Tour de France ITA rechtfertigt nächtliche Dopingkontrollen
Die International Testing Agency (ITA) hat sich für die nächtlichen Dopingkontrollen bei Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard vor der 15. Etappe der Tour de France gerechtfertigt. Die Tests in der Nacht hätten den Regeln entsprochen, erklärte eine Sprecherin der ITA gegenüber der ARD. Nach den Regeln des Radsport-Weltverbandes UCI sind nächtliche Kontrollen im Zeitfenster zwischen 23 Uhr und 6 Uhr erlaubt. Allerdings nur bei einem "schwerwiegenden und konkreten Verdacht, dass der Fahrer Doping betreibt". Laut ITA auch andere Fahrer nachts getestet Die ITA-Sprecherin teilte auf ARD-Anfrage mit, es habe bei den aktuellen Fällen "Indikatoren dafür gegeben, dass bei den betroffenen Fahrern etwas sein könnte". Sie machte aber auch deutlich, dass die nächtlichen Tests nicht als Beweis für Verstöße gegen die Anti-Dopingregeln interpretiert werden dürften. Pogacar und Vingegaard waren in der Nacht von Samstag auf Sonntag von den Dopingkontrolleuren geweckt worden. Beide waren aber laut ITA nicht die einzigen Fahrer, die bei dieser Tour de France nachts getestet worden seien. Solche Kontrollen seien Teil der aktuellen Test-Strategie der ITA und sie seien notwendig, weil bestimmte Substanzen nur wenige Stunden nachgewiesen werden könnten. Mit den Ergebnissen sei frühestens in einer Woche - also nach der Tour - zu rechnen. Evenepoel nennt Tests "respektlos" Pogacar und Vingegaard hatten die Kontrollen am Sonntag vor dem Start der 15. Etappe öffentlich gemacht. Sowohl die beiden Radprofis wie auch ihre Teams äußerten Verständnis, nannten den Zeitpunkt aber nicht ideal, weil er den Schlaf als wichtigste Regenerationsquelle für die Fahrer der Tour de France störe. Nach der Etappe am Sonntag hatte Pogacar spekuliert, ob der folgenschwere Sturz seines Rivalen, bei dem Vingegaard sich das Schlüsselbein brach und deshalb die Tour verlassen musste, mit dem Schlafmangel wegen der Kontrolle zusammenhängen könnte. Fahrergewerkschaft: Nächtliche Kontrolle sollte "ernsthaft überdacht werden"" Auf Unverständnis stießen die Kontrollen bei Remco Evenepoel. "Respektlos", nannte der Belgier die nächtlichen Tests nach seinem Etappensieg auf dem Plateau de Solaison und forderte ein Eingreifen der Fahrergewerkschaft CPA. Die meldete sich am Montag zu Wort. "Sportler mitten in der Nacht für eine Dopingkontrolle aus dem Schlaf zu holen, sollte aus Sicht der CPA ernsthaft überdacht werden", hieß es in einer Stellungnahme: "Die Tour de France ist ein Wettbewerb, der außergewöhnliche körperliche Leistungen verlangt. Schlaf und Regeneration sind nicht nur für die Leistungsfähigkeit, sondern auch für die Gesundheit und Sicherheit der Fahrer von entscheidender Bedeutung." Die Praxis beeinträchtige die Erholung der Athleten und stehe "damit im Widerspruch zu den eigentlichen Zielen im Anti-Doping-Kampf", schrieb die CPA: "Wäre es daher nicht sinnvoller, stärker in wissenschaftliche Forschung und moderne Nachweistechnologien zu investieren, anstatt die Zahl besonders einschneidender unangekündigter Kontrollen weiter zu erhöhen?"