Tegut wird zu Rewe Witzenhausen: Das sagen die Kunden zur Übernahme
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Tegut wird zu Rewe Witzenhausen: Das sagen die Kunden zur Übernahme
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Das Bundeskartellamt hat Rewes Übernahme des Tegut-Markts in Witzenhausen genehmigt. Besonders das Bio-Sortiment werden viele Stammkunden vermissen.
Witzenhausen – Das Bundeskartellamt hat entschieden: Rewe darf den Tegut-Markt in Witzenhausen übernehmen. Doch wie kommt der bevorstehende Wechsel bei den Kunden an? Wir haben uns auf dem Parkplatz des Marktes in Witzenhausen umgehört. Dabei zeigt sich ein gemischtes Bild: Viele bedauern das Ende von Tegut, andere sind vor allem froh darüber, dass der Standort erhalten bleibt. Freude über das Tegut-Ende kam bei keinem der Befragten auf.
Zukunft anderer Märkte steht fest
Die anderen Tegut-Nachfolgeregelungen im Landkreis sind bereits konkreter. Die „Lädchen für alles“ in Gertenbach, Eschwege, Abterode und Frankershausen bleiben bestehen. Die Firma Lüning übernimmt die Belieferung. Teil der Edeka werden die Lädchen nicht. Anders als in Bad Sooden-Allendorf. Der Markt an der Werrastraße wird künftig ein Edeka-Markt.
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Die Bio-Qualität
Besonders das Bio-Sortiment und die große Produktauswahl werden viele Kunden vermissen. So auch Christa Bayer (69) aus Ziegenhagen. Seit 40 Jahren kauft sie bei Tegut ein und schätzt die Qualität der angebotenen Lebensmittel. „Ich werde den Tegut sehr vermissen, weil er wirklich auch viele Bio-Sachen hatte, zu erschwinglichen Preisen“, sagt Bayer. Besonders bedauert sie, dass es dort auch spezielle Produkte gebe, die bei anderen Supermarktketten nicht ohne Weiteres erhältlich seien. Nun müsse sie sich überlegen, wo sie diese Lebensmittel künftig kaufen könne. Für sie sei die Entwicklung deshalb „sehr bedauerlich“.
Die Jenaerin Anette Demelt (32), die dienstlich in Witzenhausen unterwegs war, sieht das ähnlich. Sie kauft nach eigenen Angaben gerne bei Tegut ein und bedauert den bevorstehenden Wechsel. „Ich mag das Sortiment bei Tegut. Ich finde es toll, dass es so einen hohen Bio-Anteil im Tegut-Sortiment gibt und gleichzeitig einfach eine große Auswahl an Lebensmitteln“, sagt sie.
Auch Uwe Luck (81) aus Witzenhausen findet es schade, dass Tegut den Standort aufgibt. Gegen den künftigen Betreiber hat er allerdings nichts einzuwenden. „Ich habe nichts gegen Rewe, Rewe hat immer ein gutes Sortiment“, sagt er. Dennoch befürchtet Luck, dass die Auswahl an Bio-Produkten künftig kleiner ausfallen könnte.
Der Wettbewerb
Nicht nur die Produktauswahl, sondern auch die Konkurrenz zwischen den Supermärkten beschäftigt die Kunden. Ralf Römling (58) aus Witzenhausen sieht die Übernahme kritisch. Er kaufe besonders gerne Produkte der Marke Alnatura, während Rewe seiner Einschätzung nach stärker auf eigene Marken setze. Zudem hält er eine größere Vielfalt unterschiedlicher Supermarktketten für wichtig. „Wir brauchen auch eine Konkurrenzsituation bei den Supermärkten“, sagt Römling. Ein Angebot, das sich im Wesentlichen auf Edeka, Rewe, Aldi und Lidl beschränke, reiche ihm nicht aus.
Gelassener betrachtet Thomas Schnabel (68) aus Rosdorf den Betreiberwechsel. Seiner Ansicht nach verfügt Witzenhausen bereits über ein großes Angebot an Supermärkten. Einen weiteren Anbieter in diesem Umfeld zu etablieren, hält er angesichts der Konkurrenz für mutig. Grundsätzlich habe er aber nichts gegen die Übernahme. „Wenn sie das wollen, wenn sie das können, sollen sie das machen“, sagt Schnabel.
Dass Rewe den Markt übernimmt, hat aus Sicht anderer Kunden jedoch auch einen entscheidenden Vorteil: Der Standort bleibt als Supermarkt erhalten. Rüdiger Ebel (76) aus Witzenhausen sieht darin einen Grund zur Freude. Zwar bedauert auch er, dass Tegut verschwindet, doch die Alternative wäre aus seiner Sicht deutlich schlechter. „Besser Rewe als nichts. Besser als Leerstand“, bringt er seine Meinung auf den Punkt. (Richard Reinberger)