Tote und Verletzte Erdbeben erschüttert Norden Tibets
Bei dem schweren Erdbeben in China sind mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 54 weitere seien bei dem Unglück in der Autonomen Region Tibet verletzt worden, berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf den Katastrophenschutz der Stadt Nagqu.
Elf der Verletzten befanden sich demnach in kritischem Zustand. Durch die Erschütterungen seien mehr als 300 Häuser eingestürzt, berichtete Xinhua. Das Erdbeben der Stärke 7,0 ereignete sich nach Angaben des US-Geologischen Dienstes (USGS) und der chinesischen Erdbeben-Beobachtungsstelle (CENC) um 16.33 Uhr MESZ (22.33 Uhr Ortszeit) rund 180 Kilometer nordöstlich von Nagqu - in einer Tiefe von zehn Kilometern.
In Chinas sozialen Medien waren Aufnahmen von Überwachungskameras zu sehen, die wackelnde Regale in Supermärkten und zitternde Deckenlampen in Wohnungen zeigten. Das chinesische Staatsfernsehen verbreitete außerdem Videos, auf denen Menschen panisch aus einem Restaurant stürmten, als die Erde zu beben begann.
Seitdem wurden in der Region mehrere Nachbeben registriert. Das Beben war im Kreis Baqing aufgetreten, der zur Stadt Nagqu gehört. Tibets Hauptstadt Lhasa liegt etwa 400 Kilometer weiter südwestlich. Die Gegend um Nagqu gilt als dünn besiedelt. Das Gebiet im Bereich des Epizentrums liegt laut Xinhua durchschnittlich auf einer Höhe von 4.800 Metern.
Die Regierung entsandte demnach 350 Rettungskräfte der Feuerwehr und 83 Fahrzeuge in das Katastrophengebiet. Es gelte die Such- und Rettungsmaßnahmen mit aller Kraft voranzutreiben, die Verletzten medizinisch zu versorgen und die Zahl der Toten und Verletzen so gering wie möglich zu halten, sagte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge.
Mit einer Stärke von 7,0 war dieses Erdbeben das bisher stärkste in diesem Jahr in China - nach Angaben chinesischer Staatsmedien war es das stärkste Erdbeben in der Region seit fünf Jahren. In China kommt es immer wieder zu schweren Erdbeben. Im Januar 2025 waren bei einem Beben im ländlichen Kreis Tingri in Tibet mindestens 126 Menschen getötet worden.