Technologie: Europas wertvollster Konzern ASML warnt vor Lieferengpässen
München. Der Chipausrüster ASML stellt sich auf lang anhaltendes Wachstum ein. „Einige Kunden zeigen Interesse daran, bei uns Aufträge für 2029 und sogar 2030 zu platzieren“, sagte Vorstandschef Christophe Fouquet am Mittwoch.
Die Abnehmer würden ihre Prognosen für den kurz- und mittelfristigen Bedarf nach oben korrigieren, sagte der Manager. Treiber des Aufschwungs seien Investitionen in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI).
Fouquet warnte zugleich vor Lieferengpässen. Quartal für Quartal würde sich die Auftragslage verbessern. Mit den derzeitigen Kapazitäten könnte ASML nicht alle Bestellungen in den Jahren 2027 und 2028 abarbeiten.
Vor diesem Hintergrund prüfe der Konzern derzeit, die Kapazitäten für den wichtigsten Umsatzbringer des Konzerns, die sogenannten Low-NA-EUV-Anlagen, 2028 stärker zu erweitern als geplant. Bisher war vorgesehen, in den kommenden beiden Jahren jeweils 30 Prozent mehr zu fertigen.
Die positive Prognose dürfte die Investoren beruhigen. Zu Wochenbeginn waren die Kurse von Chipaktien weltweit eingebrochen. Auslöser waren Aussagen von Hock Tan, Chef des Chipkonzerns Broadcom. Der Unternehmer hatte vor zu hohen Erwartungen an KI und vor Finanzierungsproblemen bei deren Ausbau gewarnt.