nur auf Arc-GPUs mit voller Qualität (XMX- statt DP4a-Profil) läuft.

Erste Benchmarks

Publisher Bandai-Namco informierte uns während des Testzeitraums über bekannte Probleme und zu erwartende Lösungen in Gestalt von Updates. Der Day-1-Patch, gleichzusetzen mit dem Status, den Käufer des Spiels am 3. September erwarten, soll obendrein die Performance verbessern. Wir haben daher unsere Benchmark-Pferde im Zaum gehalten und liefern Ihnen heute nur eine Skizze der Performance. Das volle Paket an CPU- und GPU-Benchmarks liefern wir in Kürze nach. Sehen wir uns zum Einstand an, wie das Spiel auf der schnellsten verfügbaren Grafikkarte läuft. Wir testen mit maximalen Details in Ultra HD („4K“) an einer überdurchschnittlich anspruchsvollen Stelle im Sumpf der Spielwelt:

Wie Sie sehen, stellt The Blood of Dawnwalker gehobene Ansprüche an die Grafikkarte. Selbst eine Geforce RTX 5090 scheitert in UHD an der 60-Fps-Marke. Wer von der nativen Auflösung (DLAA) auf den nächstmöglichen Upsampling-Modus (DLSS Quality) wechselt, erhält ein Drittel mehr Fps – ohne nennenswerte Unterschiede bei der Bildqualität. Nachdem geklärt ist, dass die native Wiedergabe sehr kostspielig ist, wechseln wir zu den vergleichenden Grafikkarten-Benchmarks. Diese finden allesamt mit 67 Prozent interner Auflösung statt, wobei jede Grafikkarte auf das herstellereigene Verfahren zurückgreifen kann. Wir bilden ansatzweise das volle Spektrum ab, das sich in aktuellen Gaming-PCs befindet:

*Geforce RTX: DLSS 4, Radeon RX 9000: FSR 4, Radeon RX 6000: FSR 3, Arc: XeSS 2

Erinnern wir uns kurz an die offiziellen Angaben zurück. Eine Geforce RTX 4070 Ti oder Radeon RX 9070 reichen demnach für 60 Fps in Ultra HD – diese Angabe passt laut unseren Messungen nicht. Wir vermuten, dass die Entwickler mit „DLSS / FSR / XeSS technology enabled“ einen hochstufigen Upsampling-Modus wie „Performance“ meinen. In Ultra HD wird in diesem Fall intern mit Full HD gearbeitet.

Auf den meisten Grafikkarten ist das Pixelsparen via Upsampling zwingend notwendig, um flüssige Bildraten zu erreichen. Ob sich das gezeigte Niveau mit dem angekündigten Day-1-Update deutlich verändert, klären wir in wenigen Tagen. Egal, wie es kommt, hier ein Tuning-Tipp: Das Spiel sieht mit dem Preset „Hoch“ nur minimal schlechter aus als mit „Ultra“ und läuft damit um bis zu 50 Prozent flüssiger.

The Blood of Dawnwalker: Zwischenfazit

The Blood of Dawnwalker ist ein außergewöhnliches Spiel. Den Entwicklern gelingt es nicht nur erfolgreich, alle Knöpfe zu drücken, die Witcher-Fans im Herzen und Sinn haben, sie liefern auch genügend eigene Ideen. Herausgekommen ist ein fantastisches Dark-Fantasy-RPG, das mehr ist als ein Lückenfüller bis zum Release des Witcher-3-Addons Songs of the Past oder gar The Witcher 4. Ernsthafte Kritikpunkte liefert das Spiel kaum. Besitzern älterer Grafikkarten dürften die hohen Anforderungen sauer aufstoßen - nach dem Wechsel von „Ultra“- auf „Hoch“-Details ist dieses Problem jedoch Geschichte. Wir liefern die volle Packung GPU- sowie CPU-Benchmarks zum Release von The Blood of Dawnwalker nach.

The Blood of Dawnwalker "maxed out"

Meinung

The Blood of Dawnwalker erscheint am 3. September 2026 für PC, Playstation 5 und Xbox Series X|S. Lobend erwähnen möchten wir, dass sich die ehemaligen CD-Projekt-Leute auch in puncto Distribution an ihre Wurzeln erinnern: The Blood of Dawnwalker erscheint direkt zum Start komplett DRM-frei bei GOG. Haben Sie die Offline-Installer einmal heruntergeladen, funktioniert das Spiel komplett ohne Internet; der GOG-Galaxy-Client ist optional. Weitere Informationen zum Spiel, dessen Gameplay und Story, lesen Sie im ausführlichen Test unserer Kollegen von der PC Games.

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