"The Voice"-Kandidatin verweigert Song
Selten sorgt die Songauswahl bei "The Voice of Germany" für so viel Diskussion. Weil Jessica Paulo "Ave Maria" nicht singen wollte, geriet das geplante Battle ins Wanken. Am Ende musste Shirin David einen Sonderweg finden.
Bei "The Voice of Germany" hat eine Kandidatin in den Battles einen Song aus religiösen Gründen abgelehnt. Jessica Paulo (20) weigerte sich, gemeinsam mit Tenor Hank (46) "Ave Maria" zu singen. Das zeigte die Folge vom Freitagabend, die in Sat.1 lief und auch bei Joyn verfügbar ist. Coach Shirin David (31) musste daraufhin improvisieren.
Für die Rapperin war es eine Premiere. "So ein Coaching habe ich auch noch nicht erlebt bei 'The Voice of Germany' in meinen drei Staffeln", sagte sie. Dabei schien ihre Songwahl gut durchdacht: Hank ist klassischer Sänger, Jessica Paulo singt gerne christliche Lieder.
"Wir beten Maria nicht an"
Genau daran entzündete sich der Konflikt. "Dieser Song ist ein katholischer Song. Ich bin evangelisch", stellte Jessica klar. Ihrem Duettpartner erklärte sie: "Dieser Song geht direkt an Maria. Es ist ein Gebet zu ihr. Wir beten Maria nicht an. Ich bete nur Jesus Christus an." Einen weltlichen Titel lehnte die 20-Jährige allerdings ebenso ab. "Ich fände es am schönsten, wenn wir ein Lied finden könnten, in dem es einfach grundsätzlich um Gott geht", sagte sie.
Hank gab sich damit nicht zufrieden. "Ich will einfach nur Musiker sein und kein Prediger", entgegnete er. Der Musiker wolle nicht über seinen Glauben singen, das sei etwas sehr Persönliches für ihn. Eigentlich hatte er sich auf die Zusammenarbeit mit der Popsängerin gefreut, nun sah er sich "in einer ausweglosen Situation".
Shirin David erfuhr erst beim ersten Coaching von dem Streit. "Das ist eine vollkommen neue Situation für mich. Ich muss mich jetzt erst mal sortieren", sagte sie. Dazu kam der Zeitdruck: "Die Battles sind in ein paar Tagen. Und ich kann mein Team nicht mehr umstellen."
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Zwei Auftritte statt eines Duetts
Die Rapperin entschied sich dafür, Hank und Jessica Paulo nicht im Duett, sondern nacheinander antreten zu lassen. Er sang schließlich "The Sound of Silence" von Simon & Garfunkel, sie "Gratitude" von Brandon Lake (36).
Bei den Kollegen stieß die Sonderregel auf wenig Verständnis. "Ich finde es nicht okay", sagte Michi Beck (58) von den Fantastischen Vier. Es habe schon Battles gegeben, bei denen sich einer nicht wohlgefühlt habe, dann habe man eben einen anderen Song finden müssen. Nico Santos bedauerte, dass der Glaube die beiden Talente getrennt statt zusammengebracht habe.
Für Hank und Jessica Paulo zahlte sich der Sonderweg trotzdem aus. Sie durften beide in die nächste Runde. (paf/spot/bearbeitet von amb) © 1&1 Mail & Media/spot on news