DAX -0,94 % 26.091,33 Pkt 18:00:00 MDAX -1,65 % 31.822,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,37 % 6.444,46 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,01 % 53.463,05 Pkt 22:38:37 S&P 500 -0,48 % 7.707,98 Pkt 22:38:31 Nasdaq -1,18 % 26.331,09 Pkt 23:15:59 Nikkei +1,17 % 66.093,97 Pkt 06:37:25 Gold +1,25 % 4.545,30 USD 06:42:19 Silber +2,03 % 67,07 USD 06:41:12 Brent +0,27 % 91,87 USD 06:40:26 WTI -1,44 % 84,59 USD 06:42:17 Bitcoin +0,20 % 69.430,07 USD 06:52:23 EUR/USD +0,87 % 1,16800 USD 06:51:54 EUR/GBP +0,30 % 0,85780 GBP 06:52:24 EUR/CHF -0,66 % 0,93400 CHF 06:52:24 EUR/JPY +0,23 % 185,113 JPY 06:52:20

Timo Glock über Mick: Stadtkurs-Probleme erklärbar, Oval-Form "sehr gut"

Sport

(Motorsport-Total.com) - Mick Schumacher erlebt in seiner ersten IndyCar-Saison Höhen und Tiefen. Auf den Ovalen präsentiert sich der Rookie aus Deutschland stark und fuhr insbesondere in Nashville über den Erwartungen. Mit P8 hat er dort Mitte Juli das mit Abstand beste Ergebnis seiner noch jungen IndyCar-Karriere eingefahren. Nach bislang 14 Rennen in der nordamerikanischen Top-Formelserie ist P8 aus Nashville Schumachers einziges Top-10-Ergebnis. Auf den zahlreichen Rundkursen im Kalender tut sich Schumacher trotz seiner immensen Rundstreckenerfahrung schwer. Sein bislang bestes Ergebnis auf einer permanenten Rundstrecke ist P16 von Anfang August in Portland. Sein bislang bestes Ergebnis auf einem Stadtkurs datiert mit P17 von Mitte April in Long Beach. Bessere Ergebnisse lagen für Schumacher im Verlauf seiner ersten IndyCar-Saison durchaus in Reichweite, aber aus unterschiedlichen Gründen hat er diese nicht erreicht. Mal lag es am Team, mal an ihm selber. Am vergangenen Wochenende auf dem Stadtkurs in Markham, wo er über das gesamte Wochenende hinweg seine bislang stärkste Performance abseits eines Ovals gezeigt hat, schied er im Rennen an achter Stelle fahrend mit Unfall aus. Schumachers Verbleib in der IndyCar-Serie über 2026 hinaus ist noch nicht bestätigt. Für 2027 verfügt er auf dem Papier über Optionen bei mehreren Teams. Allerdings ist für ihn die aussichtsreichste dieser Optionen - das Cockpit bei Meyer Shank Racing als Teamkollege seines ehemaligen Formel-3-Teamkollegen Marcus Armstrong - durch neueste Entwicklungen nicht gerade sicherer geworden. Seine Rookie-Saison als IndyCar-Pilot, die bestreitet Mick Schumacher für Rahal Letterman Lanigan Racing, das Team von Bobby Rahal, David Letterman und Mike Lanigan. Dass sich Schumacher gerade auf Stadtkursen - und dort insbesondere auf den seit Jahren im IndyCar-Kalender befindlichen - schwertut, das ist für Timo Glock keine allzu große Überraschung. Aus eigener Erfahrung: Glock kann sich in Schumacher hineinversetzen Glock fuhr einst selber ein Jahr in den USA. In seinem Fall war es die Saison 2005 in der damaligen ChampCar-Serie, der Nachfolgerserie von CART. Im Anschluss an die Saison 2007 ging ChampCar als eigene Rennserie bankrott und ist zur Saison 2008 mit der damaligen Indy Racing League (IRL) zur heutigen IndyCar-Serie zusammengewachsen. Der ChampCar-Kalender 2005 umfasste 13 Rennen: sechs auf Stadtkursen, drei auf Naturrennstrecken, zwei auf Flugplatzkursen und zwei auf Ovalen. Glock, der heutzutage in der DTM fährt, kann sich in die Lage von Mick Schumacher in der IndyCar-Saison 2026 gut hineinversetzen. "Es gab noch keinen, der da rüber kam in den letzten Jahren und sofort vorne dabei war. Du brauchst einfach dein Jahr, um reinzukommen, um das zu verstehen, um diese Stadtkurs-Thematik zu verstehen", sagt Glock in der aktuellen Podcast-Ausgabe von Starting Grid. In Erinnerung an seine ChampCar-Saison 2005 sagt Glock: "Ich war eben auch in einem Team, Rocketsports hieß es damals, das nicht diese finanziellen Mittel hatte wie es Newman/Haas oder wie es Forsythe hatte. Die haben halt so viel Geld investieren können in Dämpferprogramme." Stadtkurs-Probleme erkläarbar, Lob für Oval-Performance "Was den Dämpfer angeht, das war ein großes Thema, was natürlich essentiell ist auf Stadtkursen. Und ich glaube, da ist das Team Rahal um Mick eben noch nicht auf dem Niveau der Topteams. Und dann kannst du dich im Kreise drehen. Du wirst nicht an diese Zeiten herankommen", so Glock. Gleichzeitig merkt der 44-jährige Deutsche