Toter Wal auf Anholt nicht Timmy? „Ich fühle mich verraten“ - „Walflüsterer“ schlägt Alarm
Startseite Panorama Toter Wal auf Anholt nicht Timmy? „Ich fühle mich verraten“ – „Walflüsterer“ schlägt Alarm Von: Julian Mayr, Karolin Schaefer Uns auf Google folgen Am Wal-Kadaver auf Anholt wurde der Tracker entdeckt, der Timmy einst eingesetzt wurde. Dennoch sollen die DNA-Proben nicht übereinstimmen. Update vom 22. Juli, 19:40 Uhr: Rund um die DNA-Analyse aus China hat sich ein heftiger Streit innerhalb der privaten Rettungsinitiative entfacht. Schon vor der heutigen Pressekonferenz war das Ergebnis an die Bild-Zeitung durchgesickert. Laut dem „Walflüsterer“ Sergio Bambaren dafür verantwortlich? Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies. Der Schriftsteller und selbst ernannte Wal-Guru meldete sich kurz vor dem Start der Pressekonferenz auf Facebook zu Wort und erhob schwere Vorwürfe gegen die Tierärztin. „Ich fühle mich verraten – und ich glaube, ich spreche damit für das ganze Team“, schrieb Bambaren. Das Team habe vereinbart, die DNA-Ergebnisse gemeinsam um 14 Uhr zu veröffentlichen, doch Tönnies habe sich laut Bambaren bereits am Vortag darüber hinweggesetzt. Die Beschuldigte setzt sich jedoch zur Wehr. Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media stellt Tönnies klar: „Das ging nicht über mich an die Öffentlichkeit.“ Laut der Tierärztin könnte es Financierin Karin Walter-Mommert gewesen sein, die Information über die Analyse vorzeitig an die Bild-Zeitung durchsteckte. Walter-Mommert hatte sich im Vorfeld von der Pressekonferenz distanziert. Update vom 22. Juli, 17:52 Uhr: Mittlerweile hat sich auch das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern zur Pressekonferenz von Kirsten Tönnies geäußert. Eine fachliche Prüfung der dort vorgestellten Inhalte sei dem Ministerium nicht möglich, heißt es darin. Gleichzeitig forderte Minister Till Backhaus die private Initiative einmal mehr zur Herausgabe von Tracker- und Rohdaten auf. „Nur wenn alle Informationen transparent auf dem Tisch liegen, können sie unabhängig geprüft und wissenschaftlich bewertet werden. Unser gemeinsames Interesse muss sein, die offenen Fragen rund um das Schicksal des Buckelwals auf Grundlage überprüfbarer Fakten zu beantworten – und nicht auf Grundlage von Vermutungen oder unvollständigen Informationen.“ Vorwürfe eines Behördenversagens weise man „entschieden zurück“. Update vom 22. Juli, 15:45 Uhr: Die Pressekonferenz ist zu Ende. Update vom 22. Juli, 15:44 Uhr: Auf die Frage, ob sich die Tierärztin auch bei einer möglichen Rettung von dem ebenfalls erst in der Ostsee gesichteten Buckelwal Hartwin beteiligen würde, antwortet Tönnies nur: „Das kommt auf die Situation an.“ Dass es sich bei Hartwin um Timmy handle, daran glaubt sie allerdings nicht. Lediglich für Hollywood wäre das „super Lösung“, so die Veterinärin. Update vom 22. Juli, 15:34 Uhr: Frage um Frage prasselt auf Kirsten Tönnies ein. Doch ob es sich bei dem vor Anholt tot angespülten Buckelwal vielleicht doch nicht um Timmy handelt, diese Frage konnte Tönnies auf der Pressekonferenz nicht beantworten. Die Analyse zeige lediglich, dass es sich bei den Proben um möglicherweise verschiedene Tiere handle. Mittlerweile gibt es bereits Reaktionen auf den Auftritt. Der Meeresbiologe Fabian Ritter wollte Pressekonferenz gegenüber Bild „inhaltlich nicht kommentieren“. Er bezeichnete die Medienkonferenz als „unprofessionell, undurchsichtig, inkonsistent und deswegen unglaubwürdig“ und geht sogar noch weiter: „Ich frage mich, warum diese Pressekonferenz überhaupt abgehalten wurde. Für mich ist das alles nicht ernst zu nehmen.