Tennis | US Open: Alexander Zverev baut Rekord aus: Zitter-Match "extrem wichtig"
Den Start in die US Open 2026 hätte sich Alexander Zverev mit Sicherheit kräfteschonender gewünscht. Nach dem Ende seiner erfolgreichen Fünf-Satz-Schlacht gegen den Italiener Lorenzo Sonego konnte der Hamburger dem Tennis-Marathon aber dennoch erstaunlich gute Seiten abgewinnen. Ganz nebenbei baute er einen Rekord aus, auf den wohl kein Star der Szene wirklich heiß ist, bei dem Zverev aber dennoch nur Legenden überbietet.
Erst weit nach 2:00 Uhr Ortszeit konnte Alexander Zverev am Mittwoch das Ticket für die zweite Runde der US Open buchen. Der italienische Weltranglisten-89. Lorenzo Sonego rang dem Deutschen, der in New York erstmals in seiner Karriere die Setzliste bei einem Grand Slam anführt, zuvor alles ab.
Zverev konnte dem knappen 6:4, 3:6, 6:7, 7:5 und 6:4 aber dennoch Gutes abgewinnen: "Das", führte er nach seinem Sieg aus, "war ein Match, das ich gebraucht habe".
Nach Wimbledon "zu sehr entspannt"
Dass Sonego im vierten Satz zwischenzeitlich sogar nur zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt war, konnte die Laune des sichtlich erleichterten Hamburgers nicht trüben. Angesichts von zwei hoffentlich langen Grand-Slam-Wochen der wohl beste Umgang mit dem frühen Beinahe-K.o.
Statt zu hadern, blickte Zverev nach vorne. "Ich hoffe, dass ich jetzt weiter mein Level steigern kann nach diesem Spiel. Es ist auf jeden Fall Luft nach oben. Ich habe mehr Rückhände verschlagen als sonst." Grundsätzlich habe er allerdings "ein sehr gutes, aber intensives Jahr gehabt. Nach Wimbledon habe ich mich vielleicht ein bisschen zu sehr entspannt und es ist schwer, dann wieder reinzukommen", sagte der French-Open-Sieger und Finalist vom Rasenklassiker in London. "Deshalb war es extrem wichtig, so ein Match zu gewinnen."
Zverev toppt Tennis-Legenden
"So ein Match" ist für Zverev allerdings auch nichts vollkommen Ungewöhnliches: Im Gegenteil. Dem Statistikanbieter "Opta" zufolge ist Zverev der Spieler, der seit Einführung der Computer-Weltrangliste im Jahr 1973 die meisten Fünf-Satz-Matches in der ersten Woche eines Grand Slams bestritt. Gegen Sonego musste der 29-Jährige zum 17. Mal über die volle Distanz gehen. Ein Rekord, den ihm wohl so schnell niemand abknöpfen wird.
Die Spieler mit den meisten Fünfsatz-Matches in der ersten Woche eines Grand Slams:
RangSpielerLandAnzahl Fünfsatz-Matches1Alexander ZverevDeutschland172Pete SamprasUSA153Boris BeckerDeutschland134Ivan LendlUSA / Tschechoslowakei135Lleyton HewittAustralien11
Hinter Zverev folgen Pete Sampras (15 Fünf-Satz-Matches in Woche eins eines Majors/14 Grand-Slam-Titel), Boris Becker (13/6), Ivan Lendl (13/8) und Lleyton Hewitt (11/2). Allesamt ehemalige Weltranglistenführende und allesamt längst nicht mehr aktiv.
Zverev wird dennoch hoffen, dass er in Runde zwei gegen den Franzosen Quentin Halys einen Sieg feiern kann, ohne fünf Sätze spielen zu müssen.