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Teufelsrad auf der Wiesn: Oktoberfest-Attraktion droht mit Gefängnisstrafe

Nation

Schockierende Vorfälle

Wiesn-Attraktion droht mit Gefängnisstrafe

Aktualisiert am 25.09.2026 - 08:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Wiesn-Attraktion "Teufelsrad" fällt auch in diesem Jahr auf. Offenbar kursieren zahlreiche Videos im Netz. Die Betreiber reagieren mit einer deutlichen Warnung.

Die Spanner-Vorfälle der vergangenen Jahre haben die "Teufelsrad"-Betreiberin wohl zu einer verschärften Maßnahme gezwungen: Am Eingang des "Teufelsrads", bei dem Besucher auf einer rotierenden Platte das Gleichgewicht halten müssen, bleibt es dieses Jahr nicht bei einer Bitte, sich zurückzuhalten.

Ein Schild neben dem Kassenbereich droht Besuchern zudem explizit, dass das sogenannte Upskirting mit einer Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren enden könne. Die Zettel tragen die Überschriften "Sei fair und respektvoll!" und "Sei aufmerksam und solidarisch!". Darauf steht: "Videos und Stills von anderen Personen ohne deren Erlaubnis, insbesondere das Stellen ins Internet, sind bei uns verboten. Das verletzt u. a. das Recht am eigenen Bild und ist eine Straftat (z. B. nach § 201a StGB)."

Den Wortlaut auf den informierenden Schildern neben der Kasse habe die Stadt München vorgegeben, sagte Betreiberin Elisabeth Polaczy der Münchner Lokalredaktion von t-online vor zwei Jahren. Diese Schilder gibt es in der Form schon seit 2024, dazugekommen ist offenbar ein Plakat der Oktoberfest-Veranstalter und des Polizeipräsidiums München: Es warnt auf Deutsch und Englisch: "Upskirting ist eine Straftat!" Die Montage zeigt eine ein Smartphone-haltende Hand vor einem Dirndl-Rock.

Im Video | Das macht der "schönste Mann der Wiesn" heute

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"Teufelsrad" auf der Wiesn: Betreiber drohen mit Gefängnisstrafe

Schon in den vergangenen Jahren hatte die Betreiberin angekündigt, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen, wenn sie von unerlaubten Aufnahmen erfährt oder Beschwerden darüber erhält. Besucher werden auch in diesem Jahr außerdem gebeten, auf andere zu achten und das Team anzusprechen, wenn Hilfe gebraucht wird.

Am Freitag hatte die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet, dass in den Sozialen Medien zehntausende mutmaßlich illegale intime Videos von teils entblößten Oktoberfest-Besucherinnen aufgetaucht waren – alle am "Teufelsrad" aufgenommen.

Zehntausende "Teufelsrad"-Videos kursieren im Netz

Ein Doktorand für digitale Innovation an der Hochschule Neu-Ulm war bei Datenauswertungen zufällig darauf gestoßen. Auf einem anonymen für Recherchezwecke angelegten Account seien ihm die Videos plötzlich angezeigt worden. Bei einer größeren Recherche fand er nach eigenen Angaben 32.000 "Teufelsrad"-Videos bei Facebook sowie Tausende weitere bei YouTube und TikTok.

Teils werben die dortigen Accounts mit diesen Inhalten für kostenpflichtige Abonnements, einige hätten mehr als 100.000 Follower. Die meisten hätten ihren offiziellen Sitz in asiatischen Ländern, wer dahintersteckt, lasse sich nicht nachvollziehen.

Das sagt das Gesetz

Nach Paragraf 184k Strafgesetzbuch sind unbefugte Aufnahmen von Genitalien, Gesäß, weiblicher Brust oder der diese Körperteile bedeckenden Unterwäsche strafbar, wenn diese Bereiche vor Blicken geschützt sind. Auch das Verwenden und Weitergeben kann strafbar sein. Es drohen eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe.

Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) verurteilte das Upskirting im Interview mit "web.de" deutlich: "Die Neigung von manchen Zeitgenossen, Frauen mit dem Handy unter die Röcke zu filmen und das dann auf Social Media zu posten, geht gar nicht, das ist eine Sauerei." Als Gegenmaßnahme seien bereits im vergangenen Jahr kostenlose Radlerhosen ausgegeben worden. Zugleich betonte er, das Teufelsrad gehöre zu den Wiesn-Klassikern und sei ein "charmantes Fahrgeschäft".

Verwendete Quellen

Reporter vor Ort

Eigene Berichterstattung

sueddeutsche.de "Zehntausende Upskirting-Videos von Oktoberfest-Besucherinnen aufgetaucht" (kostenpflichtig)

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

Quellen anzeigen

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