Techniker Krankenkasse kündigt Hausarztverträge in 14 Bundesländern
Startseite Verbraucher Darum kündigt die Techniker Krankenkasse den Großteil ihrer Hausarztverträge Von: Irina Moritz Uns auf Google folgen Die Techniker Krankenkasse hat angekündigt, dass der Großteil der Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung zum Jahresende gekündigt wird. Mit etwa 12,4 Millionen Versicherten ist die TK die größte deutsche Krankenkasse mit ihrem Hauptsitz in Hamburg. Am 29. Juni kündigte die TK an, dass sie ihre Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung in 14 Bundesländern kündigen werden. Ausnahmen bilden Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Der Grund für die Kündigung ist eine wissenschaftliche Evaluierung des Programms, die für die TK zu einem negativen Ergebnis führte. Bei dem Hausarztprogramm handelt es sich um eine optionale Dienstleistung, die alle Krankenkassen seit 2008 verpflichtend ihren Kunden anbieten müssen. Dabei binden sich die Kunden an einen Hausarzt ihrer Wahl, der bei gesundheitlichen Problemen zu ihrer ersten Anlaufstelle wird. Andere Ärzte können nur im Vertretungsfall aufgesucht werden und nur, wenn sie ebenfalls an dem Programm teilnehmen. Facharztbesuche benötigen immer erst eine Überweisung. Eine Evaluation des Hamburg Center for Health Economics kommt zum Schluss, dass die hausarztzentrierte Versorgung (HzV) ihre Ziele nicht erreicht. Techniker Krankenkasse kündigt Hausarztverträge – so geht es jetzt weiter Mit der HzV sollte unter anderem gewährleistet werden, dass die Kunden einen verbindlichen Ansprechpartner haben, die Behandlungsabläufe verbessert werden und überflüssige Krankenhaus- oder Facharztbesuche vermieden werden. Dies war laut der Evaluierung von Professor Jonas Schreyögg, dem Direktor des Hamburg Center for Health Economics, nicht der Fall. Im Gegenteil: Für die TK entstanden dabei Mehrkosten von 160 Millionen Euro, da die Ärzte in der HzV etwa 30 Prozent höhere Honorare erhielten. Die Evaluation hat […] gezeigt, dass das Setting HzV in seiner aktuellen Form nicht dazu beiträgt, die Qualität und Effizienz im Gesundheitssystem zu stärken. Bei der von der Regierung geplanten Einführung eines Primärversorgungssystems braucht es aus Sicht der TK daher ein breiteres und flexibleres Modell für alle Versicherten mit den Hausärztinnen und Hausärzten als tragende Säule. Aufgrund dieser Erkenntnisse kündigt die TK nun den Großteil ihrer Hausarztverträge zum Jahresende. Die Kündigungen sind in Zusammenarbeit mit den regionalen Hausärzteverbänden entstanden. Da das Hausarztprogramm für die Krankenkassen verpflichtend ist, bedeutet die Kündigung gleichzeitig den Start für die Verhandlungen neuer Verträge. Für die etwa eine Million Kunden, die das Programm in Anspruch genommen haben, ändert sich damit zunächst gar nichts. Sie werden weiterhin wie gewohnt von ihren Hausärzten versorgt. (via TK). Wenn eine Krankenkasse teurer wird, können die Kunden darauf reagieren.