Technik wie im 2. Weltkrieg: Russland lässt Sperrballons gegen Drohnen aufsteigen
Ein Bericht des russischen Staatssenders Rossija 1 von Sonntag zeigt, wie ein System der russischen Firma Spetsradio funktionieren soll. Sie testet ein System, das Radar, Ballone und einen Vorhang aus Kevlar-Seilen nutzt, um Drohnen im Flug abzufangen.
Ähnliche Technik wurde schon im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. „In Russland greift man zur Bekämpfung ukrainischer Drohnen auf die Erfahrungen aus dem Jahr 1941 zurück, als der Himmel über der Hauptstadt durch Luftbarriere-Systeme vor deutschen Bombern geschützt wurde und man, wie man sagt, diese Aufgabe recht gut bewältigte“, erklärt Aleksandr Rogatkin, Korrespondent des Senders.
Drohnen sollen sich in Seile verfangen
Das Prinzip: Das Radar erkennt die Flughöhe der Drohne. Anschließend verändern automatische Winden die Höhe der Ballons, sodass die zwischen ihnen gespannten Seile auf der Flugbahn der Drohne liegen.
Die Aufnahmen zeigen, wie sich bei einem Test ein Modellflugzeug mit seinem Propeller darin verfängt.
Nutzung wäre stark wetterabhängig
Für eine große Anlage wie die Moskauer Raffinerie im Stadtteil Kapotnja wären laut russischem Staatsfernsehen mindestens zehn solcher Ballonkomplexe nötig. Die Systeme sollen dabei als zusätzliche Schutzschicht neben Maschinengewehren, Flugabwehr, Raketen und anderen Abwehrmaßnahmen eingesetzt werden.
Ob das System schon einsetzbar ist, bleibt unklar. Die Nutzung der Ballone wäre wohl stark wetterabhängig. Berichte in russischen Staatsmedien wie dieser sind auch eine Reaktion auf die erfolgreichen ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur. Sie sollen Handlungsfähigkeit simulieren.