Technoparade »Zug der Liebe«: Zug der Liebe in Berlin nach Anschlag auf den CSD abgesagt
Nach dem Anschlag am Rande des Christopher Street Day in Berlin ist die für Ende August geplante Parade Zug der Liebe in der Hauptstadt abgesagt worden. Die Demonstration für Toleranz, Vielfalt und Solidarität hätte eigentlich am 29. August stattfinden sollen. Die Veranstalter teilten mit, dass die jüngsten Ereignisse rund um den CSD die Lage drastisch verändert hätten. Für die Entscheidung ausschlaggebend sei die spürbare Veränderung des gesellschaftlichen Klimas. Demnach würde eine Parade in diesem Jahr erhebliche Auflagen mit sich bringen, von Wegfahrsperren über Personenkontrollen bis hin zu massiv aufgerüsteten Polizisten. Das aktuelle, allgemeine Angstgefühl und die restriktiven Rahmenbedingungen widersprächen fundamental der Grundidee der Veranstaltung als Demonstration, die für einen unbeschwerten, angstfreien Raum des Protestes stehe. Zudem habe es im Vorfeld logistische Engpässe, etwa bei den bestellten Lastwagen, gegeben. Auch eine Einigung über die Lautstärke mit der Versammlungsbehörde stand noch aus. Umzug »Rave the Planet« in Berlin soll hingegen stattfinden Die für den 15. August geplante Technoparade Rave the Planetsoll dagegen stattfinden. Dies sagten die Organisatoren in der RBB-Abendschau. Als Nachfolger der Loveparade bringt auch Rave the Planet Demonstration und Rave zusammen. Zu den Forderungen der Veranstalter zählen unter anderem die Anerkennung der elektronischen Musikkultur als zu schützendes Kulturgut, die Abschaffung von Tanzverboten und der Schutz von Kulturstätten wie Clubs. Die Route der Veranstaltung verläuft zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule auf der Straße des 17. Juni, wo die CSD-Parade sattfand und an deren Rande sich im Tiergarten der Anschlag ereignete. Der Gründer der Organisation, Matthias Roeingh, der als Dr. Motte bekannt wurde, sagte, die Veranstalter hätten sich viele Gedanken gemacht. Zudem habe man sich mit der Polizei über die neuen Bedingungen beraten. Laut der Mitveranstalterin Ellen Dosch-Roeingh, gebe es kleine Adaptionen, aber aus behördlicher Sicht und aus Sicht der Veranstalter keinen Grund, diese Demonstration nicht durchzuführen.