“ Update vom 22. Juli, 15:15 Uhr: „Ich kann nicht ausschließen, dass er noch lebt, finde es aber total unlogisch“, sagt Tönnies zum Schicksal des Wals. Update vom 22. Juli, 15:10 Uhr: Jetzt wird Kritik an politischen Entscheidungsträgern laut. „Das ist schäbig“, sagt Tönnies über die Rechnung, die das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern der Privatinitiative übermittelt hat. Update vom 22. Juli, 15:01 Uhr: Eine Stunde dauert Tönnies‘ Medienkonferenz bereits. In Kürze dürfte sich auch das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns dazu äußern. Im Ministerium von Minister Till Backhaus habe der Auftritt der Tierärztin laut Informationen von Ippen.Media allerdings mehr Fragen aufgeworfen, als beantwortet. Update vom 22. Juli, 14:56 Uhr: Kurz vor dem Start der Pressekonferenz meldete sich Sergio Bambaren, der ebenfalls an der Initiative beteiligt war, mit scharfen Worten gegenüber Kirsten Tönnies zu Wort. „Ich fühle mich verraten“, schreibt Bambaren auf Facebook. Laut dem Schriftsteller sei es abgemacht gewesen, dass die Ergebnisse um 14 Uhr präsentiert werden, stattdessen sickerte das Ergebnis der DNA-Probe schon vorher zu den Medien durch. Laut Bambaren habe Tönnies diese Informationen schon gestern weitergegeben. „Kirsten hat ein Versprechen gegeben – und sie hat es nicht gehalten. Das ganze Team steht unter Schock“, so Bambaren. Tönnies äußerte sich auf der Pressekonferenz zunächst nicht zu den Vorwürfen. Update vom 22. Juli, 14:45 Uhr: Die versammelte Menge in Hamburg hat viele Fragen, doch auf viele hat Tönnies selbst keine eindeutige Antwort. Viele Hintergründe seien für die Tierärztin bis heute nicht geklärt, gesteht sie. Update vom 22. Juli, 14:39 Uhr: Die Tierärztin bestätigt, dass jene Personen, die an der Interpretation der Daten beteiligt waren, heute nicht anwesend seien, weil sie sich vor möglichen Konsequenzen fürchten. Den Namen jenes chinesischen Labors, das die Proben untersuchte, kann oder will Tönnies ebenfalls nicht nennen. Sie selbst sagt zudem, dass sie nicht alle Daten verstehe. Update vom 22. Juli, 14:35 Uhr: Tönnies startet inmitten der vielen Fragen am Rande der Pressekonferenz einen Aufruf. Wer noch eine Gewebeprobe, etwa einen Hautfetzen, des Wals besitze, möge sich bitte melden. Auch die in China untersuchte Probe stehe für weitere Untersuchungen zur Verfügung. Update vom 22. Juli, 14:31 Uhr: Auf die Bitte, das Ergebnis auf den Punkt zu bringen, antwortet Tönnies: „Das Ergebnis ist, dass die Abweichung der Proben so groß ist, dass wir uns fragen: Kann das noch eine Tierart sein?“ Inwiefern das ein Beweis sein kann, dass der Wal auf Anholt nicht „Timmy“ war, kann Tönnies nicht verständlich erklären. Die PK wird immer skurriler. Update vom 22. Juli, 14:27 Uhr: Jetzt bleibt Zeit für die Beantwortung der Fragen der Anwesenden, daran mangeln dürfte es nicht. Unter anderem geht es um die Aussage, es könne sich bei einer der Proben gar nicht um einen Wal handeln. Die Abweichungen der DNA-Proben seien so groß, dass man sich die Frage stellen müsse, ob es sich um dieselbe Tierart handle, antwortet Tönnies. Update vom 22. Juli, 14:24 Uhr: Nun geht es nur noch am Rande um Buckelwal „Timmy“. Kirsten Tönnies referiert nun generell über die Bedeutung des Tierschutzes in Deutschland. Update vom 22. Juli, 14:20 Uhr: „Ich bin hier, um die Faktenlage zu demonstrieren“, sagt Tönnies, während sie den Anwesenden eine Reihe von Zahlen präsentiert. Das simple Fazit: „Zwei verschiedene Probengeber sind der Hintergrund.“ Update vom 22. Juli, 14:17 Uhr: Das Ergebnis der Analysen sei 85 Gigabyte groß gewesen, erklärt die Tierärztin. Sie habe sich bei der Auswertung helfen lassen. Beide Proben stammen von einem weiblichen Tier, hätten die Ergebnisse gezeigt. Update vom 22. Juli, 14:08 Uhr: Mutmaßlich am Buckelwal entnommenes Probenmaterial sei weiterhin für Überprüfungen verfügbar, sagt Tönnies. Die Probe sei von Mitgliedern der Initiative von der Insel Anholt nach Deutschland gebracht worden. Bei der Probenentnahme direkt an der Barge sei die Tierärztin nicht dabei gewesen. Update vom 22. Juli, 14:06 Uhr: Das DNA-Material sei in China untersucht worden, so Tönnies. In Deutschland sei eine Analyse nicht möglich gewesen: „Keiner wollte es machen.