Tennis | US Open 2026: Karen Khachanov - Diese Wundertüte fordert Alexander Zverev
Dass sich dem bei den US Open topgesetzten Alexander Zverev auf dem Weg zum erhofften zweiten Grand-Slam-Titel im Halbfinale der Russe Karen Khachanov in den Weg stellt, ist eine echte Überraschung. Der 30-Jährige hatte vor Beginn des Majors in New York sogar eine negative Jahresbilanz. Dass Khachanov im Big Apple nun plötzlich brilliert, passt allerdings perfekt in die Vita der personifizierten Tennis-Wundertüte.
Das Jahr 2021 stellt eines der Highlights in der Karriere von Alexander Zverev dar. Der Hamburger gewann die Masters von Cincinnati und Madrid, siegte zum zweiten Mal in seiner Karriere bei den ATP-Finals und sicherte sich bei den aufgrund der Corona-Pandemie ins Jahr 2021 verschobenen Olympischen Spielen in Tokio die Goldmedaille. Ein Titel, der für Zverev enorme Bedeutung hat - und den er im Finale gegen Karen Khachanov errang.
Ein Umstand, der untermauert, dass für Zverevs Halbfinalgegner in New York die ganz große Bühne keineswegs Neuland ist. Allerdings scheint es beinahe unmöglich zu sein, vorherzusagen, wann der Routinier sein bestes Tennis auspackt. Oder um im Bild zu bleiben: Man weiß nie, ob Khachanovs Leistungen Broadway- oder Schultheater-Niveau haben werden.
Der einzig große Titel Khachanovs reicht schon bis ins Jahr 2018 zurück. Damals gewann er das Masters von Paris sowie zwei weitere ATP-Turniere und schrammte nur hauchdünn an der Qualifikation für die ATP-Finals vorbei. Seit diesem Zeitpunkt war der Russe zudem Dauergast in den Top 30. Im Juli 2019 erreichte er mit Rang acht seine beste Platzierung im ATP-Ranking, fiel aber rund drei Monate später wieder aus den Top 10.
Im Vorfeld der US Open lief gar nichts zusammen
Einzelne Highlights folgten allerdings beständig: 2019 stechen das Viertelfinale der French Open und das Halbfinale beim Kanada-Masters heraus, 2021 das Viertelfinale in Wimbledon und Olympia-Silber. 2022 erreichte Khachanov das Halbfinale der US Open, 2023 die Vorschlussrunde bei den Australian Open und das Halbfinale beim 1000er in Miami. 2024 ragt der Halbfinaleinzug beim Masters in Paris heraus, 2025 die Endspielteilnahme in Kanada und die Runde der letzten Acht in Wimbledon.
Bei den Grand Slams erreichte Khachanov auch 2026 vor den US Open immer die dritte Runde, wirklich viel lief ansonsten aber nicht zusammen. Mehr als zwei Matches in Serie konnte er ansonsten nur in Rom gewinnen, wo erst im Viertelfinale Schluss war. Demgegenüber stehen allerdings auch satte acht verlorene Auftaktpartien - drei davon im direkten Vorfeld der US Open.
Woher Khachanov angesichts dieser Serie das Selbstvertrauen genommen hat, Spieler wie den Weltranglistenvierten Felix Auger-Aliassime oder den hochgehandelten US-Youngster Learner Tien in New York in die Schranken zu weisen, weiß wohl nur der gebürtige Moskauer selbst.
Klar ist aber: Khachanov ist immer alles zuzutrauen - auch der erste Einzug in dein Grand-Slam-Finale?