Traditionsformat geht in der ARD unter - dabei hat die Show bereits weniger Sendezeit
Die neueste "Hart aber fair"-Ausgabe wird mit einem deutlichen Quotendämpfer abgestraft. Dabei gab es an diesem Tag wichtige politische Entscheidungen, die verkündet wurden.
Die Sendetermine am Montagabend verliefen anders als geplant. Es wurde nämlich am 12. Oktober zur Primetime ein "Brennpunkt" in der ARD gezeigt. Schon hier zeigte sich ein Zuschauerschwund im Gegensatz zum starken Vorprogramm.
Dies gipfelte in der Übertragung einer neuen "Hart aber fair"-Ausgabe mit Louis Klamroth.
Ohnehin gab es bei dem Polittalk einschneidende Veränderungen. Die Ausgaben von "Hart aber fair" wurden nämlich zugunsten der Sendezeit in der ARD Mediathek reduziert. Das bedeutet, es werden lediglich noch 15 Folgen jährlich mit Klamroth im Ersten gezeigt. Besonders bitter sieht es auch noch mit den Quoten zur neuesten Ausgabe aus.
Schon der "Brennpunkt" verlief für die ARD nicht zufriedenstellend
Das Programm am 12. Oktober änderte sich, da nach der "Tagesschau" der "Brennpunkt: Bas Rücktritt" gezeigt wurde. Das Sonderformat zu den aktuellen politischen Geschehnissen lief bis 20.30 Uhr.
Dabei ging es um folgende zentrale Frage: "Neue Bewährungsprobe oder Chance für die Koalition?" Hier kamen Lars Klingbeil (SPD-Vorsitzender und Finanzminister) sowie Markus Söder (CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident Bayern) zu Wort.
Wie der Mediendienst "Dwdl" berichtet, verfolgten den "Brennpunkt" lediglich 2,50 Millionen Menschen. Bei der "Tagesschau" schalteten zuvor noch 4,62 Millionen ein. Der Marktanteil fiel von starken 21,3 Prozent auf 11,2 Prozent.
Immerhin zeichnete sich ein besseres Bild beim jungen Publikum ab. Dort wurden nämlich 12,1 Prozent geholt, wodurch die Sendung über dem Senderschnitt lag.
Im Anschluss an den "Brennpunkt" startete um 20.30 Uhr "Die Wahrheit über Sonderangebote". Dafür gab es einen schwächelnden Marktanteil von 9,4 Prozent für das Gesamtpublikum, für das junge Publikum waren immerhin noch 9,9 Prozent drin.
Louis Klamroth fährt mit "Hart aber fair" nur einstellige Marktanteile ein
Desaströs wurde es letztlich für den Polittalk mit Louis Klamroth. "Hart aber fair" widmete sich ab 21.15 Uhr dem Thema: "Starke Ränder, schwache Mitte: Bleibt das jetzt so?"
Dazu hieß es vom Sender: "Union und SPD sind mächtig unter Druck." Und weiter: "Ändern ganz rechts und ganz links geführte Regierungen das Land von Grund auf? Und zerreißt das die politische Mitte?"
Zu Gast waren unter anderem die Autorin Marina Weisband und der Politiker Nathanael Liminski (CDU, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen).
"Hart aber fair" schaffte es mit Louis Klamroth nicht, zufriedenstellende Quoten für die ARD einzufahren. So heißt es drastisch von "Dwdl", dass "Hart aber fair" "in überhaupt keiner Altersklasse mehr überzeugen" konnte. Denn nur 1,78 Millionen Personen schauten sich die jüngste Ausgabe des Polittalks an. Auch hier wurde der Rücktritt von Bärbel Bas thematisiert.
Das Format kam genauso wie die Vorgänger-Sendung "Die Wahrheit über Sonderangebote" auf keinen zweistelligen Marktanteil. Beim Gesamtpublikum wurden nur 8,8 Prozent geholt. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sah es sogar mit 6,4 Prozent noch schlechter aus.
Besser lief es im Übrigen bei RTL mit "Wer wird Millionär?". Hier schauten insgesamt 2,56 Millionen zu, was einem Marktanteil von 13,1 Prozent entsprach. Auch beim jungen Publikum gab es mit 11,5 Prozent einen zweistelligen Marktanteil.