Tote bei schwerem israelischem Angriff im Libanon
Bei einem israelischen Luftangriff sind im Südlibanon sieben Menschen getötet worden. Unter den Toten seien drei Kinder und zwei Frauen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Es ist einer der Angriffe mit den meisten Todesopfern, seit der Libanon vor einigen Wochen einem von den USA vermittelten Rahmenabkommen für einen Frieden mit Israel zugestimmt hat. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete, der Angriff am Morgen habe ein Haus am Rande des Dorfes Ansar getroffen. Sanitäter suchten noch in den Trümmern. Weitere Angriffe hätten den strategisch wichtigen Ali-Taher-Berg getroffen. Israel spricht von Reaktion auf jüngsten Angriff Das israelische Militär erklärte, es habe nach einem tödlichen Angriff auf seine Soldaten Anlagen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz angegriffen. Israel werde nicht zulassen, dass die Terrororganisation israelische Zivilisten oder Soldaten verletze und auch weiterhin "Gefahren beseitigen". Die Hisbollah reagierte zunächst nicht auf den Angriff. Ein anwesender Fotograf der Nachrichtenagentur dpa berichtete, auch Anwohner hätten von einem Hisbollah-Stützpunkt gesprochen. Aufnahmen in einigen Bereichen des zerstörten Hauses, von einem zerstörten Auto und einem gegenüberliegenden, bewaldeten Tal seien verboten worden. Tödlicher Angriff in Israels "Sicherheitszone" Vergangene Woche waren zwei israelische Soldaten bei einer Explosion im Südlibanon ums Leben gekommen. Dazu äußerte sich die Hisbollah aber bislang nicht. Der Beschuss hatte in einer von Israel erklärten "Sicherheitszone" stattgefunden. Das von Israel kontrollierte Gebiet umfasst laut libanesischen Medien rund 620 Quadratkilometer. Dies entspräche etwa sechs Prozent der Landesfläche. Brüchige Waffenruhe Die Schiitenorganisation hatte sich Anfang März kurz nach Beginn der israelischen Angriffe auf Iran an die Seite ihrer Schutzmacht gestellt und Israel attackiert. Israel reagierte mit heftigen Gegenschlägen und einer Bodenoffensive im Südlibanon. Im Juni verkündeten Israel und die libanesische Regierung ein Rahmenabkommen. Dieses sieht einen Plan für den Rückzug Israels aus dem Südlibanon im Gegenzug für die Hisbollah-Entwaffnung vor. Die Organisation ist an dem Abkommen aber nicht beteiligt und weigert sich, ihre Waffen abzugeben. Trotz der Waffenruhe hat das israelische Militär seine fast täglichen Angriffe auf Gebiete nördlich des Litani-Flusses fortgesetzt. Seit dem 2. März sind im Libanon nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mindestens 4.300 Menschen getötet worden.