Trade Republic: Neobroker bringt das Altersvorsorgedepot zum Nulltarif
Neobroker: Trade Republic bringt das Altersvorsorgedepot zum Nulltarif
Nun steigt auch der Neobroker Trade Republic in den Preiskampf rund um den Riester-Nachfolger ein. Bei bestimmten ETFs werden die Fondsgebühren reinvestiert.
Trade Republic zählt mehr als zehn Millionen Kunden. Das neue Altersvorsorgedepot eröffnet dem Fintech weiteres Wachstumspotenzial. Foto: IMAGO/Lobeca
Trade Republic bietet das Altersvorsorgedepot komplett kostenlos an und verschärft damit den Gebührenwettbewerb.
Der Neobroker verzichtet auf Depot- und Ausführungskosten und erhebt bei mehr als 50 ETFs keine Verwaltungsgebühr. Die Fondskosten bestimmter ETFs werden direkt reinvestiert. Die Gutschrift der Kostenerstattung erfolgt monatlich.
Trade Republic will die Wissenslücken in der Bevölkerung über das Altersvorsorgedepot mit einer großen Werbekampagne schließen.
Die Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt und redaktionell geprüft.
Die Preisschlacht ums Altersvorsorgedepot geht weiter: Am Dienstag hat nun auch Trade Republic seine Konditionen bekannt gegeben. Mit dem Altersvorsorgedepot bekommen Sparer ab 2027 üppige Zulagen vom Staat, wenn sie mit ETFs, Fonds und Anleihen fürs Alter investieren.
Deutschlands führender Neobroker wirbt mit markigen Worten um neue Vorsorgekunden für seine App. „Wir machen das komplett kostenlose Altersvorsorgedepot möglich“, sagte Mitgründer Christian Hecker der WirtschaftsWoche. Dass Trade Republic seine Offerte mit günstigen Konditionen ausstatten würde, hatte man in der Finanzszene bereits erwartet. Nun ist klar: Trade Republic unterbietet sogar die zum Teil bereits sehr günstigen Angebote der Konkurrenz.
Wie die meisten Anbieter verzichtet auch Trade Republic auf Depot- und Ausführungskosten. Der Neobroker grenzt sich aber von vielen Wettbewerbern dadurch ab, dass bei mehreren Dutzend ausgewählter ETFs keine laufende Verwaltungsgebühr anfallen soll. Je nach Indexfonds liegt diese meist bei bis zu 0,2 Prozent. Bei anderen ETFs als den ausgewählten wird die Gebühr fällig, ebenso bei aktiven Fonds, die das Fintech jetzt erstmals auf seine Plattform bringt.
Altersvorsorgedepot
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Mehr noch: „Die Fondskosten bei mehr als 50 ETF entfallen und werden monatlich reinvestiert – damit jeder Euro bei den Kunden auch wirklich ankommt“, so Hecker. Diese Strategie verfolgt das Fintech bereits bei seinen im vergangenen Jahr gestarteten Kinderdepots. Wenn sich Anleger die Produktkosten sparen und diese auch noch angelegt werden, kann sich das bei einem langen Anlagehorizont durchaus lohnen. Bis zum Renteneintritt kann das Endvermögen dadurch um mehrere Tausend Euro höher liegen.
Fondskosten sollen reinvestiert werden
Das Gratis-Modell will Trade Republic für die verschiedenen Ausgestaltungen des Altersvorsorgedepots anbieten. Zum einen gibt es das Standarddepot, bei dem der Broker je einen chancenreichen und einen risikoarmen Fonds vorgibt. Der Staat hat hier einen Gebührendeckel von einem Prozent vorgeschrieben. Zum anderen gibt es das freie Altersvorsorgedepot, das Anleger flexibel gestalten und bei dem die Anbieter die Kosten frei festsetzen können.
Mit seinem Altersvorsorgedepot zum Nulltarif führt Trade Republic die Preisschlacht nun an. Vergangene Woche gab Konkurrent Scalable Capital zwar bekannt, bei bestimmten ETFs die Fondskosten zu reinvestieren – allerdings gilt dies nur im Depot für Selbstentscheider. Beim Standarddepot belaufen sich die jährlichen Produktkosten auf bis zu 0,15 Prozent, wie der Neobroker im September angekündigt hatte.
Wir machen das komplett kostenlose Altersvorsorgedepot möglich Christian HeckerMitgründer Trade Republic
Es gibt noch einen weiteren Unterschied: Scalable Capital schreibt die Erstattung quartalsweise gut, bei Trade Republic erfolgt die Gutschrift monatlich. Der daraus entstehende zusätzliche Zinseszinseffekt bleibt aber selbst über Jahrzehnte gering.
In Finanzkreisen zweifeln einige daran, dass alle Anbieter die teils extrem günstigen Preise langfristig halten können. Solche Sorgen will Trade-Republic-Chef Hecker zerstreuen: „Das kostenlose Altersvorsorgedepot ist ein langfristiges Versprechen. So wie die Zinsen. Mit dem Altersvorsorgedepot verdienen wir kein Geld. Aber wir verlieren auch keins. Bei Trade Republic sind diese Konditionen nicht nur Marketing.“
Viele Bürger wissen noch nichts vom Altersvorsorgedepot
Für Trade-Republic-Gründer Hecker ist der Start des Altersvorsorgedepots ein großer Erfolg. In den vergangenen Jahren hat er sich den Ruf eines Renten-Mahners erarbeitet. In so ziemlich jedem Gespräch warnt Hecker vor der Rentenlücke und betont, dass die staatliche Altersvorsorge alleine nicht mehr reichen wird und Bürger privat vorsorgen müssen.
Auch finanziell könnte sich das neue Angebot für sein Unternehmen lohnen. Als Branchenprimus dürfte Trade Republic einen großen Marktanteil gewinnen – und Altersvorsorge-Neukunden womöglich weitere Produkte anbieten. Offiziell gibt das Unternehmen an, fünf Millionen Kunden in Deutschland beziehungsweise zehn Millionen insgesamt zu zählen. Insider sprechen von deutlich höheren Zahlen.
Allerdings: „Bislang gibt es zum Altersvorsorgedepot noch zu große Wissenslücken in der Bevölkerung“, so Hecker. Erst vor zwei Wochen ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, dass viele Menschen wenig über das Altersvorsorgedepot wissen und wahrscheinlich keines eröffnen werden. „Daran müssen wir arbeiten“, sagt Hecker.
Dafür starte bald „die größte Werbekampagne unserer Geschichte“, erklärt der Trade-Republic-Chef. Im Fernsehen, im Radio und auf Plakaten lasse das Unternehmen bald Kunden zu ihrer Börsengeschichte zu Wort kommen. Nun bekommt also das jüngste Trade-Republic-Werbegesicht Brad Pitt Konkurrenz aus dem echten Leben.
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