Thunderbird: Neue ESR-Version mit Exchange-Support
Inhaltsverzeichnis Mit Thunderbird 153 „Meadow“ erscheint eine neue ESR-Version des E-Mail-Clients. Die Open-Source-Anwendung erhält einen neu gestalteten Einrichtungsdialog für Konten, eine native Anbindung an Microsoft Exchange per Exchange Web Services sowie mehr Funktionen in Systembenachrichtigungen. Weiterlesen nach der Anzeige Thunderbird erkennt beim Anlegen eines E-Mail-Kontos künftig automatisch verfügbare Protokolle, Kalender und Adressbücher. Außerdem übernimmt der Client auf Wunsch die Akzentfarbe des Betriebssystems. Die Version 153 baut auf Thunderbird 140 ESR auf und bündelt zudem Funktionen, die zuvor schrittweise im monatlichen Release-Kanal erschienen sind. Konten, Kalender und Adressbücher zentral einrichten Der neue „Account Hub“ soll die Ersteinrichtung von Thunderbird vereinfachen. Er nutzt Autodiscover-Verfahren und eine automatische Protokollerkennung, um die nötigen Server- und Zugangsdaten für das Konto zu ermitteln. Für Nutzer soll so in der Regel die manuelle Eingabe von IMAP-, SMTP- oder CalDAV-Parametern wegfallen – vorausgesetzt, der jeweilige Anbieter stellt die Informationen bereit. Über denselben Dialog lassen sich nun auch lokale und serverbasierte Adressbücher einrichten. Thunderbird durchsucht dazu bestehende E-Mail-Konten nach verfügbaren, aber noch nicht konfigurierten Adressbüchern. Für OAuth-Anmeldungen öffnet Thunderbird künftig den Standardbrowser. Das Verfahren trennt Passwortabfrage und E-Mail-Client: Nutzer authentifizieren sich beim jeweiligen Anbieter im Browser, Thunderbird erhält anschließend ein Zugriffstoken statt des eigentlichen Passworts. Mehrfaktor-Anmeldung und gegebenenfalls bestehende Anmeldesitzungen beim Anbieter bleiben dabei nutzbar. Native Exchange-Unterstützung per EWS Neu ist die native Unterstützung für Microsoft Exchange über Exchange Web Services (EWS). Exchange-Konten lassen sich damit ohne Erweiterung in Thunderbird einrichten, um E-Mails abzurufen, zu verfassen und zu verwalten. Weiterlesen nach der Anzeige Die Unterstützung für Microsoft Graph ist bereits eingebaut, aber noch standardmäßig deaktiviert. Microsoft Graph ist die neuere API-Plattform des Herstellers und soll in Thunderbird später auch Kalender und Adressbücher von Exchange-Konten integrieren. Eine vollständige Unterstützung peilt das Projekt noch für dieses Jahr an. Aktionen in Benachrichtigungen Systembenachrichtigungen erhalten direkte Aktionen: Anwender können neu eingetroffene Nachrichten unter anderem als gelesen markieren, löschen oder als Spam kennzeichnen, ohne extra das Thunderbird-Fenster in den Vordergrund zu holen. Je nach Betriebssystem stehen dabei unterschiedliche Aktionen bereit. Hinzu kommen Verbesserungen bei der Ordnersortierung sowie zahlreiche Bugfixes und Performance-Optimierungen. Nutzer mit einem Thundermail-Konto können sich im neuen Kontenassistenten außerdem per Ein-Klick-Anmeldung authentifizieren. Alle Informationen zu den neuen Funktionen finden sich in der Ankündigung des Release. Einführung erfolgt schrittweise Thunderbird 153.0 steht für Windows, Linux und macOS als Extended Support Release bereit. Automatische Updates verteilt das Projekt jedoch stufenweise, um mögliche Probleme nach der breiten Veröffentlichung frühzeitig zu erkennen. Ein manuelles Upgrade lässt sich über „Hilfe/Über Thunderbird“ anstoßen. Nutzer der Snap- oder Flatpak-Pakete unter Linux müssen laut Ankündigung noch einige Wochen auf die neue Version warten. Auch die Bereitstellung über den Microsoft Store soll später folgen. Wer neue Funktionen nicht nur mit den jährlichen ESR-Ausgaben erhalten möchte, kann auf den monatlichen Thunderbird-Release-Kanal wechseln.