an: "Anscheinend ist Rahal als Team auf Ovalen gut aufgestellt, was die Grundbasis angeht. Ich weiß, ich bin zwar nur zwei Ovalrennen gefahren (Milwaukee und Las Vegas; Anm. d. Red.). Aber das ist ja ein völlig anderes Autofahren. Da brauchst du ein sehr, sehr spezielles Gefühl. Du musst genau merken, was kannst du dem Auto zumuten, was nicht." "Und jeder kleine Fehler, gehst du zwei km/h zu schnell in die Kurve, liegst du in der Mauer. Also das sind schon Themen, wo es sehr, sehr auf das Gefühl ankommt. Und da zeigt er ja einfach wirklich sehr, sehr gute Leistungen", so Glock über Schumacher. Was Glock im bisherigen Verlauf von Schumachers Rookie-Saison ebenfalls aufgefallen ist: "Er ist auch das eine oder andere Mal oder mehr oder öfter mal vom Pech verfolgt gewesen, was jetzt, keine Ahnung, bei der Strategie oder mal beim Boxenstopp irgendwas schiefgegangen ist. Da waren ja schon auch bessere Resultate in der Luft, die einfach verhindert wurden durch technische Probleme." "Deswegen", so Glocks Zwischenfazit über Schumacher als IndyCar-Pilot, "sehe ihn da komplett im absoluten Soll. Er macht da einen sehr guten Job. Und die Stimmung da drüben, egal mit wem du gesprochen hast, war sehr, sehr positiv, was seine Art, seine Arbeitsmoral, sein Rennfahren angeht. Also das war schon sehr positiv". Anlässlich des zweitägigen Vortests zum Indy 500, der auf dem Indianapolis Motor Speedway in diesem Jahr Ende April über die Bühne ging, war Glock als interessierter Beobachter des Rahal-Teams rund um Mick Schumacher, Graham Rahal, Louis Foster und Schumachers Fahrercoach Ryan Briscoe vor Ort. In der IndyCar-Gesamtwertung 2026 belegt Mick Schumacher nach 14 von 18 Rennen seiner Rookie-Saison den 24. Tabellenplatz. Damit ist er aktuell Vorletzter in Reihen der 25 Stammpiloten. Einzig Sting Ray Robb, der für Juncos Hollinger Racing fährt, hat im bisherigen Saisonverlauf noch einen Punkt weniger gesammelt als Schumacher. Glaubt Glock, dass Schumacher in der IndyCar-Serie eine Zukunft hat? "Grundsätzlich ist das momentan ein sehr guter Platz für ihn, um sich zu entwickeln", so Glock. Was ihm bei seinem Vor-Ort-Besuch in Indianapolis aufgefallen ist: "Körperlich hat er einen Riesenschub gemacht. Das brauchst du auch da drüben, weil das tut schon weh, was die Stadtkurse angeht. Rein von der körperlichen Thematik her, hat er viel Muskeln draufgepackt." Der aktuelle DTM-Fahrer und ehemalige Formel-1- und ChampCar-Pilot attestiert Schumacher in dessen erster Saison in den USA einen "sehr klaren Gang, sehr locker, sehr offen". Ganz anders, als er ihn in dessen zwei Formel-1-Jahren bei Haas (2021 und 2022) wahrgenommen hat: "Zu seiner Formel-1-Zeit, da war natürlich ein bisschen ins kalte Wasser geworfen worden. Sobald er einen Fehler gemacht hat, wurde kurz draufgehauen." In diesem Zusammenhang nennt Glock sowohl den damaligen Haas-Teamchef Günther Steiner als auch die Medien, "die dann direkt draufgehauen haben" und das Gefühl produziert hätten, "er durfte keine Fehler machen, denn sobald er ein, zwei Fehler gemacht hat, wurde draufgehauen. Da ist er natürlich auch ein bisschen kleiner geworden und ein bisschen unsicherer". Glock wagt Tendenz zu Schumachers Zukunft Glocks Ratschlag für Schumacher in dessen aktueller Phase seiner Rennfahrerkarriere lautet daher: "Nach vorne gucken, das Beste draus machen und Spaß am Rennfahren haben. Das ist das Wichtige. Das ist das, was ich gesagt habe." Für Glock selber war der Spaß am Rennfahren, den er in seiner ChampCar-Saison 2005 hatte, "einfach gigantisch", wie er sagt. "Das war einfach Wahnsinn. Das war pures Autofahren und hat einen Riesenspaß gemacht." Über Schumacher fügt Glock in diesem Zusammenhang hinzu: "Das wünsche ich ihm, dass er den Spaß hat. Und so sieht es auch aus momentan." Ein Urteil darüber, ob Mick Schumacher auch 2027 noch IndyCar fahren wird, will sich Glock nicht erlauben. Eine Tendenz aber äußert er diesbezüglich durchaus: "Ja, ich glaube, das war schon der Grundtenor, dass er da sehr happy mit ist. Und du merkst, dass er das sozusagen genießt, ein bisschen abgeschottet zu sein. Ich kann mir sehr, sehr gut vorstellen, dass er sich da in den nächsten ein, zwei, drei Jahren etabliert."

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren