Tote und Verletzte nach gewaltigem Waldbrand in Andalusien
Bei einem schweren Waldbrand im südspanischen Andalusien sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Das teilten die spanischen Behörden heute mit. Das Feuer war am Donnerstagnachmittag in der Nähe von Almería ausgebrochen. Rund 150 Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht gegen die Flammen. Gewaltiges Feuer in Provinz Almería Die Winde habe mittlerweile nachgelassen, was die Löscharbeiten nun begünstigen müsste, hieß es in den Nachrichten am Freitagmorgen. Auf Fernsehbildern war zu erahnen, wie gewaltig das Feuer in der Provinz Almería sein muss: Über der waldreichen Gegend zeichneten sich die orangefarbenen Flammen in großer Breite ab. Die Regionalbehörden lösten Notfallalarm aus und kündigten an, dass auch eine auf derartige Krisensituationen trainierte Spezialeinheit der Armee "in den kommenden Stunden" vor Ort sein werde. Mehrere Straßen rund um den besonders betroffenen Ort Bédar wurden gesperrt. Menschen in Autos verbrannt Es sei ein Feuer bislang nie dagewesenen Ausmaßes, sagte der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Los Gallardos, Francisco Miguel Reyes, im Staatsfernsehen RTVE. Einige der Opfer seien in ihren Fahrzeugen von den Flammen eingeschlossen worden und verbrannt. Etwa zehn Menschen wurden RTVE zufolge verletzt und einige von ihnen in Krankenhäuser gebracht. Der Brand erreichte auch Straßen: So musste laut RTVE ein Abschnitt der Autobahn 7 gesperrt werden. Stromleitung fällt auf ausgetrockneten Boden Ursache des Brandes war womöglich eine abgerissene Stromleitung, die in völlig ausgetrocknete Vegetation fiel. Die Rettungskräfte hatten eigenen Angaben zufolge mehr als 150 Anrufe von Zeugen, die angaben, dass "ein herabgefallenes Kabel den Brand ausgelöst habe". Das Unglück habe sich an einer Fernstraße ereignet, die Flammen hätten sich "rasch auf das Waldgebiet nahe der Straße ausgebreitet". Bestätigt werden konnten diese Berichte der Anrufer nach Behördenangaben zunächst nicht. Mehrere Ortschaften evakuiert Mehr als 1.000 Menschen mehrerer Ortschaften wurden evakuiert und in Notzelte in benachbarten Orten gebracht. Auch ein Campingplatz, der bislang von den Flammen verschont blieb, wurde vorsorglich geräumt. 400 teils ältere Menschen wurden mit Hilfe des Rettungsdienstes an sichere Orte gebracht, hieß es. Laut Behördenangaben werden noch mehrere Menschen vermisst. Andalusiens Regionalpräsident Juan Manuel Moreno Bonilla sagte am Freitag im Radiosender Cadena Cope, es handele sich um mindestens 19 Menschen, deren Aufenthaltsort derzeit unklar sei. Politiker drücken Bestürzung aus Der regionale Gesundheitsminister Antonio Sanz sprach von einer "beispiellose Tragödie". Es sei der Waldbrand "mit den bislang schwersten Folgen" in Andalusien. "Der Schmerz ist unermesslich. Andalusien trauert, und unser Herz ist bei Almería und allen Betroffenen." "Tiefe Trauer und Bestürzung über die verheerenden Folgen des Brandes in der Provinz Almería", erklärte auch Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. Im Onlinedienst X rief er die Bevölkerung in der Region zugleich zu "großer Vorsicht" auf. Spanien besonders von Waldbränden betroffen In Spanien wütet derzeit eine ganze Reihe von Waldbränden. Seit Jahresbeginn haben dort großflächige Feuer bereits mehr als 50.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen. Zum Artikel: Braucht Bayern Spezialkräfte gegen Waldbrände? Spanien ist besonders stark von der globalen Erwärmung betroffen. Seit einigen Jahren gibt es regelmäßig lang anhaltende Hitzewellen, die bereits im Frühjahr beginnen und bis in den Sommer hineinreichen. Dabei werden teils Temperaturen von über 40 Grad Celsius erreicht, was verheerende Brände begünstigt. Bei den mehr als 8.000 Bränden im vergangenen Jahr kamen nach Angaben des Innenministeriums acht Menschen ums Leben. Mit Informationen von dpa und AFP