TKMS: Thyssenkrupp-Tochter laut Bericht Favorit für U-Boot-Deal in Kanada
TKMS treibt seit Monaten seine Bemühungen um den milliardenschweren U-Boot-Auftrag aus Kanada voran. Unterstützt wird das Unternehmen von der Bundesregierung und dem Partner Norwegen. »Wenn es gelingt, dann wird das Kanada an uns für Jahrzehnte binden«, zitiert die Nachrichtenagentur dpa am Tag vor dem Nato-Gipfel aus deutschen Regierungskreisen. Der Gipfel beginnt am Dienstag in der türkischen Hauptstadt Ankara. (Lesen Sie hier mehr dazu. )
Deutsches vs. südkoreanisches Unternehmen
TKMS ist eines von zwei Unternehmen, die von Kanada für die Lieferung von bis zu zwölf modernen U-Booten in die engere Wahl gezogen wurden. Der Konkurrent ist Hanwha Ocean aus Südkorea. Der U-Boot-Auftrag allein wird Branchenkennern zufolge auf mehr als zehn Milliarden Euro geschätzt, hinzu käme voraussichtlich ein weiterer zweistelliger Milliardenbetrag für Betrieb, Wartung und Upgrades.
TKMS-Chef Oliver Burkhard hatte im Vorfeld angekündigt, den Auftrag mit einem umfassenden Industriepaket an Land ziehen zu wollen. Die Gespräche gingen weit über U-Boote hinaus und umfassten mögliche Investitionszusagen in den Bereichen seltene Erden, Bergbau, künstliche Intelligenz und Batterieproduktion für den Automobilsektor.
Die Thyssenkrupp-Tochter hatte für den Bau von sechs Exemplaren des neuen Bootstyps 212CD bereits einen Auftrag der norwegischen Regierung erhalten. An dem gleichen Modell ist auch Kanada interessiert. Sollte sich Kanada für TKMS als bevorzugten Bieter entschieden haben, wäre damit noch kein Auftrag verbunden, die Gespräche dürften sich auch danach noch über Monate oder gar Jahre hinziehen.