Tor-Festival in Heidenheim: Rot, Elfer, sechs Ohrfeigen: Magdeburg erleidet im ersten Spiel Schiffbruch
1. FC Heidenheim - VfL Osnabrück 4:3 (3:2) Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim findet sich in der 2. Liga sofort wieder zurecht. Der FCH gewann sein turbulentes Auftaktspiel gegen den Aufsteiger VfL Osnabrück mit 4:3 (3:2) und sortierte sich wie gewünscht gleich oben in der Tabelle ein. Für Frank Schmidt, der in seine 20. Saison als FCH-Trainer geht, begann das Spiel traumhaft. Budu Siwsiwadse (10.) erzielte früh das 1:0 und dann auch umgehend das 2:0 (15.) - aber sein zweites Tor wurde wegen einer Abseitsposition zurückgenommen .Das eröffnete den Gästen die Chance, mit einer einzigen Aktion zurück ins Spiel zu finden: Niklas Wiemann verlängerte eine Hereingabe mit dem Kopf zum Ausgleich (23.). Sechs Minuten später aber schlug Marcel Costly (29.) wieder für Heidenheim zurück - und David Kopacz konterte sofort mit einem Traumschuss (34.). Es war und blieb atemlos. Jan Schöppner (45.+2) brachte Heidenheim per Kopf ein drittes Mal in Führung, die diesmal auch bis zum Ende hielt. Marvin Pieringer (89.) legte sogar noch nach. Osnabrück allerdings bewies nicht nur wegen des dritten Tores durch Robin Meißner (90.+/Handelfmeter), dass es nach der besten Rückrunde der Drittliga-Geschichte auch eine Klasse höher mitspielen kann. 1. FC Magdeburg - Eintracht Braunschweig 1:6 (0:4) Eiskalt an die Spitze: Eintracht Braunschweig hat mit einem Kantersieg beim 1. FC Magdeburg vorerst die Tabellenspitze erobert. Nach einer denkwürdigen ersten Halbzeit hieß es am Ende 6:1 (4:0) für die klar überlegenen Gäste. Kurios: Auch im Vorjahr war die Eintracht mit einem Sieg in Magdeburg gestartet, damals hieß es aber "nur" 1:0. Zur Pause war die Begegnung quasi entschieden: Aaron Opoku (15.), Jan Urbich (21./26.) und Mehmet Can Aydin (44., Foulelfmeter) stellten auf 4:0, zudem sah Magdeburgs Herbert Bockhorn (32.) wegen groben Foulspiels die Rote Karte. Im zweiten Durchgang traf zunächst auch Magdeburg durch Mateusz Zukowski (49.), doch Samuele Di Benedetto (50.) und Florian Flick (61.) antworteten prompt. In Magdeburg ging die Begegnung mit einer Verzögerung los, weil eines der Tornetze mit Kabelbindern fixiert werden musste. Danach war es dann die FCM-Abwehr, die enorme Löcher zeigte. Allen voran der von Borussia Mönchengladbach ausgeliehene Urbich war nicht zu stoppen, die 23.500 Fans rieben sich zur Pause verwundert die Augen. Der FCM war nach einem großen Umbruch mit zehn Zugängen und 15 Abgängen zuversichtlich in die Saison gegangen, die Vorbereitung lief glänzend. Doch Braunschweig konnte schon im zweiten Durchgang einen Gang zurückschalten. Für den FCM setzte sich damit eine schwarze Serie fort: Auch in seiner siebten Zweitliga-Saison gelang Magdeburg zum Start kein Sieg. Darmstadt 98 - Holstein Kiel 2:2 (0:2) Holstein Kiel hat einen möglichen Traumstart in die neue Saison verspielt. Der argentinische Zugang Guillermo Balzi (9.) und Phil Harres (42.) bescherten Holstein-Trainer Tim Walter und seiner Mannschaft am Samstag eine 2:0-Halbzeitführung bei Darmstadt 98 - doch die Gastgeber erkämpften sich noch ein 2:2. Balzi, ausgebildet beim einstigen Messi-Klub Newell's Old Boys, vollendete einen Konter nach einem schlimmen Fehlpass von Darmstadts Innenverteidiger Aleksandar Vukotic. Danach bemühten sich die zunächst noch gleichwertigen Gastgeber um einen schnellen Ausgleich, aber Lance Duijvestijn (22.) traf aus Abseitsposition. Kiel hatte das Spiel anschließend recht souverän im Griff. Noch vor der Pause erzielte Harres das 2:0 (42.), was er mit einem fulminanten Salto feierte. Auch in der zweiten Halbzeit waren die Gäste lange spielbestimmend. Darmstadt hatte nach den Abgängen von Fraser Hornby (zum VfL Wolfsburg) und Isac Lidberg (zu Borussia Mönchengladbach) hingegen lange große Probleme, sich Torchancen zu erspielen: Erst Lee Ho-jae (76.) traf mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Zudem patzte die Abwehr mehrfach, aber ausgerechnet Vukotic, der das 0:1 verschuldet hatte, erzielte den Ausgleich (86.). Karlsruher SC - Arminia Bielefeld 2:1 (1:0) Der Karlsruher SC hat zum Zweitliga-Start das Duell der Trainer-Debütanten gegen Arminia Bielefeld gewonnen. Mit dem neuen Coach Maximilian Senft setzte sich der KSC in einem intensiven Spiel mit 2:1 (1:0) durch, die Arminia ging mit ihrem neuen Trainer Oliver Kirch leer aus. Der vom FC Basel ausgeliehene Moritz Broschinski (35./78.) traf doppelt, Marvin Mehlem (80.) verkürzte noch. "Wir wollen intensiv spielen und unbedingt unsere Fans mitnehmen", hatte der aus Ried geholte Österreicher Senft vor dem Spiel bei Sky gesagt. Der Nachfolger von Christian Eichner durfte nach einer guten halben Stunde erstmals jubeln: Broschinski schlug einen Haken und traf aus wenigen Metern Entfernung ins rechte untere Eck. Auf der Gegenseite haderte Kirch, als Nachfolger von Mitch Kniat vom Regionalligisten Borussia Mönchengladbach II geholt, mit dem Schicksal - alleine Jannik Rochelt (7./37.) scheiterte zweimal an der Latte. Auch nach der Pause war die Arminia gleichwertig, hatte aber Pech im Abschluss. In der Schlussphase wurde es dann noch einmal turbulent.