Tesla meldet Gewinneinbruch, Elon Musk plant Fusion mit SpaceX
Elon Musk hat in dieser Woche für einen Paukenschlag gesorgt, als er ankündigte, dass SpaceX und Tesla, die beiden wichtigsten Unternehmen aus einem Imperium, eine Fusion prüfen. Einen Tag danach hat Tesla nun Quartalsergebnisse vorlegt. Der Autohersteller präsentierte sich dabei in schwacher finanzieller Verfassung, auch wenn die Zahlen etwas über den Erwartungen lagen. Der Umsatz stagnierte im Vergleich zum Vorjahr, der Nettogewinn fiel sogar deutlich.
Der Aktienkurs notierte im nachbörslichen Handel zunächst leicht im Plus, drehte dann aber ins Minus. Er hatte nach Musks Aussagen über eine mögliche Fusion schon im regulären Handel zugelegt. Die Tesla-Aktie kostet aber noch immer knapp 15 Prozent weniger als zu Jahresbeginn. Das Unternehmen wird insgesamt mit etwas mehr als 1,5 Billionen Dollar bewertet. SpaceX hat eine Marktkapitalisierung von fast 2,2 Billionen Dollar.
F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen
F.A.Z. bei Google bevorzugen
Tesla macht Batterien-Engpass verantwortlich
Tesla hatte schon Anfang Oktober gemeldet, im abgelaufenen Quartal knapp 487.000 Autos verkauft zu haben. Das waren zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Die Messlatte lag allerdings hoch. Vor einem Jahr profitierte das Geschäft davon, dass Steuergutschriften beim Kauf von Elektroautos in den USA vor dem Auslaufen waren.
In seinem jetzt vorgelegten ausführlichen Quartalsbericht machte das Unternehmen unter anderem einen Engpass bei Batterien dafür verantwortlich, dass die Verkaufszahlen nicht höher ausgefallen sind. Der Umsatz war im dritten Quartal mit 28,0 Milliarden Dollar fast unverändert, im reinen Autogeschäft fiel er sogar um drei Prozent. Der Nettogewinn stürzte wegen deutlich höherer Kosten um 43 Prozent auf 787 Millionen Dollar ab. Anders als im vorangegangenen Quartal wies Tesla diesmal aber wieder einen positiven Mittelzufluss (Cashflow) aus.
Musk versucht schon seit einiger Zeit, den Blick der Öffentlichkeit weg vom Geschäft mit gewöhnlichen Elektroautos zu lenken. Stattdessen hebt er Robotaxis und humanoide Roboter hervor, an denen Tesla arbeitet. Damit befindet sich das Unternehmen aber noch in einem frühen Stadium. Im vergangenen Jahr begann es seine ersten Tests mit Robotaxis, es handelte sich dabei um umgerüstete Varianten des Model Y. Erst vor wenigen Wochen brachte Tesla im texanischen Austin erstmals seine autonomen „Cybercabs“ auf die Straße. Diese Autos haben weder ein Lenkrad noch Pedale. Nach Angaben des Unternehmens sind mittlerweile 300 von ihnen in Austin unterwegs, und sie sollen bald auch in andere Städte kommen. Bislang werden die Cybercabs nur in einer Flotte von Robotaxis eingesetzt, aber Tesla will sie nach eigener Aussage noch in diesem Jahr an Kunden verkaufen.
Der humanoide Roboter Optimus ist noch in der Entwicklung. Musk sagte, Tesla habe hier noch einige Herausforderungen zu bewältigen und wolle dies bis Ende nächsten Jahres geschafft haben. Dann solle der Roboter auch erstmals an Kunden ausgeliefert werden.
Tesla hat im abgelaufenen Quartal auch mit der Produktion seiner Semi-Lastwagen begonnen. Und vor wenigen Tagen stellte das Unternehmen eine neue Version seines Sportwagens Roadster vor, der bei einer Demonstration durch die Luft flog. Viele Beobachter haben allerdings Zweifel angemeldet, ob dieses Auto tatsächlich auf den Markt kommen wird.
Musk verweist auf Synergien
In den vergangenen beiden Jahren musste Tesla jeweils Rückgänge bei seinen Verkaufszahlen hinnehmen. 2025 waren es etwas mehr als 1,6 Millionen Autos. Die schwache Entwicklung wurde unter anderem mit Musks politischem Aktivismus in Verbindung gebracht. Musk verspricht aber eine Wende. In einer Telefonkonferenz sagte er, Tesla nehme sich vor, bis 2030 die jährliche Produktionsmenge auf fünf Millionen Autos zu steigern.
Musk hat am Dienstag gesagt, sowohl SpaceX als auch Tesla hätten ein Gremium geformt, das einen Zusammenschluss prüfen soll. Bislang gebe es noch keine Einigung über etwaige Konditionen für eine solche Transaktion. Musk sagte, er halte einen Zusammenschluss für eine „gute Idee“, und er verwies auf Synergien zwischen den beiden Unternehmen.
Musks Äußerungen kamen anlässlich der Veröffentlichung von SpaceX-Geschäftszahlen. Anders als Tesla hat das Raumfahrtunternehmen rasantes Wachstum ausgewiesen. Es steigerte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 5,6 Milliarden auf 14,6 Milliarden Dollar. Anders als noch im vorangegangenen Quartal war es auch profitabel, der Nettogewinn betrug 4,4 Milliarden Dollar. Bei der Vorlage der Tesla-Zahlen wollte sich Musk nicht weiter zu den Fusionsplänen äußern.