Tegut verschwindet: Mehr als 50 Supermärkte werden bald zu Netto
Die Supermarktkette Tegut steht vor dem Aus. Zahlreiche Filialen bekommen einen neuen Betreiber. Jetzt ist bekannt, an welchen Standorten künftig Netto einzieht und wann die ersten Märkte wieder öffnen sollen.
Für zahlreiche Tegut-Kunden ändert sich schon bald einiges beim Einkaufen. Nachdem der Verkauf der Supermarktkette an verschiedene Wettbewerber beschlossen wurde, steht nun fest, welche bisherigen Tegut-Filialen künftig unter dem Namen Netto weitergeführt werden.
Insgesamt sind 60 Standorte vorgesehen, drei davon befinden sich allerdings noch im Bau. Die übrigen 57 bestehenden Supermärkte sollen bereits Ende Oktober schließen und nach einem Umbau im November als Discounter wieder öffnen.
Diese Tegut-Standorte werden zu Netto
Tegut hat auf seiner offiziellen Unternehmenswebsite eine Liste der betroffenen Filialen veröffentlicht. Besonders viele Standorte liegen in Hessen, aber auch in Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz stehen Veränderungen an.
Die 57 bestehenden Märkte verteilen sich folgendermaßen:
Hessen (29 Märkte)
Thüringen (12 Märkte)
Bayern (10 Märkte)
Baden-Württemberg (5 Märkte)
Rheinland-Pfalz (1 Markt)
Welche Filialen genau betroffen sind, kann man in der Tegut-Marktsuche überprüfen.
Wann eröffnen die neuen Netto-Filialen?
Lange müssen Kunden voraussichtlich nicht auf ihre Einkaufsmöglichkeiten verzichten. Laut Informationen des Branchenportals "Supermarktblog", das sich auf eine Auskunft von Netto beruft, sollen die übernommenen Standorte zwischen dem 5. und 26. November 2026 wiedereröffnen. Da einzelne Marktseiten aber inzwischen abweichende Termine aufführen, empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Filialinformationen.
Mit dem Betreiberwechsel dürfte sich auch das Einkaufserlebnis deutlich verändern. Tegut war insbesondere für sein umfangreiches Bio-Sortiment bekannt. Netto setzt dagegen auf ein klassisches Discount-Konzept mit günstigen Eigenmarken und einem anderen Warenangebot.
Ausverkauf bei Tegut: Bis zu 75 Prozent Rabatt
Vor der Übergabe versucht Tegut, die vorhandenen Warenbestände möglichst weitgehend abzuverkaufen. Dafür bietet der Händler in teilnehmenden Filialen einen umfangreichen Abschiedsrabatt an. Wie Tegut ebenfalls dem "Supermarktblog" mitteilte, gibt es bis einschließlich 25. Oktober 50 Prozent Rabatt auf zahlreiche Artikel. Ab dem 26. Oktober soll der Nachlass auf verbliebene Restbestände sogar auf 75 Prozent steigen.
Wichtig zu wissen: Tegut-Gutscheine können nach dem Betreiberwechsel nicht einfach bei Netto eingelöst werden. Auch vorhandene Pfandbons sollten vor der Schließung in der jeweiligen Filiale eingelöst werden. Das Kundenbindungsprogramm Tebonus wird ebenfalls eingestellt.
Warum verschwindet Tegut überhaupt?
Hintergrund des Tegut-Aus ist der Rückzug der Schweizer Migros-Gruppe aus Deutschland. Das Unternehmen hatte bereits im März 2026 angekündigt, Tegut verkaufen zu wollen. Als Gründe nannte Migros unter anderem die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Supermarktkette und das verschärfte Wettbewerbsumfeld.
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Das Bundeskartellamt genehmigte Ende September die Übernahme von 178 Tegut-Märkten durch Edeka. Ursprünglich waren 202 Standorte vorgesehen, die Wettbewerbsbehörde äußerte jedoch Bedenken wegen einer zu starken Marktkonzentration in einzelnen Regionen.
Weitere 38 Märkte darf die Rewe-Gruppe übernehmen. Hinzu kommen 36 Standorte, die an den Nahversorger Tante Enso gehen. Für weitere 36 Tegut-Märkte wird derzeit noch nach Käufern gesucht. Diese sollen zunächst geöffnet bleiben. (dr)
Verwendete Quellen
Tegut: Offizielle Übersicht aller betroffenen Filialen
Bundeskartellamt: Edeka darf Tegut-Standorte übernehmen
Supermarktblog: Tegut-Aus: Was gilt für Gutscheine, Pfandbons, Tebonus?
Rewe: Tegut: Rewe Group erhält Freigabe durch das Bundeskartellamt unter Auflagen
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