Tödlicher Unfall mit Neunjährigem: Freispruch für Busfahrer
Stand: 22.07.2026 13:39 Uhr Im Februar 2024 hatte sich in Hamburg-Bergedorf ein tragischer Unfall ereignet, bei dem ein Busfahrer einen neunjährigen Jungen an einer Bushaltestelle überrollt hatte. Der Busfahrer war wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Am Mittwoch wurde der Angeklagte im Amtsgericht Bergedorf freigesprochen. Der Junge war aus ungeklärten Gründen auf die Straße gestürzt. Die Richterin begründete den Freispruch damit, dass der Junge in jedem Fall vom Bus erfasst worden wäre - selbst wenn der Busfahrer innerhalb einer Sekunde reagiert und eine Gefahrenbremsung eingeleitet hätte. Dass der Angeklagte 4 km/h zu schnell und möglicherweise zu weit weg vom Bordstein fuhr, hätte keinen Einfluss auf den Unfallausgang gehabt. Junge fiel auf die Fahrbahn Der Neunjährige soll bei der Haltestelle gestanden haben, als der Bus die Haltestelle anfuhr. Er habe auf sein Handy geschaut und sich nicht bewegt. Warum er letztendlich über den Bordstein auf die Straße stürzte, bleibt offen. Das konnte während der Ermittlungen nicht geklärt werden. Stimmung im Gericht eskaliert Die Stimmung im Saal war angespannt. Als die Richterin den Freispruch verkündete, verlor die Mutter des verstorbenen Jungen die Fassung. Sie ist die Nebenklägerin in dem Fall. Sie schrie die Staatsanwältin an und versuchte, den Busfahrer körperlich anzugehen. Alle Beteiligten wirkten unvorbereitet auf diese Eskalation. Am Ende trug die Richterin ihre Begründung für den Freispruch in Abwesenheit der Mutter vor.