DAX +0,44 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX +0,15 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -1,22 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold -3,63 % 3.884,90 USD 21:59:59 Silber -5,86 % 49,14 USD 21:59:59 Brent -1,26 % 113,43 USD 21:59:57 WTI +2,08 % 104,12 USD 21:59:59 Bitcoin -0,13 % 77.103,51 USD 05:31:29 EUR/USD +0,09 % 1,11660 USD 22:29:43 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 22:26:43 EUR/CHF -0,37 % 0,92020 CHF 22:28:43 EUR/JPY -0,14 % 175,816 JPY 22:28:43

Todesstrafe: Papst Leo stellt sich gegen US-Regierung und Pete Hegseth

Welt

Hegseth will Hinrichtung live streamen

"Unzulässig": Papst stellt sich offen gegen Trump-Regierung

Von t-online, jse

10.10.2026 - 18:16 UhrLesedauer: 2 Min.

In den USA flammt die Debatte über die Todesstrafe neu auf. Nun meldet sich der Papst mit einer unmissverständlichen Botschaft zu Wort.

Zum Welttag gegen die Todesstrafe hat Papst Leo XIV. am Samstag eine klare Botschaft auf der Plattform X veröffentlicht: "Die Todesstrafe ist unzulässig, da sie die Unverletzlichkeit und Würde des Menschen verletzt."

Das Gemeinwohl, so der Pontifex weiter, lasse sich durch wirksame Haftsysteme schützen – ganz ohne Hinrichtungen. Seinen Post versah er mit dem Hashtag #NoDeathPenalty.

Ein Papst aus einem Land mit Todesstrafe

Die Äußerung des Papstes hat in diesem Fall besonderes politisches Gewicht. Seine Worte richten sich indirekt an prominente Mitglieder der US-Regierung, die sich als gläubige Katholiken verstehen: Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio etwa.

Die vollständige Ablehnung der Todesstrafe ist in der katholischen Kirche noch jung. Erst unter Papst Franziskus wurde sie als offiziell unzulässig in den Katechismus aufgenommen – maßgeblich mitgestaltet vom früheren Wiener Erzbischof Christoph Schönborn.

Hegseth will Hinrichtung per Livestream übertragen

Der Zeitpunkt von Leos Stellungnahme ist kaum zufällig. In den USA ist die Debatte über die Todesstrafe wieder aufgeflammt – aus gleich mehreren Gründen.

Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte zuletzt an, die für Dezember geplante Hinrichtung des Ex-Armeepsychiaters Nidal Hassan – verurteilt wegen eines Anschlags auf einem Militärstützpunkt – per Livestream übertragen zu wollen. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin kommentierte das scharf: "Es ist nicht akzeptabel, dass der Tod zur Show gemacht wird." Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Paul S. Coakley, bezeichnete die geplante Live-Übertragung als "barbarisch". JD Vance erklärte öffentlich, er werde sich die Übertragung nicht selbst ansehen.

USA hinken globalem Trend hinterher

30 Todesurteile wurden in den USA in diesem Jahr bereits vollstreckt. Im vergangenen Jahr waren es 47 – die höchste Zahl seit 2009. Damit schwimmt Amerika gegen den globalen Strom: Rund drei Viertel aller Staaten weltweit haben die Todesstrafe inzwischen gesetzlich oder in der Praxis abgeschafft.

In der US-Bevölkerung selbst bröckelt die Unterstützung zwar, doch immer noch rund zwei Drittel der Befragten halten die Todesstrafe für eine gerechte Strafe bei Mord – anders als der amerikanische Papst.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren