Thomas Bareiß: CDU-Politiker kündigt nach Autounfall Auszeit an
Synthetische Drogen in "relevanter Menge" Ermittlungen nach Autounfall: CDU-Mann kündigt Auszeit an Von dpa Aktualisiert am 05.08.2026 - 14:42 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Nach einem Autounfall ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den CDU-Politiker Thomas Bareiß. Nun hat der Bundestagsabgeordnete eine persönliche Erklärung abgegeben. Nach einem schweren Autounfall und unter dem Druck der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft kündigt der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß eine Auszeit an, zieht parteipolitische Konsequenzen und bittet um Entschuldigung. "Ich habe in der vergangenen Zeit Entscheidungen getroffen, die ich sehr bereue und die die an mich zu Recht gestellten Ansprüche nicht erfüllen", heißt es in der Erklärung, die der 51-Jährige über seinen Anwalt verbreiten ließ. Er wolle die sitzungsfreie Zeit des Bundestages für eine Auszeit nutzen und sich intensiv seiner Gesundheit widmen, kündigte Bareiß weiter an. Er will demnach zudem sein Amt als Bezirksvorsitzender der CDU Württemberg-Hohenzollern ruhen lassen und nicht erneut zur Wahl antreten. Zuvor hatte Bareiß seinen Führerschein abgeben müssen. Wie die Staatsanwaltschaft Hechingen mitteilte, suchten Polizeibeamte Bareiß am Freitag auf, um seinen Führerschein sicherzustellen. Es habe bei der Übergabe des Dokuments keine Probleme gegeben, sagte ein Behördensprecher. Mehrere Verletzte bei Unfall Die Staatsanwaltschaft ermittelt den Angaben zufolge wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung und der fahrlässigen Körperverletzung. Der Verdacht beruht vor allem auf dem Ergebnis einer Blutanalyse. "Vor deren Hintergrund besteht der Verdacht, dass der Beschuldigte den Verkehrsunfall verursacht hat und dabei nicht unter Alkoholeinfluss, jedoch unter dem Einfluss eines synthetischen Betäubungsmittels stand", so der Sprecher. Zur Frage, um welche Substanz es sich genau handelt, wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Diese habe sich aber in einer "relevanten Menge" im Blut des Politikers befunden. Die synthetische Substanz unterliege dem Betäubungsmittelgesetz. Sie stehe nicht im Zusammenhang mit einem Medikament. Bareiß war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. An dem Unfall am 12. Juli auf der B27 zwischen Hechingen und Balingen waren nach Polizeiangaben zwei Fahrzeuge beteiligt. Ein 51-Jähriger, wohl Bareiß, der mit seinem Wagen auf der linken Spur fuhr, kollidierte mit einem Auto auf der rechten Spur. Der Wagen des Mannes habe sich überschlagen, und der Fahrer sei schwer verletzt in ein Krankenhaus gekommen. Die Polizei hatte zunächst keine Angaben zur Identität des Fahrers gemacht. Der 50-jährige Fahrer des anderen Autos und seine beiden Mitfahrerinnen im Alter von 40 und 47 Jahren wurden laut Polizei ebenfalls verletzt und kamen ins Krankenhaus. Seit mehr als 20 Jahren im Bundestag Der "Schwäbischen Zeitung" sagte Bareiß zuletzt, er erinnere sich nicht an den Unfall. "Ich habe noch das Bild im Hinterkopf, wie ich kopfüber den Feuerwehrmann sehe, der mich aus dem Auto rausgezogen hat", sagte er demnach. Bareiß gehört seit 2005 dem Bundestag an und vertritt dort den Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen. Der 51-jährige Diplom-Betriebswirt war von 2018 bis 2021 Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und Tourismus- und Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung. In dieser Legislaturperiode ist Bareiß Mitglied im Haushaltsausschuss.