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Tegut-Auflösung beginnt: Das sind die Pläne von Edeka und Rewe

Wirtschaft

Fuldaer Zeitung

Fulda

Wo früher die Tegut-Zelte standen, baut nun Netto – so plant Edeka in Osthessen

Von: Sabrina Mehler

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Die Zukunft von Tegut klärt sich zunehmend: Edeka, Rewe und Tante Enso übernehmen 252 Märkte. Edeka gibt allerdings 35 Teo-Läden an Yobsti sowie 60 Tegut-Standorte an die Tochter Netto ab.

Region – In der Breitunger Straße in Petersberg – dort wo früher die markanten Tegut-Zelte standen – soll gar ein ganz neuer Netto-Markt entstehen. Auch zur Zukunft weiterer Unternehmensteile gibt es erste Antworten. Viele Fragen bleiben dennoch offen, nachdem das Bundeskartellamt in dieser Woche den Weg für die Übernahme der Tegut-Märkte freigemacht hat.

Tegut-Auflösung beginnt: Das sind die Pläne von Edeka und Rewe

Nachdem die Behörde zuletzt auch dem Einstieg von Rewe zugestimmt hat, können die Supermärkte nun schrittweise den Besitzer wechseln. Für die von Edeka Hessenring übernommenen Filialen in Bad Salzschlirf, Hünfeld (Josefstraße) und Fulda (Rabanusstraße, Emaillierwerk und Kaiserwiesen) steht der Termin bereits fest: Sie sollen am 1. November übergehen und nach einer kurzen Schließung am 5. November wieder öffnen, teilt die Handelsgesellschaft auf Anfrage mit.

Bundesweit wechseln damit 252 Tegut-Märkte den Betreiber. Edeka übernimmt 178 Filialen, Rewe 38 und die auf kleine, weitgehend automatisierte Läden spezialisierte Kette Tante Enso 36. Die Freigaben erfolgten unter Auflagen, weil die Wettbewerbshüter eine zu starke Marktkonzentration verhindern wollen. Weitere 36 Tegut-Filialen haben bislang keinen Käufer, darunter die Filialen in Horas, Neuhof und am Niedertor in Hünfeld. Doch es gibt Hoffnung: Für erwerberlose Filialen laufe ein weiteres Bieterverfahren, wie die Schweizer Genossenschaft Migros der Deutschen Presse-Agentur mitteilt.

Namen möglicher Interessenten nannte das Unternehmen nicht. Auch wann das Verfahren abgeschlossen sein soll, blieb zunächst offen. In der Haunestadt hält sich derweil hartnäckig das Gerücht, dass in den Markt der Schnäppchen-Discounter „Action“ einziehen könnte. Bestätigen will das die Düsseldorfer Kette auf Nachfrage allerdings nicht.

Edeka will 1200 Tegut-Beschäftigte in den Märkten übernehmen

Für viele Tegut-Märkte steht mittlerweile jedoch fest, wie es weitergeht: Ein Teil der Märkte aus dem Edeka-Übernahmepaket wird künftig von Netto betrieben. Das Unternehmen will im Zuge der Tegut-Transaktion insgesamt 57 bestehende Standorte und drei Märkte im Bau in sein Filialnetz integrieren. Zudem sollen rund 1200 Tegut-Beschäftigte übernommen werden. Die Umstellung erfolgt schrittweise. Zu den Netto-Standorten gehören demnach Bad Salzschlirf – und die Breitunger Straße in Petersberg.

Letzteres ist insofern interessant, als dass es sich hierbei um das Areal der alten Tegut-Zelte an der Landwehr handelt, die im vergangenen Jahr abgerissen worden waren. Eigentlich wollte Migros an dieser Stelle einen neuen Markt bauen. Nun bestätigt Netto gegenüber unserer Zeitung, dass ein Neubau ins Auge gefasst werde: „Wann der Netto-Standort fertig errichtet sein wird“, könne man momentan allerdings nicht verbindlich mitteilen.

In den von Edeka übernommenen Geschäften sollen innerhalb einer kurzen Pause vom 1. bis 5. November notwendige Arbeiten durchgeführt werden. Für die Kundinnen und Kunden soll sich vor allem das Warenangebot verändern. Edeka Hessenring kündigt ein breites Sortiment an – von günstigen Einstiegsprodukten über bekannte Marken und Edeka-Eigenmarken bis hin zu Bio-Produkten. Auch der Bio-Bereich soll gestärkt werden. Bei der Sortimentsgestaltung wolle das Unternehmen die jeweiligen Standorte und die Bedürfnisse der Kunden berücksichtigen.

120 Arbeitsplätze in Logistikzentrum sollen erhalten bleiben

Darüber hinaus sind Modernisierungen und Umbauten vorgesehen. Wann und in welchem Umfang diese stattfinden, hängt laut Edeka von den jeweiligen Märkten ab. Derweil geht ein Großteil der Teo-Märkte an das Mannheimer Start-up Yobsti. Und auch für das Logistikzentrum in Michelsrombach hat die Edeka-Zentrale in Hamburg gute Nachrichten: dieses wird wohl weitergenutzt, die 120 Arbeitsplätze erhalten. Welche Rolle Michelsrombach künftig im gesamten Logistiknetzwerk spielen wird, ist indes noch nicht bekannt. Das ist auch deshalb eine offene Frage, weil der Verbund nicht weit entfernt in Melsungen gerade ein neues Logistikzentrum baut.

Weniger gut sind die Aussichten für die Tegut-Zentrale am Gerloser Weg in Fulda. Sie soll im März 2027 geschlossen werden, wie Migros bereits vor Längerem bekanntgab. Was anschließend mit der Immobilie geschieht, ist noch unklar. Für die Herzberger-Bäckerei gibt sich Edeka optimistisch: „Wir sind zuversichtlich, dass wir ein gutes Fortführungskonzept entwickeln können.“ Auch hierzu äußert sich Edeka jedoch nicht.

Rewe hat derweil seine Pläne für die Umstellung der Filialen in Dipperz, Eichenzell, Haimbach, Maberzeller Straße in Fulda und Marbach noch nicht bekanntgegeben.

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