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Trauer um Werner Brombach: Er brachte Weißbier in die ganze Welt

Wirtschaft

Startseite Lokales Erding Erding Trauer um Werner Brombach: Er brachte Weißbier in die ganze Welt Von: Dieter Priglmeir, Timo Aichele Uns auf Google folgen Der Inhaber der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu ist am Samstag im Alter von 86 Jahren gestorben. 1975 hatte er das Unternehmen von seinem Vater übernommen. Erding – Erding trauert um einen großen Unternehmer und eine prägende Persönlichkeit. Werner Brombach ist am Samstag im Alter von 86 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben. Der Inhaber der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu war ein Mann, der nicht nur eine Brauerei führte. Er prägte eine Marke, eine Stadt und über Jahrzehnte das Bild des Erdinger Weißbräu in der ganzen Welt. Brombach hinterlässt seine Tochter Claudia Brombach (46) und Schwiegersohn Alexander Brombach (45). Im Unternehmen legte er bereits 2022 sein Amt als Vorsitzender der Geschäftsführung in die Hände von Stefan Kreisz. 2025 überführte der „Weißbier-Zar“, wie er auch genannt wurde, als Alleingesellschafter seine Anteile in die „Werner Brombach-Familien-Stiftung“, die er bis zuletzt als alleiniger Vorstand vertrat. Die Stiftung verpflichtet sich zur Fortführung des Unternehmens im Sinne des langjährigen Inhabers. Inhaber der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu gestorben – Aufstieg zum Weltmarktführer Geboren wurde Werner Brombach 1939 im Stammhaus des Weißbräus in der Langen Zeile – dort, wo die Geschichte seiner Familie und die der 1886 gegründeten Brauerei seit Generationen miteinander verbunden sind. Sein Vater Franz war seit 1935 Inhaber des Weißen Bräuhauses Erding. Für den jungen Werner war deshalb früh klar, dass auch sein Weg in die Brauerei führen würde. Nach dem Abitur in Marquartstein studierte er Brauwesen an der TU München-Weihenstephan und schloss zusätzlich ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München ab. 1965 trat er in das Unternehmen seines Vaters ein. Als Franz Brombach 1975 starb, übernahm Werner Brombach die Verantwortung. Und das mit Wucht: Aus der regionalen Erdinger Privatbrauerei entwickelte Brombach eine weltweit bekannte Marke. Aus den rund 2500 Hektolitern Weißbier, die 1975 jährlich gebraut wurden, wurden im Laufe der Jahrzehnte rund 7000 Hektoliter – jeden Tag. 1977 betrug der Ausstoß bereits 225.000 Hektoliter, und 13 Jahre später, 1990, fiel erstmals die Schallmauer von einer Million Hektoliter. Die Privatbrauerei entwickelte sich zum langjährigen Marktführer in Deutschland, Erdinger Weißbier wird in mehr als 100 Länder exportiert. Um die jahrhundertealte Hellbier-Tradition der Bierstadt Erding zu sichern, erwarb Brombach zudem 1991 die Brauerei „Fischer’s Stiftungsbräu“. Seit 2022 bietet Erdinger auch Helles unter seinem Markendach an. Doch Werner Brombach war nie nur der nüchterne Zahlenmensch eines erfolgreichen Unternehmens. Er hatte ein Gespür dafür, wie eine Marke Menschen erreicht. Als Erster seiner Zunft verkaufte er Weißbier über die Landesgrenzen Bayerns hinaus und setzte auf ein modernes Marketing, als der Begriff „Marke“ für ein Weißbier noch gar nicht existierte, betont das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Für die Brauerei war das der entscheidende Schlüssel zum Erfolg. Brombach war ein begeisterter Sportfan Sport spielte dabei eine zentrale Rolle. Brombach war selbst ein begeisterter Sportfan, insbesondere des Biathlons. Seit den Olympischen Spielen 1960 in Rom verfolgte er die olympischen Wettbewerbe mit großer Leidenschaft – meist direkt vor Ort. Mit dem Engagement im Sport verband er seine persönliche Begeisterung mit einem außergewöhnlich erfolgreichen Marketingkonzept. Olympiasieger und Weltmeister wie Magdalena Neuner und Michael Greis, Ironman-Sieger wie Faris Al-Sultan und Patrick Lange wurden zu Botschaftern der Marke. Auch Franz Beckenbauer und später Jürgen Klopp sowie nun Thomas Müller standen für Erdinger. Werner Brombach hat über 60 Jahre seine Branche geprägt. Dafür wurde er unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Seit 2012 ist er Träger des Ehrenrings in Gold des Landkreises Erding. Zudem ist er Ehrenbürger der Kreisstadt. Besonders stolz war er auch auf die Bayerische Gastlichkeitsmedaille des Bayerischen Wirtschaftsministeriums und den Ehrenpreis der Deutschen Getränkebranche. „Heimatverbundenheit, Bodenständigkeit, Pioniergeist und unternehmerischer Weitblick – das zeichnete Werner Brombach aus“, erklärt Walter Berizzi, stellvertretender Stiftungsrats-Vorsitzender der Werner-Brombach-Familien-Stiftung. „Er war national und international ein Sympathieträger, der bis zuletzt die Brauerei führte und sich um die Belange seiner Mitarbeiter kümmerte.“ Der Heimatstadt immer eng verbunden Bei aller Internationalität blieb Brombach seiner Heimatstadt eng verbunden. Die Produktion musste 1983 aus Platzgründen an den Stadtrand verlegt werden. Die Verwaltung aber blieb in der Langen Zeile – mitten im Herzen der Stadt und damit an jenem Ort, an dem Werner Brombach geboren worden war. Diese Verbindung zu Erding zeigte sich auch in seinem Umgang mit den Menschen. Wenn Werner Brombach Geburtstag feierte, waren nicht nur Prominente, Sportler, Unternehmer und Politiker eingeladen. Ihm war wichtig, dass auch seine Mitarbeiter und die ehemaligen Mitarbeiter, die Pensionäre, dabei waren. Zum 75. und 80. Geburtstag kamen jeweils mehr als 1000 Gäste zusammen. Bei seinem 85. Geburtstag ließ er es ruhiger angehen – zumindest äußerlich. Gefeiert wurde im kleineren Kreis. Seine Verbundenheit mit der Belegschaft aber blieb ungebrochen. Noch im Frühjahr 2025, bereits deutlich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, lud er seine Mitarbeiter und Pensionäre zu einem zweitägigen Betriebsausflug in den Europa-Park ein. Brombach musste in seinem Leben allerdings auch schwere persönliche Schicksalsschläge verkraften. Besonders der Tod seiner Ehefrau Christine im Jahr 2022 traf ihn schwer. Sie war die Mutter seiner Tochter Claudia und über Jahrzehnte seine Lebenspartnerin.

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