“ Die Tierärztin berichtet von Angst über die berufliche Karriere. Update vom 22. Juli, 14:03 Uhr: „Ich spreche nicht für die Initiative ‚Hope‘“, stellt Tönnies gleich zu Beginn klar. Update vom 22. Juli, 14:00 Uhr: Die Pressekonferenz mit Tierärztin Dr. Kirsten Tönnis startet. Update vom 22. Juli, 13:45 Uhr: In wenigen Augenblicken wird Tierärztin Dr. Kirsten Tönnis in Hamburg vor die Medien treten, um über neue Entwicklungen im Fall des mehrmals in der Ostsee gestrandeten Buckelwals namens „Timmy“ (auch als „Hope“ bekannt) zu informieren. Laut einer DNA-Analyse könnte es sich bei dem vor der Insel Anholt in Dänemark verendeten Tier doch nicht um Timmy handeln. Neben Tönnies sollen keine weiteren Mitglieder der privaten Rettungsaktion heute vor Ort in Hamburg sprechen. Unter anderem Sergio Bambaren hatte auf Facebook angekündigt, „aus persönlichen Gründen nicht dort sein“ zu können. Er gab an, das Resultat der mutmaßlichen DNA-Analyse zu kennen, allerdings noch keine physische Bestätigung zu haben. Völlig von den heutigen Ankündigungen distanziert hat sich indes die Geldgeberin der privaten Initiative. Gegenüber News5 teilte Katrin Walter-Mommert mit, dass sie nichts mit der einberufenen Pressekonferenz zu tun habe. Erstmeldung vom 22. Juli, 7:42 Uhr: Lebt der mehrfach in der Ostsee gestrandete Buckelwal doch noch? Bei dem toten Wal, der Mitte Mai an die dänische Insel Anholt gespült wurde, soll es sich gar nicht um Timmy handeln. Das soll jetzt zumindest laut Informationen der Bild eine DNA-Analyse bestätigen. Eine abrupt angesetzte Pressekonferenz deutet darauf hin, dass es überraschende Erkenntnisse geben könnte. Für die Identifizierung des Meeresriesen wurden zwei DNA-Proben verglichen: Eine entnahm der amerikanische Wal-Experte Jeff Forster, als er kurz vor der Freilassung einen Tracker-Bolzen durch Timmys Rückenflosse bohrte. Die zweite Probe sammelten Mitglieder der privaten Wal-Initiative am Strand von Anholt. Toter Buckelwal doch nicht Timmy? Pressekonferenz am Mittwoch erwartet Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, ist am Mittwoch (22. Juli) gegen 14 Uhr eine Pressekonferenz zum gestrandeten Buckelwal in Hamburg geplant. Darin soll auch das Ergebnis der DNA-Analyse thematisiert werden. Die genaue Teilnehmerliste ist noch nicht bekannt. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) und das Meeresmuseum aus Stralsund würden aber nicht teilnehmen. Die Bild-Zeitung will das Ergebnis bereits kennen. Die beiden Proben sollen nicht miteinander übereinstimmen. Aber: Unabhängige Zeugen für die Probenentnahme der DNA gab es keine, auch der Versand ans Labor wurde nicht überwacht. Weder die Verantwortlichen im Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns noch das Meeresmuseum hatten eigene Proben von Timmy entnommen. Als der Buckelwal vor der Insel Poel gestrandet war, verzichtete das Meeresmuseum nach eigenen Angaben auf eine Probe, um das Tier nicht zu stressen. DNA-Probe von Timmy sorgt für Fragen: „Wo wurde die analysiert?“ Meeresbiologe Robert Marc Lehmann hatte sich Mitte Juni in einem YouTube-Video zu dem gesammelten DNA-Material geäußert. Das sei von der privaten Initiative vor Poel entnommen worden. „Da wurde festgestellt, dass es sich um ein Männchen handelt.“ Der vor Anholt gestrandete Wal war allerdings weiblich. „Wer hat wann wie, wo, mit wem eine DNA-Probe genommen? Wo wurde die analysiert? Was ist dabei rausgekommen und darauf gibt es keine Antworten?“, fragte sich Lehmann in dem Video. „Das finde ich komisch. Da wurde gelogen oder irgendwas versaubeutelt.“ Trotz des DNA-Ergebnisses deuten viele Spuren auf Anholt nach wie vor auf Timmy hin. Am Kadaver wurde der Tracker gefunden, mit dem der Buckelwal vor seiner Freilassung ausgestattet worden war. Die Seriennummer des GPS-Senders stimmte überein. „Das Ortungsgerät befindet sich nun im Besitz der dänischen Regierung“, hieß es damals in einer Pressemitteilung. Auch der Verlauf der Schwanzflosse sowie die Verletzungen am Kadaver deuteten auf Timmy hin.