Todesopfer nach Unwetter in Karlsruhe - Superzelle zieht weiter über Baden-Württemberg
Orkanböen, heftiger Starkregen und große Hagelkörner: Heftige Gewitter ziehen am Donnerstag über Baden-Württemberg. Auch in und um Heilbronn gilt am Abend eine amtliche Unwetterwarnung. Zu Rettungseinsätzen sei es in der Region während der Abendstunden nicht gekommen, teilte eine Sprecherin der Polizei gegen 21.40 Uhr mit. Anderswo im Südwesten hatten die schweren Gewitter jedoch bereits Schäden hinterlassen. In Karlsruhe starb am Donnerstagabend ein Mensch. Radfahrer stirbt in Karlsruhe durch umgekippten Baum Wie ein Sprecher der Polizei in Karlsruhe auf Stimme-Anfrage bestätigte, hat das Unwetter in Karlsruhe ein Todesopfer gefordert. Demnach war ein Baum auf einen Radfahrer gekippt und hatte diesen erschlagen. Nähere Hintergründe sind noch unklar. Zeitgleich war die Feuerwehr im Dauereinsatz. Rund 100 Einsätze waren am Donnerstagabend im Karlsruher Stadtgebiet gemeldet worden. In den meisten Fällen handelte es sich um umgekippte Bäume und Überschwemmungen. Für die Nacht auf Freitag waren noch weitere Unwetter angesagt worden. Die Feuerwehr würde sich bereits für weitere Einsätze wappnen, erklärte der Polizeisprecher. Superzelle richtet Schäden in Baden-Württemberg an – Feuerwehr bei vielen Einsätzen Die Feuerwehr in Ulm etwa berichtete ebenfalls von herabfallenden Ästen und Dachziegeln. Im Norden der Stadt sei ein Baum auf ein fahrendes Auto gekracht. Die Insassen konnten sich demnach nicht mehr aus dem Fahrzeug befreien und setzten einen Notruf ab. Ein weiterer Baum sei auf eine Stromleitung gestürzt. Bäume und Äste seien abgebrochen, ebenso seien Dachziegel heruntergefallen. Verletzt wurde niemand. In der Gemeinde Neckartailfingen im Kreis Esslingen ist ein Carport im Unwetter zusammengebrochen und auf vier Fahrzeuge gestürzt. Die Polizei bestätigte den Vorfall und sprach von einem geschätzten Sachschaden von 60.000 bis 70.000 Euro. Gefährliche Unwetterlage in Baden-Württemberg: Wetterdienst warnt vor Blitz, Starkregen und Sturm Der Deutsche Wetterdienst spricht von einer sogenannten Superzelle, die sich am Nachmittag von Echterdingen bei Stuttgart bis nach Ulm geschoben habe. Die Superzelle hatte starke Windböen und bis zu fünf Zentimeter große Hagelsteine im Gepäck, wie ein Sprecher berichtete. Nutzer hätten von abgebrochenen Ästen und Schäden an Häusern berichtet. Auch an der Ostalb habe es gewittert, allerdings nicht so kräftig, so der DWD-Experte. Weitere Gewitter in der Nacht möglich – Wetterdienst warnt Der DWD warnte am Abend in einer Mitteilung vor allem für den Regierungsbezirk Freiburg vor großer Gefahr durch Blitzschlag, umstürzende Bäume, Hochspannungsleitungen und Gerüste, vor raschen Überflutungen von Straßen, Unterführungen und Kellern sowie vor möglichen Erdrutschen. Auch am Freitag müssten die Menschen im Land mit Unwetter rechnen.