Tote bei israelischem Luftangriff auf Polizeiwache in Gaza
Im Gazastreifen sind bei einem Angriff auf eine Polizeistation nach Krankenhausangaben mehrere Menschen getötet worden. Das Al-Schifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt meldete die Einlieferung von neun Toten. Darunter seien eine Frau und ein 13-jähriges Mädchen. Zudem seien mindestens 20 Verletzte eingeliefert worden. Die von der radikalislamischen Hamas kontrollierte Zivilschutzbehörde des Palästinensergebiets bestätigte die Zahl der Opfer. Israel: Angriff galt Hamas-Kommandeur Unter den Opfern befinden sich mehrere teils hochrangige Beamte, wie das von der Hamas geführte Innenministerium und Polizeikreise mitteilen. Die israelische Armee erklärte, bei dem Angriff auf das Hauptquartier der Polizei in Gaza sei ein Hamas-Kommandeur ins Visier genommen worden, der Angriffe auf israelische Truppen in dem Gebiet geplant habe. Vor dem Angriff seien Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung getroffen worden. Die Armee teilte weiter mit, sie habe auch einen Hamas-Kommandeur im Gebiet von Nuseirat im Zentrum des Gazastreifens angegriffen. Dabei wurde ein weiterer Palästinenser getötet, wie ARD-Korrespondentin Julia Ley berichtet. Am Dienstag hatten die Hamas-Behörden im Gazastreifen den Tod von sechs Menschen bei einem israelischen Luftangriff auf den Hafen von Gaza-Stadt bekannt gegeben. Die israelische Armee erklärte, sie habe mehrere Hamas-Kommandeure ins Visier genommen. Kein Ende der Angriffe Die Hamas erklärte, die heutigen Angriffen hätten vor allem Mitarbeiter der Polizei getroffen. Der Hamas-Sprecher Hasem Kassem sprach von einer "völligen Missachtung aller Aufrufe zu einer Waffenruhe". Die Verantwortung für die Eskalation trage der sogenannte Friedensrat von US-Präsident Donald Trump, der seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei, "Druck auf die Besatzungsmacht auszuüben", fügte Kassem hinzu. Trotz der Bemühungen der USA, einen Friedensplan für den Gazastreifen voranzubringen, halten die Angriffe im Gazastreifen weiter an. Die Hamas hatte Trumps Plan vor zwei Wochen gebilligt. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu unterstützt den Plan jedoch nicht und hat angekündigt, keine Truppen abzuziehen, bis die Hamas "wirklich entwaffnet" sei. Der rechtsextreme israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir forderte jüngst die gezielte Tötung von Bewohnern des Gazastreifens. Dort gebe es Menschen, die es nicht verdienten zu leben. Ben-Gvir forderte "jede Nacht gezielte Eliminierungen" von 30 oder 40 Menschen. Dabei gehe es nicht nur um diejenigen, die eine unmittelbare Gefahr darstellten. Die Aussagen des Ministers führten zu scharfen Reaktionen im Ausland, auch durch die deutsche Bundesregierung. Mit Informationen von Julia Ley, ARD Tel Aviv