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Techno-Parade "Rave the Planet" durch Tiergarten unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen

Allgemein

Mit einer Schweigeminute hat die große Techno-Parade "Rave the Planet" im Berliner Tiergarten begonnen: Tausende Teilnehmer hielten kurz inne, um an die Opfer des mutmaßlich islamistischen Terroranschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD) vor drei Wochen zu erinnern. Der Mitbegründer der gemeinnützigen Organisation "Rave The Planet", Dr. Motte, rief die Teilnehmer bei einer Auftaktkundgebung auf, an Liebe zu denken. Eine Vertreterin des CSD-Vereins sagte: "Lasst uns mutig sein. Lasst uns Haltung zeigen. Jetzt erst recht". Die Veranstalter erwarten etwa 300.000 Teilnehmer. Mit dem Zug unter dem Motto "Imagine Love" durch den Tiergarten wollen die Aktivisten für Frieden, Zusammenhalt und den Schutz der elektronischen Musikkultur aufrufen, wie die Initiatoren mitteilten. Die Parade soll zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule über die Straße des 17. Juni ziehen, die durch den Tiergarten führt - unweit des Anschlagsorts, wo am 25. Juli von einem mutmaßlich islamistischen Attentäter eine Frau getötet und mindestens 31 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Um ihnen zu gedenken, wurde zu Beginn der Parade eine Schweigeminute abgehalten. Es ist bereits die fünfte Auflage der Parade. Der als Dr. Motte bekanntgewordene Matthias Roeingh will nach eigenen Worten mit ihr die Geschichte der Loveparade weitererzählen, die er und sein damaliges Team als politische Demonstration ins Leben riefen. Feuerwehr und ein Sanitätsdienst des Veranstalters sind dabei im Einsatz, es soll fünf Unfallhilfestellen geben. Im vergangenen Jahr hatten viele Menschen behandelt werden müssen - meist war es damals nach Angaben eines Feuerwehrsprechers "um klassische Veranstaltungssymptome", also alkohol- oder drogenbedingte Probleme gegangen. Und: Neben den Vorkehrungen für die Sicherheit stellt auch die Hitze eine weitere Herausforderung dar: Am Samstag werden bis zu 36 Grad erwartet. Die Polizei will darum mindestens einen Wasserwerfer einsetzen, womit dann Sprühnebel produziert werde, um so für Abkühlung zu sorgen. Laut Veranstalter gibt es drei Stellen entlang der Route, wo die Besucher aus mehreren Hähnen kostenloses Trinkwasser bekommen können. Im Großen Tiergarten soll es zudem Plätze zum Ausruhen und Abkühlen geben. Auf der Parade besteht ein Glasverbot. Raver sind gebeten, eine bruchsichere, wiederbefüllbare Flasche mitzubringen. "Rave the Planet" soll von 13.50 Uhr bis 22 Uhr stattfinden, heißt es auf der Veranstalter-Webseite. Rund 1.500 Polizistinnen und Polizisten werden das als Demonstration angemeldete Techno-Spektakel begleiten, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Berliner Polizei werde dabei von Kollegen aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt unterstützt. Es würden ein Polizeihubschrauber und auch Drohnen eingesetzt. Zudem gebe es ein "umfangreiches Sperrkonzept" mit abgestuften Schutzzonen. Verschiedene Formen von Absperrungen sollen den Bereich absichern. Unter anderem sollen kritische Punkte durch Fahrzeuge der Polizei abgesperrt werden, teils werden schwere mobile Poller aufgestellt, wie das bereits im Tiergarten an einigen Stellen nach dem CSD-Anschlag der Fall war. Die Straße des 17. Juni zwischen Großem Stern und Brandenburger Tor ist voll gesperrt. Ab 14 Uhr sei außerdem mit der Schließung der U-Bahnhöfe Brandenburger Tor und Bundestag zu rechnen, teilte die Verkehrsinformationszentrale mit. Als Gegenveranstaltung zu "Rave the Planet" gibt es die "Fuckparade". Die Demonstration richtet sich "gegen Kommerzialisierung und Verdrängung von Subkulturen". Laut Polizei sind dafür 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angekündigt. In Berlin-Mitte und Friedrichshain kommt es deswegen ab 14.00 Uhr zu Verkehrseinschränkungen. Start der Demonstration ist an der Ecke Albrechtstraße/Reinhardstraße, enden soll sie am Abend am Leipziger Platz.

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