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Tödlicher Angriff auf Wohnhaus in niederländischem Grenzdorf Overasselt: 34 Männer festgenommen

Welt

Es sind Szenen wie aus einem Film – und selbst dort würde man manches wohl für überdreht halten. Im niederländischen Grenzdorf Overasselt bei Nimwegen, unweit der Grenze zum Kreis Kleve, verübte eine Gruppe von mehr als 30 schwerbewaffneten und maskierten Männern in der Nacht auf Dienstag einen Angriff auf ein Wohnhaus. Ein 51-Jähriger kam dabei ums Leben, er war als Sicherheitsmitarbeiter des Hauses tätig.

Zwei Polizeibeamte wurden bei Schusswechseln schwer verletzt. Am Dienstagabend wurde bekannt, dass sie sich mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr befinden. Die Tat schreckt die Niederlande auf – und offenbart abermals, wie rücksichtslos Konflikte im Drogenmilieu ausgetragen werden. Innenminister David van Weel sprach von „abscheulicher Gewalt in Overasselt“: „Diese Gewalt tolerieren wir nicht.“

Was war passiert? Gegen 4 Uhr in der Früh tauchten zwei Kleinbusse auf, wie Aufnahmen von Überwachungskameras, die in niederländischen Medien gezeigt werden, offenbaren. Dutzende maskierte Männer stiegen aus den Fahrzeugen. Sie gingen in Richtung eines Bauernhofs, in dem eine Familie lebt, die in den Drogenhandel verstrickt sein soll. Kurz darauf hielten sie bei einem Auto an, in dem sich der Sicherheitsmitarbeiter befand. Es fielen fünf Schüsse, anschließend zog sich die Gruppe zurück – offenbar in Panik.

In der Folge machten sich Spezialeinheiten der Polizei auf die Suche nach den Bandenmitgliedern. Mit Erfolg: In verschiedenen Orten im Land wurden insgesamt 34 Verdächtige festgenommen. Darunter sind Männer aus Frankreich, Belgien, Algerien und den Niederlanden. Die niederländische Tageszeitung „De Telegraaf“ berichtet, dass es bei dem Konflikt um eine verschwundene Kokainlieferung aus dem Umfeld des flüchtigen Kriminellen Jos L., jenseits der Grenze auch bekannt als „Bolle Jos“, gehen soll.

Einer der Bewohner des Hauses, der über die Rückseite fliehen konnte, soll in der Vergangenheit Geschäfte mit ihm gemacht haben. Offenbar kam die Bande nach Overasselt, um einen Teil der Ware zurückzuholen. Um die große Menge an Drogen abtransportieren zu können, sollen so viele Männer beteiligt gewesen sein.

„Es ist unbeschreiblich, was heute Nacht in Overasselt geschehen ist. Für unsere Kolleginnen und Kollegen ist dies ein äußerst intensiver und belastender Einsatz. Mehrere Polizeibeamte wurden verletzt und von anderen Kollegen unter Lebensgefahr in Sicherheit gebracht. Das war wirklich eine Heldentat“, sagte die stellvertretende Polizeichefin Jolanda Aalbers. Streifenbeamte, die wegen eines vermeintlichen Einbruchs ausgerückt waren, gerieten am Tatort gleich unter Beschuss.

Joerie Minses, Bürgermeister der Gemeinde Heumen, zu der Overasselt gehört, sagte: „Was heute Nacht in Overasselt geschehen ist, ist völlig inakzeptabel und überschreitet jede Grenze.“ An die Bevölkerung wurde am Dienstag appelliert, möglichst in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Die Polizeipräsenz auf den Straßen des Dorfes war hoch. „Meine größte Sorge gilt vor allem den Anwohnern. Es kann nicht sein, dass sie in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung einer unzumutbaren Gefahr ausgesetzt sind – in einer Umgebung, in der sie sich sicher fühlen sollen. Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um die öffentliche Ordnung wiederherzustellen“, sagte Minses.

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