DAX +0,15 % 26.338,61 Pkt 18:00:00 MDAX +0,29 % 32.356,98 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,14 % 6.530,45 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,46 % 53.593,13 Pkt 18:20:02 S&P 500 -0,29 % 7.776,04 Pkt 18:20:02 Nasdaq -0,20 % 26.749,59 Pkt 18:20:05 Nikkei +0,74 % 69.220,25 Pkt 08:45:03 Gold +1,06 % 4.484,30 USD 18:10:06 Silber +2,15 % 66,51 USD 18:10:06 Brent +0,46 % 88,93 USD 18:10:04 WTI +0,23 % 82,59 USD 18:10:07 Bitcoin +1,93 % 64.028,91 USD 18:20:04 EUR/USD +0,50 % 1,15930 USD 18:19:57 EUR/GBP -0,05 % 0,85450 GBP 18:20:07 EUR/CHF -0,06 % 0,93840 CHF 18:20:06 EUR/JPY +0,43 % 184,672 JPY 18:20:07

Todeskreuz statt Rally: Warum Gold das schlechteste Quartal seit 13 Jahren erlebt

Wirtschaft

Die Zeiten der goldenen Bullenrally fühlen sich 2026 wie eine ferne Erinnerung an. Gold, einer der heißesten Vermögenswerte des Jahres 2025, befindet sich den Großteil dieses Jahres über im Sinkflug. Anleger stoßen das Edelmetall ab und kehren damit eine an einen Meme-Hype erinnernde Rally um, die den Goldpreis im vergangenen Jahr auf Rekordwerte trieb. Gold wird derzeit knapp über 4000 US-Dollar (3500 Euro) je Unze gehandelt – ein Rückgang von 27 Prozent gegenüber dem Allzeithoch von knapp über 5600 Dollar (5000 Euro) im Januar. Im zweiten Quartal sank der Preis um 16 Prozent und verzeichnete damit die schlechteste Quartalsentwicklung seit 2013. Die Volatilität zum Quartalsende war laut dem CBOE Gold Volatility Index die höchste seit der Weltfinanzkrise 2007–2008. Das Metall sendete zudem ein gefürchtetes Death-Cross-Signal aus. Dabei handelt es sich um ein bärisches technisches Signal, das ausgelöst wird, wenn der 50-Tage-Durchschnitt eines Vermögenswerts unter seinen 200-Tage-Durchschnitt fällt. Das Signal geht häufig weiteren Kursverlusten eines Vermögenswerts voraus. Das „Todeskreuz“ bestätige die These, dass sich Gold Ende 2025 in einer Blase befand und der Trade nun abgewickelt werde, so Jeff deGraaf, ein erfahrener Analyst und Chairman von Renaissance Macro Research. „Gold liegt aktuell sieben Prozent im Minus seit Jahresbeginn, doch dieser moderate Rückgang verschleiert eine dramatische Achterbahnfahrt“, schrieb der World Gold Council in seinem Halbjahresausblick für das Metall. Dies sind die Faktoren, die 2026 auf dem Goldpreis lasteten. Hoffnungen auf Zinssenkungen zerschlagen Die Gold-Rally im vergangenen Jahr wurde maßgeblich von der Erwartung getragen, dass die Zinsen sinken würden, sobald die Fed ihre Geldpolitik lockert. Niedrigere Zinsen machen Anlagen wie Bargeld und US-Staatsanleihen für Anleger unattraktiver und steigern zugleich den Reiz des Goldes als sicheren Hafen, da niedrigere Zinsen Inflationssorgen befeuern. Doch der neue Fed-Chef erwies sich als restriktiver als erwartet. Es wird damit gerechnet, dass die Notenbank die Zinsen unverändert lässt oder sogar anhebt. Auf der jüngsten geldpolitischen Sitzung der Fed bekräftigte Warsh das Ziel, die Inflation wieder auf die Marke von zwei Prozent zu drücken. Der US-Dollar hat an Wert gewonnen. Der Dollar-Index notierte am Mittwoch bei rund 101, ein Plus von etwa drei Prozent seit Jahresbeginn. „Das zweite Quartal war das schlechteste seit über einem Jahrzehnt, da ein restriktiver Warsh den Dollar stützt“, schrieb deGraaf von RenMac über die Entwicklung des Goldpreises in diesem Jahr. „Eine Angleichung der globalen Zinsen auf höhere Niveaus würde zudem die Opportunitätskosten von Gold in verschiedenen Regionen erhöhen und für weiteren Gegenwind sorgen“, erklärte der World Gold Council. Ende des Spekulationshypes Ein weiterer Faktor hinter der Gold-Rally im vergangenen Jahr war das spekulative Interesse von Händlern, die auf das Aufwärtsmomentum setzten. Dieses Interesse war jedoch nicht nachhaltig, und die steilen Kursanstiege konnten 2026 bei Weitem nicht wiederholt werden. Das nachlassende Momentum machte laut einer Analyse des World Gold Council im Juni rund vier Prozent des monatlichen Preisrückgangs bei Gold aus. Aus Gold-ETFs flossen im zweiten Quartal netto rund drei Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) ab, wie Daten des Finanzunternehmens VettaFi zeigen. Viele Analysten haben ihre optimistischen Prognosen für das Edelmetall geändert. Der World Gold Council erklärte, er gehe davon aus, dass Gold höchstwahrscheinlich in einer Handelsspanne verharren werde. Er sehe aber das Potenzial, dass das Metall bis Jahresende auf bis zu 3500 Dollar (3000 Euro) je Unze fallen könnte, sollte es weiterhin zu einer „Preiskonsolidierung“ kommen. Das entspräche einem weiteren Abwärtspotenzial von bis zu 13 Prozent. Jeffrey Christian, ein langjähriger Rohstoffanalyst, schrieb in einer aktuellen Notiz, es würde ihn nicht überraschen, wenn Gold im Zuge der Konsolidierung über den Sommer auf 3800 Dollar (3300 Euro) falle. Das entspräche einem Rückgang von sechs Prozent. Goldman Sachs senkte kürzlich sein Kursziel für Gold zum Jahresende um 500 Dollar (440 Euro) auf 4900 Dollar (4300 Euro) je Unze und verwies auf veränderte Zinserwartungen an den Märkten. Die Bank of America, die zuvor erklärt hatte, sie erwarte einen Anstieg von Gold auf bis zu 6000 Dollar (5300 Euro) je Unze, schrieb in einer aktuellen Notiz, das Erreichen dieses Niveaus „erscheint derzeit unwahrscheinlich“. Die UBS, ein Ausreißer, sieht Gold auf Kurs für eine Rally von 28 Prozent im kommenden Jahr.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren