Tel Aviv/Wien: Flugzeug muss nach Bombendrohung in Sofia notlanden
Spätestens seit dem Vorfall um die Flydubai-Maschine Ende September (mehr hier) stehen Flüge aus und nach Israel unter besonderer Beobachtung. Nun hat es erneut einen Zwischenfall gegeben. Wegen einer Bombendrohung gegen ein Flugzeug von Austrian Airlines auf dem Weg vom israelischen Tel Aviv in die österreichische Hauptstadt Wien ist die Maschine in Bulgarien notgelandet.
Die Besatzung habe sich für eine Landung in der Hauptstadt Sofia entschieden, teilte das bulgarische Verkehrsministerium am Sonntag mit. Die Passagiere seien nach der Landung in Sicherheit gebracht worden.
An Bord hatten sich 51 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder befunden, wie Austrian Airlines der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Nach der sicheren Landung in Sofia sei etwa eine halbe Stunde nach der Bombendrohung eine Durchsuchung des Airbus A320 eingeleitet worden. Sobald diese abgeschlossen sei, würden die Passagiere schnellstmöglich auf alternative Flüge umgebucht, erklärte die Fluggesellschaft.
Nach Angaben von Flightradar24 war das Flugzeug gegen 21.10 Uhr in den rumänischen Luftraum eingetreten, bevor es nach Süden abdrehte und zurück in Richtung Bulgarien flog, um dann in Sofia zu landen. Laut der Flugdatenplattform ADS-B Exchange gab das Flugzeug zur gleichen Zeit ein Notsignal ab. Nach Angaben des bulgarischen Verkehrsministeriums schickte die Luftwaffe des Landes einen Kampfflieger vom Typ MiG-29 zur Begleitung der Linienmaschine los. Laut dem Verkehrsministerium wurde ein Krisenstab eingerichtet. Die zuständigen Behörden hätten eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.
Jet sendete versehentlich ein Notsignal
Ende vergangenen Monats hatte der Co-Pilot einer Flydubai-Maschine auf dem Flug von Dubai nach Tel Aviv den Flugkapitän der Maschine mit einer Rettungsaxt angegriffen. Passagiere konnten den Angreifer überwältigen, eine an Bord mitreisende zweite Cockpit-Crew landete die Maschine mit 166 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern sicher in Saudi-Arabien.
Anfang vergangener Woche hatte ein von der griechischen Insel Korfu kommendes Linienflugzeug versehentlich den Code 7500 gesendet, der auf eine Flugzeugentführung hinweist. Zudem war der Pilot zeitweise über Funk nicht erreichbar. Daraufhin begleiteten vorsorglich zwei Militärflugzeuge der Bundeswehr die Linienmaschine auf ihrem Weg zum Flughafen Nürnberg. Eine Überprüfung nach der sicheren Landung ergab laut Polizei keine Gefahr.
Erst schien es, als könne die Heldentat der Flydubai-Fluggäste Benjamin Netanyahu im Wahlkampf nutzen. Stattdessen offenbart das verhinderte Attentat erneut Lücken in Israels vermeintlich lückenloser Sicherheitsarchitektur. Mehr hier .