Technologie: Das sagt Dysons neue KI-gestützte Zahnbürste über uns aus
Dyson hat einen Miniwasserwerfer für den Mund entwickelt. Das Gerät putzt nicht einfach, es eröffnet einen „vollständig neuen Weg, die Zähne zu reinigen“. Unsere Autorin verleitet das eher zu einem Wutausbruch.
In dieser Kolumne schreibt Miriam Meckel 14-täglich über Ideen, Innovationen und Interpretationen, die Fortschritt und ein besseres Leben möglich machen. Foto: Klawe Rzeczy
Es ist gut zu wissen, was abgeht. Nur dann lässt sich die Kontrolle behalten. So hat sich das, einfach formuliert, der englische Philosoph und Jurist Jeremy Bentham schon an der Schwelle des 18. zum 19. Jahrhundert gedacht.
Kontrolle behält man, wenn man einen Rundumblick hat und alles sehen kann, was im Umfeld geschieht. Bentham hat nach diesem Prinzip ein Gefängnis konstruiert.
Das Panoptikum, ein kreisrundes Gebäude mit einem zentralen Wachturm in der Mitte und den Gefängniszellen rundherum an den Außenwänden. Es ist zum Symbol der Überwachungsgesellschaft geworden.
Das britische Unternehmen Dyson hat nach diesem Prinzip eine elektrische Zahnbürste gebaut – die Dyson CameraJet zum Preis von schlanken 500 Dollar. Dieses moderne Gerät putzt nicht einfach Zähne, es eröffnet einen „vollständig neuen Weg, die Zähne zu reinigen“.
Eine philosophische Zahnbürste also – Bentham wäre begeistert gewesen. Philosophie, das ist Klarheit im Chaos. Und wo sollte die besser ansetzen als beim eigenen Gebiss? Wir wissen doch genau: Entschlossenheit bedeutet, die Zähne zusammenzubeißen.
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