Tipps für strahlende Haut trotz Sommerende
Der September ist mitten drin, die Tage werden kürzer – aber muss deswegen auch der Sommer-Glow verschwinden? Die letzten Wochen haben unserer Haut sichtbar gutgetan: mehr Farbe, mehr Frische, dieser natürliche Schimmer, der jedes Make-up überflüssig macht. Doch woran liegt es eigentlich, dass unsere Haut im Sommer so viel strahlender wirkt? Und ist das automatisch auch gesund? Wir wollten es genau wissen und haben bei dem Experten Dr. Carlo Hasenöhrl, Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, nachgefragt: Was steckt medizinisch hinter dem strahlenden Sommerteint und wie kannst du ihn dir auch in den Herbst hinüberretten?
Dass unsere Haut im Sommer oft von innen heraus zu leuchten scheint, ist kein Zufall. Laut Dr. Hasenöhrl spielen dabei sowohl innere als auch äußere Faktoren eine Rolle: „Unser Stoffwechsel funktioniert durch die längeren Tage und die höheren Temperaturen anders. Auch machen wir oft längere Pausen zwischen den Mahlzeiten, was den Insulinspiegel sinken lässt – das ist wichtig für den Erhalt der Zellaktivität in der Haut.” Dazu kommen exogene Faktoren: „Die höhere Luftfeuchtigkeit und die bessere Durchfeuchtung der Haut durch das Schwitzen lassen die Haut strahlender und praller wirken.”
Wärme und Luftfeuchtigkeit tun unserer Haut dabei grundsätzlich gut, denn sie kämpft hierdurch weniger gegen Wasserverlust durch Verdunstung. Ein vernünftiges Maß an UV-Strahlung erhöht zudem den Vitamin-D-Spiegel, laut Hasenöhrl „ein wesentlicher Faktor für eine gesunde Haut.” Die Kehrseite: langfristige Schäden durch zu viel Sonne. „Man muss bedenken, dass sich die DNA der Haut jeden Sonnenschaden ein ganzes Leben lang merkt”, so der Facharzt. Da die elastischen Fasern der Haut eine Lebensdauer von bis zu 70 Jahren haben, ist ihre Erneuerung entsprechend langsam.
Wichtig dabei: Nicht jedes Strahlen ist gleich gesund. „Ein gesunder Glow ist ein Hinweis auf eine gute Balance zwischen Kollagenab- und -aufbau in der Haut und einem gut funktionierenden Stoffwechsel in der extrazellulären Matrix. Man strahlt sozusagen von innen”, erklärt der Experte. Überschüssiger Glanz hingegen entstehe durch Überfettung der Haut – „zum Beispiel wenn auf eine fettige Haut noch eine reichhaltige Creme aufgetragen wird. Dies wirkt unnatürlich und ist nicht sehr gesund.”
Mit dem Ende des Sommers fallen also genau jene Faktoren weg, die unserer Haut so guttaten: weniger Wärme, weniger Luftfeuchtigkeit, weniger natürliches Licht. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Routine lässt sich der Glow über den Sommer hinaus erhalten. Das Wichtigste zuerst: Sonnenschutz bleibt auch im September das A und O. Guter UV-Schutz sei laut dem Experten unverzichtbar: Die Streustrahlung wirkt auch an bewölkten Herbsttagen und kann langfristige Schäden verursachen, auch wenn man das der milden Herbstsonne kaum ansieht.
Genauso entscheidend: die Pflegeroutine anpassen. „Eine Feuchtigkeitscreme, die im Winter ideal ist, wird im Sommer zu reichhaltig – hier muss man die Pflege für eine gute Balance entsprechend anpassen”, erklärt Dr. Hasenöhrl. Im Umkehrschluss bedeutet das für den Übergang in den Herbst: Wenn die Temperaturen sinken und die Luft trockener wird, darf die Pflege wieder etwas gehaltvoller werden. Der Fokus sollte auf gezielter Feuchtigkeitszufuhr liegen, damit die Haut weiterhin prall und strahlend bleibt, auch ohne die natürliche Unterstützung durch Sommerhitze und Schwitzen.
Seien wir ehrlich: Glow entsteht nicht immer automatisch durch die passende Hautcreme und einen gesunden Lebensstil. Dabei lohnt sich auch ein Blick auf das, was Pflege allein leisten kann und wo sie an ihre Grenzen stößt. Dr. Hasenöhrl sieht Skincare und ästhetische Behandlungen weniger als Konkurrenten, sondern als Team: „Medizinische Behandlungen setzen einen neuen Ausgangspunkt, kosmetische Pflege hilft, diese Reparaturmaßnahmen auf längere Zeit sichtbar zu machen.” Beide Ansätze hätten ihre Berechtigung, seien aber eben unterschiedlich wirksam.
Und wann lohnt sich mehr als nur Creme? Laut Hasenöhrl spätestens dann, wenn die Haut sichtbar unter Stress, Sonne oder dem Alltag gelitten hat. Dazu kommt ein Fakt, den viele unterschätzen: „Ab dem 30. Lebensjahr geht der Kollagengehalt in der Haut um circa einen Prozent zurück. Diesen Trend sollte man früh genug entgegenwirken. Je früher man damit beginnt, desto schonender können die Behandlungen sein.” Ästhetische Behandlungen seien dann sinnvoll, wenn es darum geht, das Gleichgewicht zwischen Kollagenabbau und -aufbau gezielt wiederherzustellen, was reine Pflege von außen nicht leisten kann. Ein Beispiel für so eine Hyaluron-Behandlung ist Teoxane babyGLOW, ein sogenannter Skin Booster, der mit acht feinen Mikro-Injektionen punktuell auf die Hautqualität einwirkt, statt wie klassische Filler auf Volumenaufbau zu setzen.
Am Ende bleibt also klar: Der Sommer-Glow ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Stoffwechsel, Feuchtigkeit und einer gesunden Kollagen-Balance in der Haut. Wer die richtige Pflege wählt und bei Bedarf gezielt nachhilft, muss sich also auch am Sommerende noch lange nicht von seinem Strahlen verabschieden. So kann der Herbst doch kommen!