Test vor Damp: Bundeswehr will ausgemusterte Fregatte angreifen
Stand: 06.10.2026 08:16 Uhr
Die Bundeswehr will für einen Versuch eine ausgemusterte Fregatte in der Ostsee angreifen. Mit den Ergebnissen sollen Kriegsschiffe künftig sicherer gebaut werden. Anwohner müssen aber keinen Lärm befürchten.
An der Ostseeküste vor Schönhagen und Damp, beide im Kreis Rendsburg-Eckernförde, will die Bundeswehr heute Mittag einen Sprengversuch an der ausgemusterten Fregatte "Karlsruhe" durchführen. Sie will damit nach eigenen Angaben herausfinden, wie sich Explosionen auf Schiff und Besatzung auswirken.
Test soll realistische Angriffe simulieren
Der Versuch soll laut Bundeswehr zwischen 13 und 14 Uhr stattfinden. Dabei soll den Angaben zufolge unter der "Karlsruhe" kiloweise Sprengstoff explodieren. So könne zum Beispiel der realistische Angriff mit einem Torpedo oder einer Unterwasserdrohne aussehen, erklärte ein Sprecher der Bundeswehr. Die Explosion werde genau gemessen und beobachtet.
An Bord der ausgemusterten Fregatte sind dafür demnach viele Sensoren installiert worden, unter anderem im Motorraum. Auch Crashtest-Dummies befinden sich auf der "Karlsruhe".
Ziel der Bundeswehr: Kriegsschiffe noch sicherer machen
Mit dem Sprengversuch will die Bundeswehr unter realen Bedingungen herausfinden, welche Schäden solche Angriffe am Schiff verursachen und welche Auswirkungen es auf die Besatzung gibt. Ziel des Versuchs sei es, diese Daten für den Bau zukünftiger Kriegsschiffe zu nutzen, so ein Sprecher.
Anwohner müssen keinen Lärm fürchten
Die Bundeswehr richtet für diese Übung einen sogenannten Blasenschleier ein, also eine Art akustische Schallschutzwand unter Wasser. Die soll die Druckwelle abmildern und Tiere schützen.
Anwohner müssen sich wohl keine Sorgen wegen des Lärms machen: An Land wird man laut Bundeswehr von der Detonation kaum etwas hören. Und bis auf ein paar Sicherungsboote sei auch nicht viel zu sehen. Einen weiteren Sprengversuch soll es dann in dieser oder in der kommenden Woche geben.