Thüringen: Mario Voigt scheitert mit Einspruch gegen Entzug des Doktortitels
Die Technische Universität Chemnitz bleibt bei ihrer Entscheidung, Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt den Doktortitel zu entziehen. Ein Widerspruch des CDU-Politikers gegen die Aberkennung sei vom Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz zurückgewiesen worden, teilte ein Sprecher der Universität auf Anfrage mit. Ein Anwalt Voigts teilte mit, dass die Entscheidung der TU Chemnitz nicht überraschend sei. »Nach rechtlicher Prüfung werden wir Klage erheben«, sagte er. »Die Entscheidung wirft aus unserer Sicht erhebliche rechtliche Fragen auf – insbesondere zum Bewertungsmaßstab und zur Verhältnismäßigkeit.« Es sei ein einmaliger Vorgang, dass eine Universität einen Doktortitel aberkenne, nachdem ein »externer, neutraler Gutachter die Voraussetzungen für einen Entzug verneint hat«, sagte sein Anwalt weiter. Landesregierung stellt sich hinter Voigt Die Thüringer Landesregierung stellte sich derweil hinter ihren Ministerpräsidenten. Sie sei von der Zurückweisung des Einspruchs nicht überrascht, sagte Sozialministerin Katharina Schenk (SPD). Jedoch sei für die Regierung allein relevant, ob man vertrauensvoll zusammenarbeiten könne. Umweltminister Tilo Kummer (BSW) sagte, man werde das Ergebnis der angekündigten Klage Voigts abwarten. Die Regierungsfähigkeit sei allerdings auch im Falle einer Aberkennung des Doktortitels nicht beeinträchtigt. Voigt wird vorgeworfen, in seiner Dissertation unsauber gearbeitet zu haben. Die ersten Plagiatsvorwürfe waren kurz vor der Landtagswahl 2024 aufgekommen. Diesen Mai legte der Plagiatsprüfer Stefan Weber im Auftrag der Thüringer AfD ein weiteres Gutachten mit neuen Plagiatsvorwürfen vor. Die Partei setzt Voigt wegen der Vorwürfe immer wieder politisch unter Druck. Anfang Februar stellte sie ein konstruktives Misstrauensvotum gegen den Ministerpräsidenten, scheiterte jedoch.