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Tour de France 2026: Pogačar gewinnt 14. Etappe - auch Lipowitz stark

Sport

Und ewig grüßt das Murmeltier: Ewig grüßt Tadej Pogačar vom Siegerpodest. Der Slowene gewann an diesem Samstag auch die schwere 14. Etappe der diesjährigen Tour de France; es war schon seine vierte in diesem Jahr, insgesamt die Nummer 25. Und wie gewohnt gewann er nach einem Solo. Sein Vorsprung: 38 Sekunden vor dem Mexikaner Isaac del Toro, seinem Kollegen aus dem Team UAE. Dritter wurde zeitgleich der junge Franzose Paul Seixas, der mit einer überragenden Leistung noch vor Jonas Vingegaard (vier Sekunden zurück) über die Ziellinie fuhr. Florian Lipowitz (Red Bull-bora-hansgrohe) kam als Siebter ins Ziel. Für Vingegaard wird die Luft so langsam dünn Vingegaard, der seit 2021 bei der Tour der große Gegenspieler von Pogačar war, ist in der Gesamtwertung immer noch Zweiter, und doch machte er wieder den Eindruck, als würde er dem Ansturm der Jungen hinter ihm nicht mehr lange standhalten können. Sein Rückstand in der Gesamtwertung auf Pogačar beträgt schon 4:30 Minuten, das ist eine ganze Klasse. Hinter ihm lauert eine Meute hungriger Fahrer: Remco Evenepoel mit einem Rückstand von 34 Sekunden, Seixas (49), Juan Ayuso (51), Lipowitz (1:14 Minuten) und del Toro (1:20). Die Luft wird dünn für den Dänen. F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen F.A.Z. bei Google bevorzugen Die Streckenplaner hatten auf dieser 14. Etappe von Mulhouse nach Le Markstein mal wieder ganze Arbeit geleistet. Für sie ging es wie immer darum, Schwierigkeiten zu verteilen, Grausamkeiten zu dosieren, Spannung zu inszenieren. Und das Schlimmste ans Ende zu setzen, diesmal den Col du Haag, der neu war im Programm. Ein Berg, 11,2 Kilometer lang, im Durchschnitt 7,3 Prozent steil, viele giftige Passagen. Nichts Besonderes für die besten Radprofis der Welt. Normalerweise. Aber nicht am Ende der zweiten Woche einer Tour, mit schon 2300 Kilometern in den Beinen der Fahrer und allein 3800 Höhenmetern bei dieser 14. Etappe. Die Straße ist schmal am Col du Haag, der Rhythmus unregelmäßig – eine ultimative Prüfung. Bis dahin hatten die Fahrer schon eine Achterbahnfahrt hinter sich, hoch und runter, Regen und Hitze, harte Anstiege, gefährliche Abfahrten. Klar war, dass am Col du Haag die Kapitäne früher oder später die Arbeit nicht mehr delegieren könnten, weil ihre Helfer nach einem schmerzhaften Tag schon in den Feierabend verabschiedet worden waren. Den entscheidenden Schlagabtausch würden sich die Häuptlinge liefern. Und der hatte es in sich, die Streckenplaner dürften sich die Hände gerieben haben. Als es in den finalen Anstieg ging, hatten die verbliebenen Ausreißer Richard Carapaz und Tobias Johannessen noch rund eine Minute Vorsprung. Dann trat Lipowitz an, Seixas ging mit. Noch Geplänkel. Aber dann begann die Party. Vingegaard übernahm fünf Kilometer vor der Bergwertung die Führung und zog das Tempo an, an seinem Hinterrad Pogačar. Zweieinhalb Kilometer vor dem Gipfel waren Carapaz und Johannessen eingeholt. Dann, als die Steigung bei zwölf Prozent lag, attackierte Pogačar. Er flog davon. Externer Inhalt von Eurosport Um externe Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Zustimmung nötig. Dabei können personenbezogene Daten von Drittplattformen (ggf. USA) verarbeitet werden. Weitere Informationen . Vom Gipfel waren es noch sechs Kilometer bis Le Markstein: die Straße leicht abfallend, wellig, schnell und theoretisch lang genug für eine Aufholjagd der Abgehängten. Eine klassische Bergankunft macht es einfacher. Jeder fährt, bis er nicht mehr kann. Der Stärkste gewinnt. Aber das tut er nicht unbedingt, wenn es noch flach weitergeht – das war die Vision der Streckendesigner. Auf den sechs Kilometern ließe sich noch einiges reparieren. Die Planer wollten die Antwort, wer gewinnt, über den letzten Berg hinauszögern. Gut gemacht. Aber Pogačar hält nicht viel von solchen Plänen. Er fährt der Konkurrenz lieber auf und davon. Verabschiedet sich von ihnen mit kräftigen Tritten und wartet im Ziel auf sie. Am Col du Haag holte er sich die Bergwertung und fuhr dann wie so oft das Rennen zu Ende. Die Fans bereiteten ihm in Le Markstein einen begeisterten Empfang. Zehntausende Zuschauer standen dort oben an der Strecke. „Es war etwas Unvergessliches, diese Masse von Leuten am Berg zu sehen“, sagte Pogačar später. Sie hätten eine „große Show“ zu sehen bekommen. Unter den Fans waren auch viele Deutsche, die den kurzen Weg in die Vogesen nutzten, um Lipowitz zu sehen. „Ich muss ein Riesen-Dankeschön an die ganzen Fans sagen. Es war unglaublich. Ich habe so oft meinen Namen gehört“, sagte der deutsche Tour-Profi nach dem Rennen. Als kleines Bonbon für die Nachbarn hatten die Franzosen den Col du Hundsruck in die Strecke eingebaut. Ein besserer Hügel im Grunde, der in keiner der Bergkategorien der Tour erscheint, aber 1997 zu einer Berühmtheit wurde, als Udo Bölts auf der viertletzten Etappe seinem erschöpften Kapitän Jan Ullrich mit den Worten „Quäl dich, du Sau!“ Beine machte und ihm als Lokomotive den Tour-Sieg rettete. Diesmal spielte der Hundsruck sportlich keine Rolle, er war bloß ein nettes Zitat aus einer anderen Geschichte.

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