Thomas Piketty: "Wir müssen weder nach Peking noch nach San Francisco blicken"
Artikelzusammenfassung Thomas Piketty entwirft eine globale Klima- und Gerechtigkeitsagenda. Im Interview verteidigt der Starökonom seinen »Global Justice Report« als realistische Utopie gegen den fossil befeuerten Technonationalismus à la Trump und skizziert eine neue Weltordnung, in der höhere Löhne, Dreitagewoche, weniger Konsum und ein Umbau des Energiesystems kein Wolkenkuckucksheim, sondern die nüchterne Antwort auf Erhitzung, Ungleichheit und geopolitischen Stress sein sollen. Historisch argumentiert er mit dem alten Fortschritts-Plot von Wohlfahrtsstaat und Steuerstaat, politisch setzt er auf globale Vermögensteuern, einen demokratisch kontrollierten Staatsfonds und sogar eine UN-Zentralbank mit neuer Leitwährung, um Kapitalströme aus der Milliardärs-Sphäre in Infrastruktur, Erneuerbare und öffentliche Güter umzuleiten. Nebenbei zerlegt Piketty den KI-Hype als Ungleichheitsbooster mit gigantischem Ressourcenhunger, attackiert die Besitzlogik der Tech-Eliten und liest den Aufstieg der Rechten als Spätfolge eines neoliberalen Diskurses, der soziale Fragen aus dem Feed gedrängt und Identitätspolitik zur Endlosschleife gemacht hat. Am Ende landet der Blick bei Europa: nicht als müder Sidekick zwischen Washington und Shenzhen, sondern als potenzielles Labor für Bildung, Klima und demokratische Investitionspolitik – vorausgesetzt, der Kontinent beendet sein ewiges Misstrauens-Abo. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.