Totschlag an Palästinenser: Ex-Soldat in Israel begnadigt
Israels Präsident lässt einen Strafregistereintrag eines Ex-Soldaten löschen, der 2016 einen am Boden liegenden, palästinensischen Attentäter tötete. Die israelische Armee war laut Berichten dagegen.
Ein wegen Totschlags an einem Palästinenser verurteilter ehemaliger israelischer Soldat ist von Präsident Izchak Herzog begnadigt worden. Mehrere israelische Medien berichteten, dass Israels Armee gegen diesen Schritt gewesen sei.
In einer Mitteilung von Herzogs Büro hieß es zur Begründung, Elor Asaria habe jahrelang mit den Konsequenzen seines Handelns leben müssen. Der Präsident habe deshalb am Samstagabend einem Antrag Asarias stattgegeben, wonach ein verbleibender Eintrag in dessen Strafregister vorzeitig gelöscht werde. Berichten zufolge wäre dies sonst erst im Jahr 2032 erfolgt.
Der damalige Kampfsanitäter hatte im März 2016 in Hebron einen am Boden liegenden verletzten palästinensischen Attentäter mit einem Kopfschuss getötet. Der Fall hatte weltweit für Aufsehen gesorgt und in Israel eine heftige Kontroverse ausgelöst. Der damalige israelische Präsident Reuven Rivlin hatte eine Begnadigung abgelehnt.
Asarias Haft war verkürzt worden
In der Mitteilung von Herzogs Büro hieß es weiter, Asaria könne nun ein neues Kapitel im Leben beginnen. Er habe sich etwa gewünscht, Schwierigkeiten bei einer beruflichen Anstellung aus dem Weg zu räumen, hieß es weiter. Asaria habe seine Strafe zudem bereits vor acht Jahren verbüßt. Seine Haft war damals bereits von 18 auf neun Monate verkürzt worden.
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Die israelische Zeitung "Haaretz" schrieb unter Berufung auf einen hochrangigen Berater von Militärchef Ejal Zamir, Asaria habe auch zehn Jahre nach seiner Verurteilung weder Reue gezeigt noch Verantwortung für seine Tat übernommen.
Israels Präsident stellte das anders dar: Asaria habe Bedauern geäußert und bereits in seinem Antrag an Rivlin eingeräumt, dass der abgegebene Schuss ein operativer Fehler gewesen sei, hieß es. (dpa/bearbeitet von mbo)