Temu, Shein: Billigpakete lassen sich durch aktuelle Zölle nicht stoppen
Seit dem 1. Juli erhebt die Europäische Union eine Zollgebühr in Höhe von drei Euro auf Warenlieferungen mit einem Wert von unter 150 Euro. Von November an wird zudem für Pakete mit billiger Onlineware in der EU eine Bearbeitungsgebühr fällig, deren Höhe die EU-Kommission noch festlegen muss. Genth rechnet mit zwei Euro Gebühr pro Paket.
Aus seiner Sicht insgesamt zu wenig. »Fünf Euro, mein Gott – da hätten wir uns deutlich mehr vorgestellt«, sagte Genth. Die Gebühr müsse zwar verhältnismäßig und mit den Regeln der Welthandelsorganisation vereinbar sein. »Sie können nicht 20 Euro für ein Produkt verlangen, das einen Euro wert ist.«
Für Deutschland gebe es noch keine Zahlen. Die Bundesrepublik sei für die Billiganbieter aber der wichtigste Markt in Europa. »Selbst wenn es ein Drittel weniger wäre, reden wir immer noch über Hunderttausende Pakete am Tag«, sagte Genth. »Wir treffen das Geschäftsmodell etwas, doch Shein und Temu stoppen wir so leider nicht.«
Seit Juli unterliegen Pakete mit einem Wert von bis zu 150 Euro einem pauschalen Zoll von drei Euro pro Produktkategorie. Das heißt, für drei in einem Paket versendete T-Shirts im Wert von 30 Euro werden insgesamt drei Euro Zoll fällig. Kommt etwa ein günstiges Kinderspielzeug dazu, werden drei weitere Euro Zollgebühr fällig, also insgesamt sechs Euro.
Für die Abgaben sind eigentlich die Verkäufer oder Importeure verantwortlich. Manche Händler reichen die Zollpauschale aber an Verbraucher weiter, die nun mehr zahlen müssen.
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