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Transgender-Streit in der US-Basketballliga WNBA eskaliert

Sport

Kaum eine Debatte wird politisch so häufig instrumentalisiert wie die um trans Athletinnen und Athleten. Aktuell lodert ein Streit in der WNBA, der von zwei Männern befeuert wird, von denen mindestens einer einen eindeutigen politischen Zweck verfolgt. Es ist ein Thema, das viele Sportarten umtreibt: Wie kann man für alle Seiten fair mit trans Athletinnen und Athleten umgehen, ohne dabei eine ohnehin schon marginalisierte Gruppe weiterer Diskriminierung auszusetzen? In der nordamerikanischen Frauen-Basketballliga WNBA ist darüber aktuell ein Streit entbrannt, der auch einmal mehr zeigt, wie sehr diese Diskussion inzwischen politisch aufgeladen ist. Für den Auslöser hatte Ende Juli Sophie Cunningham gesorgt, eine der Starspielerinnen der WNBA, Guard bei den Indiana Fever. In einem Interview mit ESPN hatte sie erklärt, sie wolle "junge Mädchen in Umkleiden und im Sport davor schützen, gegen biologische Männer antreten zu müssen". Im Nachgang bezeichnete sie den Ausschluss von trans Athletinnen aus dem Frauensport außerdem als "gesunden Menschenverstand". Applaus gab es dafür aus dem Weißen Haus, Vizepräsident JD Vance bezeichnete Cunningham gar als "inspirierend". Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt, bezeichnete die Kritik an der Starspielerin als "lächerlich" und "erstaunlich". Männer wollen sich für die WNBA draften lassen Und ihre Aussagen wirken auch Wochen später noch nach. Während Cunningham bei Spielen teils ausgepfiffen wird, hat sich nun auch die Spielerinnengewerkschaft der WNBA zu Wort gemeldet. "Hass, Missbrauch und Dämonisierung von Personen oder Personengruppen, einschließlich Transgender-Personen, schüren nur Angst, Spaltung und Schaden", erklärte die WNBPA auf Instagram. "Wir werden weiterhin schwierige Gespräche führen. Aber wir lassen uns nicht als politische Schachfiguren missbrauchen." Vor allem der letzte Satz wirkt inzwischen fast schon wie ein frommer Wunsch, denn die politische Instrumentalisierung der Debatte findet längst statt. Denn zwei ehemalige – männliche – NBA-Profis haben sich inzwischen zu Wort gemeldet und erklärt, sie wollten sich für den WNBA-Draft melden. Der frühere Center Enes Kanter Freedom verkündete in einem auf Instagram veröffentlichten Video, sich offiziell für den WNBA-Draft 2027 anzumelden. "Wenn eine einfache Selbsterklärung bereits ausreicht, dann erfülle ich jede einzelne Voraussetzung, um in der WNBA anzutreten", sagt er darin. Es geht ihm laut eigener Aussage allerdings nicht darum, sich über Gemeinschaften oder persönliche Entscheidungen lustig zu machen oder sie zu missachten. "Ich bitte lediglich darum, dass die geltenden Regeln für alle gleichermaßen gelten – Regeln, die genau die Werte widerspiegeln, für die sich viele WNBA-Spielerinnen und -Trainerinnen öffentlich eingesetzt haben." Republikanischer Ex-NBA-Spieler springt auf den Zug auf Offensichtlich inspiriert von Kanter Freedom meldete sich einen Tag später auch der ehemalige NBA-Spieler Royce White zu Wort. White ist Republikaner und kämpft aktuell in Minnesota um einen Platz im Senat. 2024 hatte er gegen Amy Klobuchar verloren. Er erklärte gegenüber "Fox News": "Ich bin transgender. Ich identifiziere mich manchmal als Frau – zum Zweck des Basketballs." Dass er das Thema offenbar als wahlkampfrelevant identifiziert hat, wundert nicht. Schließlich wettert auch US-Präsident Trump immer wieder gegen trans Personen. Per der von Trump durchgesetzten Exekutivverordnung "Männer aus dem Frauensport fernhalten" ist trans Frauen und Mädchen die Teilnahme am Frauensport an Schulen und Universitäten aktuell untersagt. Eine Daten-Auswertung des Williams Institute der Universität von Kalifornien, Los Angeles (UCLA) von 2025 hat ergeben, dass sich ein Prozent der gesamten US-Bevölkerung ab 13 Jahren als trans identifizieren, darunter 0,8 Prozent der Erwachsenen (mehr als 2,1 Millionen Menschen) und 3,3 Prozent der Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren (rund 724.000 Menschen). Das berichtet etwa der "Guardian". Handlungsbedarf bei der WNBA Neben der politischen Instrumentalisierung einer marginalisierten Gruppe zeigt der Streit aber auch, dass in den Statuen der WNBA offenbar Handlungsbedarf besteht. Aktuell heißt es in dem Tarifabkommen, das zwischen Liga und Spielerinnengewerkschaft ausgehandelt wurde: "Nur Spielerinnen, die Frauen sind, sind in der WNBA spielberechtigt." Eine genauere Definition, wie zum Beispiel zur Geschlechtsidentität, zum bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht, fehlen. Empfehlungen der Redaktion Nach dem 800-Meter-Lauf der Frauen wird es emotional Vier ugandische Boxer in Glasgow abgetaucht UEFA prüft offenbar eigene Turniere als Alternative zur FIFA Die WNBA will dahingehend nun wohl nachbessern, wie aus einem internen Memo von WNBA-Kommissarin Cathy Engelbert an alle Teams hervorgeht. Das Memo liegt der Nachrichtenagentur AP vor. Daraus geht hervor, dass das Thema in einer Taskforce erläutert werden soll. Die Liga werde die Frage stets "durchdacht, respektvoll und im Einklang mit den langjährigen Werten" der Organisation behandeln, schrieb Engelbert demnach laut "AP News". Zudem erklärte sie: "Die Integrität unseres Spiels zu bewahren und fairen Wettbewerb sicherzustellen, wird stets zu den höchsten Prioritäten der Liga gehören."

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