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Tennis: Auch Boris Becker übt Kritik an Zverev nach US-Open-Triumph

Sport

Tennis-Ikone Boris Becker lobt Alexander Zverev nach seinem Sieg bei den US Open, stimmt aber in einer Hinsicht auch in die Kritik der Gegner der deutschen Nummer eins mit ein.

"Einen Kritikpunkt habe ich bei Sascha Zverev, nur einen. Dieses ewige Balltippen beim zweiten Aufschlag, bitte", sagte der 58-Jährige im gemeinsamen Podcast mit Andrea Petkovic. "Man braucht dringend eine Regeländerung, wie lange der Spieler Zeit hat vor dem zweiten Aufschlag."

Zverev ließ den Ball bei den US Open sehr oft aufspringen, bevor er servierte. Vor dem zweiten Aufschlag gibt es dafür bislang keine Zeitbegrenzung. Beim ersten Aufschlag haben die Spieler 25 Sekunden, um den Ball ins Spiel zu bringen, nachdem die oder der Unparteiische den Spielstand angesagt hat.

"Ich wurde hektisch beim Kommentieren", schilderte Becker, der während der US Open als Experte für "Sporteurope.TV" im Einsatz war. "Ich dachte, wann fängt er denn an."

Zverevs US-Open-Gegner üben Kritik

Sowohl Zverevs unterlegener Halbfinalgegner Karen Chatschanow aus Russland als auch US-Kontrahent Ben Shelton nach dem Endspiel hatten sich über Zverevs Aufschlagmarotte beschwert.

"Ich denke, es sollte eine Regel geben", sagte Shelton. "Man sollte keine unbegrenzte Zeit haben. Ich denke, für unseren Sport ist es schwierig, so lange auf den nächsten Ballwechsel zu warten."

Sonst habe Zverev, der vor rund drei Monaten auch schon die French Open gewonnen hatte, in New York aber "alles ziemlich perfekt gemacht", lobte Becker. "Zwei Grand Slams in einem Jahr, das ist echt historisch."

Becker traut Zverev nun auch zu, ihm als zweiter Weltranglistenerster der deutschen Tennis-Historie nachzufolgen. Der 29-Jährige habe "eine Riesenchance" dieses Ziel noch in diesem Jahr zu erreichen.

Das findet Boris Becker "eine bodenlose Frechheit" bei Zverev

Wie Zverev an der aktuellen Nummer eins Jannik Sinner vorbeiziehen kann, ist hier erklärt. Zuletzt schmolz Zverevs Rückstand auf den Italiener von mehr als 5.000 auf 1.810 Punkte. In der Jahresrangliste liegt der Hamburger schon vorne. Sinner hat in den kommenden Turnieren deutlich mehr Punkte als Zverev zu verteidigen.

Kritischen Stimmen, die behaupten, Zverev habe die US Open nur gewonnen, weil Sinner gefehlt und Carlos Alcaraz nach langer Verletzung noch nicht bei 100 Prozent gewesen sei, trat Becker entgegen.

"Er kann immer nur den Gegner schlagen, gegen den er auf dem Platz antreten muss", sagte die Tennis-Legende. "Ich finde es eigentlich eine bodenlose Frechheit und eine unglaubliche Respektlosigkeit gegenüber seiner Leistung."

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