Tod: Schauspieler Michael Mendl ist an Krebs gestorben
Michael Mendl kämpfte gegen den Krebs
Er sei "friedlich eingeschlafen" heißt es in der Mitteilung. Zwei Krebserkrankungen hatte Michael Mendl überstanden - Speiseröhren- und Darmkrebs. Und auch, als er die dritte Diagnose- Hautkrebs- bekam, zeigte er sich optimistisch. Im BRISANT-Interview war er sich Anfang des Jahres mit 81 sicher, er habe noch zehn Jahre vor sich. Eine Wahrsagerin habe ihm prophezeit, er würde 93 Jahre alt werden. Er plante sogar ein weiteres Filmprojekt, doch daraus wurde leider nichts mehr.
Durchbruch im "Tatort"
An sein markantes Gesicht mit den typischen Stirnfalten erinnern sich die meisten sicher von diversen Fernsehabenden. Mit seiner Rolle als "Koslowski" im "Tatort" gelang ihm der große Durchbruch in Deutschland, er wirkte in mehr als 200 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Für seine Rolle als ehemaliger Kanzler Willy Brandt im Fernsehfilm "Im Schatten der Macht" (2003) gewann er eine Goldene Kamera.
Der "unbekannte" Charakterdarsteller
Dass sich viele eher an sein Gesicht als an seinen Namen erinnern, nahm Michael Mendl stets gelassen. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur erzählte er im Jahr 2019 eine Anekdote:
Als er noch in München gewohnt und in Arbeitskleidung mal Gartenabfälle weggebracht habe, habe ihn eine Frau angesprochen. "Wir kennen Sie", habe die Frau gesagt. Und dann habe er geantwortet: "Jaja, ich weiß. Aus Ihrem Wohnzimmer oder Schlafzimmer. Ich weiß ja nicht, wo Sie Ihren Fernseher stehen haben." Die Frau habe nur "Wohnzimmer" gehört und zu ihrem Mann gesagt: "Ach, das ist ja der Mann, der unser Wohnzimmer geweißelt hat." Das habe er dann stehen lassen, sagte Michael Mendl damals. "Das ist doch süß."
Später Beginn beim Film
Geboren wurde Michael Mendl 1944 im westfälischen Lünen. Sein Vater war ein katholischer Priester, der der Mutter die Hochzeit versprach, dann aber eine andere wählte.
Er studierte kurz in Wien, ging dann an die Folkwangschule in Essen und stand ein Vierteljahrhundert auf Theaterbühnen. Erst mit 49 Jahren kam er zum Film.
In Fernsehfilmen spielte er durchaus auch den TV-Charmeur. Aber Michael Mendl fand, er sei kein strahlender Liebhaberheld. "Sondern ich bin ein Charakterheld. Ich spiele die schweren, auch die bösen Rollen."
"Traurig" wegen ausbleibender Rollenangebote