Test: Das leistet das Starlink-Internet bei Lufthansa
Anfang des Jahres hatte Lufthansa angekündigt, für den Internet-Zugang an Bord von Flugzeugen den Provider zu wechseln. Neuer Partner - gleich für die gesamte Lufthansa Group - ist Starlink. Damit wollen die Fluggesellschaften ihren Kunden einen zeitgemäßen Zugriff auf das Internet anbieten - anders als beim bisherigen FlyNet-Angebot in hoher Geschwindigkeit, stabil und zuverlässig. Darüber hinaus ist die WLAN-Nutzung über das Starlink-Netz grundsätzlich kostenlos - nicht nur für Messaging, sondern generell.
Das neue Lufthansa-Internet im Test
Bild erstellt mit KI Erst vor wenigen Wochen hob die erste Lufthansa-Maschine mit dem neuen Internet-Zugang ab. Bis die gesamte Flugzeug-Flotte der Lufthansa Group mit Starlink ausgestattet ist, wird es noch zwei, drei Jahre dauern. Insofern war es purer Zufall - und Glück -, dass wir auf einem privaten Flug von Neapel nach Frankfurt am Main vor wenigen Tagen auf den neuen WLAN-Zugang zugreifen konnten. Auf dem Hinflug - zwei Wochen zuvor - war das Flugzeug noch mit dem altbekannten FlyNet ausgestattet.
Das "neue WLAN" zeigt sich nicht sofort
Während für FlyNet an jedem Sitzplatz im Flugzeug Werbung gemacht wurde (Hinweis mit QR-Code zum Einbuchen), sieht man von "Lufthansa Group Wi-Fi", wie sich das neue Angebot nennt, zunächst nichts. Bei der Begrüßung hatte die Flugbegleiterin aber darauf hingewiesen, dass der Dienst zur Verfügung stehe, neu sei und kostenlos genutzt werden könne.
Das WLAN-Netz ist direkt nach dem Einsteigen ins Flugzeug verfügbar
Foto: teltarif.de Der Internet-Zugang stünde zum Arbeiten und zur Unterhaltung bereit. Nicht erlaubt sind Telefonate (wobei sich dem Autor dieses Berichts nicht erschließt, worin der Unterschied zu einem Gespräch mit dem Sitznachbarn besteht). Auch Livestreams aus dem Flugzeug sind nicht gestattet. Das hatte Lufthansa bereits zum Start der Kooperation mit Starlink bekanntgegeben.
Datenverbindung von vor dem Start bis nach der Landung
Lufthansa Group Wi-Fi steht auch "am Boden" zur Verfügung, nicht - wie bei FlyNet - erst nach Erreichen der Reiseflughöhe. Das Einbuchen war problemlos möglich. Wer den Internet-Zugang nutzen möchte, benötigt noch eine Lufthansa Travel ID oder einen Miles & More Account. Diese Daten sollte man am besten schon vorab bereithalten. Nach dem Login waren wir sofort online. Wer diese Zugangsdaten noch nicht hat, kann diese auch an Bord neu erstellen.
Hinweis auf die kostenlose Nutzungsmöglichkeit
Screenshot: teltarif.de Wie sich im Test gezeigt hat, war "am Boden" nicht nur der WLAN-Zugang verfügbar. Dieser war auch schon mit einer Online-Verbindung ausgestattet. Vorbei sind somit die Zeiten, in denen man bei FlyNet regelmäßig nachschauen musste, ob die Datenverbindung endlich hergestellt wurde. Starlink stand während unseres Tests durchgehend von vor dem Start bis zum Verlassen des Flugzeugs nach der Landung zur Verfügung.
Breitband-Internet schneller als zuhause
Die weiteren Erfahrungen mit dem neuen Lufthansa Group Wi-Fi waren durchweg positiv. Echte Performance-Einbrüche gab es nicht. Stattdessen hatten wir stets zwischen 300 und 500 MBit/s im Downstream sowie zwischen 30 und 40 MBit/s im Upstream zur Verfügung. Das dürfte mehr sein als die meisten Kunden im heimischen Festnetz nutzen können.
Schneller Internet-Zugang mit guten Reaktionszeiten
Screenshot: teltarif.de Beachtlich waren im Test auch die Ansprechzeiten. Diese lagen bei 40 Millisekunden. Das ist aufgrund der Entfernung zu den Satelliten etwas mehr als über DSL, Kabel oder Glasfaser, aber noch im Bereich, den wir zum Beispiel von LTE im Mobilfunknetz kennen. In der Praxis spielte diese Verzögerung keine Rolle. Der Seitenaufbau war rasant und die Performance war generell beeindruckend, erst recht unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Dienst über Satellit realisiert und im Flugzeug genutzt wird.
Chatten, surfen, streamen
Wie wir im Laufe des Tests festgestellt haben, erhielten wir eine deutsche IP-Adresse. Verfügbar war nur IPv4, für IPv6 zeigte die Seite wieistmeineip.de ein "nicht vorhanden" an. Das machte sich bei der Internet-Nutzung nicht negativ bemerkbar, erstaunte bei einem gerade erst gestarteten Online-Dienst aber doch.
Keine IPv6-Adresse verfügbar
Screenshot: teltarif.de Wir haben den Internet-Zugang in luftiger Höhe mit einem Samsung Galaxy S26 Ultra genutzt. Dabei kamen unterschiedliche Dienste zum Einsatz. So haben wir über WhatsApp und Telegram gechattet, über die Aqua-Mail-App E-Mails ausgetauscht und mit dem Chrome-Browser von Google im Internet gesurft. Über Sky Sport haben wir eine Bundesliga-Partie verfolgt.
Video-Streaming im Flugzeug
Screenshot: teltarif.de Anders als bei FlyNet hatten wir stets einen qualitativ hochwertigen Internet-Zugang zur Verfügung. Die Daten flossen jederzeit zuverlässig und selbst beim Video-Streaming leistete sich das Lufthansa Group Wi-Fi keine Schwäche. Es kam zu keinerlei Aussetzern. Das gleiche galt für das - freilich deutlich weniger datenhungrige - Radio-Streaming mit Tunein. Bei letzterem konnten wir übrigens auch alle Programme der ARD-Anstalten nutzen, was über Aggregatoren seit Anfang Oktober nur noch dann möglich ist, wenn man über einen Internet-Zugang mit deutscher IP-Adresse verfügt.
Fazit: Quantensprung für den Internet-Zugang im Flugzeug
Der Autor dieses Berichts hat zwar auch FlyNet regelmäßig genutzt, sich aber regelmäßig über langsame und unzuverlässige Datenverbindungen geärgert. Das auf die Starlink-Infrastruktur zurückgreifende Lufthansa Group Wi-Fi ist das genaue Gegenteil. Die Nutzer haben während der gesamten Zeit an Bord einen Breitband-Internet-Zugang zur Verfügung, der stets schnell und zuverlässig funktioniert. Wenn die Technik flächendeckend installiert ist, muss man definitiv keine Netflix-Inhalte mehr vor der Reise herunterladen. Das Streaming klappt auch direkt im Flieger - und das sogar kostenlos.