Tour: Carapaz belohnt sich mit Sieg bei zweiter Alpen-Bergankunft
Auf dem sieben Kilometer langen Schlussanstieg hatte Carapaz die erste Attacke aus einer sechsköpfigen Ausreißergruppe gesetzt. Erst im zweiten Versuch 3,4 Kilometer vor dem Ziel konnte er sich dann absetzen und feierte als Solist nach 2024 seinen zweiten Etappensieg bei der Tour. 45 Sekunden dahinter erreichten Mauro Schmid als Zweiter und Matteo Jorgenson als Dritter das Ziel. Das Feld der Klassementfahrer mit Tadej Pogacar im Gelben Trikot kam mit einem Rückstand von 4:35 Minuten an. 50 Kilometer vor dem Ziel befanden sich noch 14 Fahrer in der Spitzengruppe, mit dabei Felix Engelhardt. Der Deutsche Meister war bei der ersten Attacke nach dem Zwischensprint dabei, hatte aber keinen Erfolg und fiel zurück. Kurz danach waren nur noch sechs Fahrer vorne, gemeinsam erreichten sie den Schlussanstieg. Dabei waren noch: Tobias Johannessen, Raul Garcia Pierna und Valentin Paret-Peintre. Die 18. Etappe war die Vorspeise, bevor es nach Alpe d’Huez geht. Es ging über 185 Kilometer von Voiron nach Orcières-Merlette. 2020 ging es zuletzt den nicht ganz so schweren und 7,1 Kilometer langen Schlussanstieg hinauf, damals belegte Pogacar bei seiner ersten Tour den zweiten Platz hinter Primoz Roglic. Pogacar: "Die Etappe morgen ist wichtiger" Angesichts der schwereren und vor allem prestigeträchtigeren Etappe am Freitag standen die Vorzeichen für einen Ausreißer-Sieg gut. "Wenn wir heute Energie sparen können, gut", sagte Pogacar vor dem Start. "Wenn wir die Etappe holen können, dann werden wir das auch versuchen. Klar ist aber, die Etappe morgen ist wichtiger für uns." Nach 24 Kilometern ging es in den längsten Anstieg des Tages. Die 11,4 Kilometer zur Bergwertung an der Côte d’Engins waren das größte Hindernis vor dem Finale der Etappe. Auf der Abfahrt bildete sich die erste richtige Ausreißergruppe. Mit dabei Mads Pedersen, der sich über den Anstieg der 1. Kategorie gekämpft hatte. Der Führende in der Punktewertung hatte den Zwischensprint bei Kilometer 129 im Visier. Das Plus des Dänen im spannenden Duell um das Grüne Trikot mit Jasper Philipsen: Er ist der deutlich bessere Kletterer. Kranker McNulty muss aufgeben Die Gruppe um Pedersen kam tatsächlich weg. Vor der zweiten Bergwertung schaffte eine Verfolgergruppe den Anschluss, 14 Fahrer waren nun in der Spitzengruppe. Hinter der Rennspitze versuchten 36 Verfolger, auch noch nach vorne zu kommen, aber letztendlich ohne Erfolg. Im Feld war man gut 90 Kilometer vor dem Ziel mit der Situation zufrieden. Nils Politt sorgte dabei dafür, dass der Vorsprung der Ausreißer nicht ausuferte. Sorgen dürfte sich Pogacars UAE-Team eher über einen anderen Umstand gemacht haben. Am Vortag hatte Adam Yates nach Magen-Darm-Problemen nur mit Mühe die Etappe überstanden. Bei der 18. Etappe mussten sich Tim Wellens, Brandon McNulty und Florian Vermeersch frühzeitig zurückfallen lassen. McNulty konnte auch im Gruppetto nicht mehr mithalten und musste aufgeben. Pedersen und Paret-Peintre sammeln Punkte 56 Kilometer vor dem Ziel holte sich Pedersen ohne Gegenwehr die 25 Sprintpunkte. Er baute damit seinen Vorsprung auf Philipsen auf 32 Punkte aus. Klar war zu diesem Zeitpunkt, dass der Tagessieg an einen Ausreißer geht. Der Rückstand des Pelotons war auf über acht Minuten angewachsen. Die Etappe gab auch einen Fingerzeig, wer Pogacar das Bergtrikot streitig machen könnte. Drei Mal gab es bei den ersten drei Bergwertungen ein Sprint-Duell zwischen Paret-Peintre und Carapaz. Und drei Mal holte sich der Franzose die maximale Anzahl an Punkten. Insgesamt sammelte Paret-Peintre 19 Punkte ein. Mit 69 Punkten rückt er damit bis auf einen Punkt an Pogacar heran. Aber auch Carapaz ist mit 63 Punkten gut dabei. 21 legendäre Kehren versprechen Spektakel