Technologie: Investoren strafen Europas Chiphersteller im KI-Boom ab
München. Die Künstliche Intelligenz (KI) sei der „größte Wachstumstreiber der Unternehmensgeschichte“, sagte Infineon-Finanzchef Sven Schneider am Mittwoch. Kunden des Münchener Chipherstellers würden in großem Umfang Kapazitäten reservieren, um künftig garantiert beliefert zu werden. Noch kann der Dax-Konzern bei Chips für die Stromversorgung nicht annähernd so viel liefern, wie Betreiber von KI-Rechenzentren bestellen. Deshalb leisten sie Vorstandschef Jochen Hanebeck zufolge teils Vorauszahlungen, um sich Mengen für die kommenden Jahre zu sichern. Trotz dieser Aussichten reagiert die Börse seit Wochen scheinbar paradox: Noch im Juni kletterte die Infineon-Aktie bis auf 88 Euro, den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. An diesem Mittwoch fiel dann aber der Kurs um bis zu sechs Prozent, obwohl Hanebeck höhere KI-Erlöse für das am 1. Oktober beginnende neue Geschäftsjahr in Aussicht stellte. Inzwischen ist aus dem Schub durch die KI ein Belastungsfaktor geworden. Wie kann das sein?