TKMS erhält Milliarden-Auftrag für U-Boote aus Kanada
Stand: 07.07.2026 10:19 Uhr Der Kieler Marineschiffbauer TKMS hat einen milliardenschweren Auftrag aus Kanada erhalten. Das Unternehmen liefert bis zu zwölf U-Boote nach Nordamerika. Gebaut werden sollen sie in Kiel und Wismar. Für den Kieler Marineschiffbauer TKMS ist es der größte U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte: Kanadas Premierminister Mark Carney hat vor seiner Abreise zum NATO-Gipfel in Ankara angekündigt, dass sein Land bis zu zwölf U-Boote bei der Thyssenkrupp-Rüstungstochter bestellen wird. TKMS stach bei dem Geschäft einen südkoreanischen Konkurrenten aus. Kanada bekommt gleiches Modell wie Deutschland und Norwegen Kanada bekommt von TKMS U-Boote des Typs 212CD. Dieses Modell haben Deutschland und Norwegen für die gemeinsame Nutzung entwickelt. Die Buchstaben "CD" stehen dabei für das gemeinsame Design ("Common Design"). Diese Baugleichheit soll die Kosten verringern und eine einfache Zusammenarbeit ermöglichen, der sich nun Kanada als dritter großer Partner anschließt. Keine Angaben zum Auftragsvolumen Zum Auftragsvolumen machten weder Kanada noch TKMS Angaben. Dies dürfte sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aber allein für die U-Boote inklusive Service auf rund 20 Milliarden Euro belaufen. Wartung und Betrieb eingerechnet gehe es für die nächsten Jahrzehnte um ein Finanzvolumen von 100 Milliarden kanadische Dollar (rund 62 Milliarden Euro), berichteten kanadische Medien. TKMS: Boote sollen in Kiel und Wismar gebaut werden TKMS zählt zu einem der weltweit führenden Unternehmen im Bau nicht nuklear betriebener U-Boote. Nach früheren Angaben von TKMS will Kanada die ersten neuen Boote spätestens 2035 in Betrieb nehmen. Zuletzt hatte sich aber angedeutet, dass eine erste Auslieferung schon 2033 erfolgen könnte. Die Produktion soll komplett in Deutschland stattfinden, heißt es von TKMS. Das Unternehmen will die High-Tech-Boote sowohl am Stammsitz in Kiel als auch in der zweiten Werft in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern bauen. Dort will das Unternehmen bis zu 1.500 Arbeitsplätze schaffen. TKMS hat nach eigenen Angaben mehr als 9.700 Beschäftigte, darunter rund 3.700 in Kiel. Weiterer Standort neben Kiel und Wismar ist Itajaí in Brasilien. Pistorius und Merz begrüßen kanadische U-Boot-Entscheidung Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßte die Entscheidung: "Dies ist ein großes strategisches Vorhaben, das Kanada, Deutschland und Norwegen auf Jahrzehnte verbindet." Die kanadische Regierung setze damit vor dem Nato-Treffen ein starkes Zeichen der transatlantischen Zusammenarbeit. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sprach von einem Meilenstein und erklärte: "Gemeinsam werden wir die weltweit größte und modernste konventionelle U-Boot-Flotte aufbauen." Außenminister Johann Wadephul (CDU) schrieb, Kanada habe "damit ein starkes Signal des Zusammenhalts" abgegeben. Politik sieht Standort Schleswig-Holstein gestärkt Auch Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) spricht von einer großartigen Nachricht für Schleswig-Holstein. Er teilte mit, der Auftrag bedeute unter anderem mehr Sicherheit für Arbeits- und Ausbildungsplätze im Land. Die schleswig-holsteinische SPD äußerte sich am Morgen ebenfalls. "Der Kanada-Auftrag ist wichtig für unsere Sicherheit und in seiner Bedeutung für die Wirtschaft in Kiel und Schleswig-Holstein gar nicht hoch genug einzuschätzen", kommentierte der SPD-Landesvorsitzende und ehemalige Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer.